Region: Augsburg Stadt

Die Fußballherzen schlagen Ultraviolett: Augsburgs Himmel strahlt seit neuestem Lila-Weiß

StaZ-Reporter Clara Puk aus Augsburg
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Begeisterung pur für TSV Schwaben Augsburg II.

Der TSV Schwaben Augsburg II ist in der Stadt des Riegele Biers nicht die bekannteste Fußballmannschaft, jedoch die womöglich beliebteste.

Seit dem 01.08.2021 kann das Team eine beachtliche Fankurve verzeichnen, gefüllt mit Ultras, die ihre Idole mit Fan-Gesängen, von Abwehrspieler Jonathan Heinrich (Bobo) inszenierten Choreographien, Fahnen und Schildern tatkräftig unterstützen. Aus den vier treuesten Fans der ersten Stunde sind mittlerweile über 30 geworden, kommend aus Köln, München und natürlich aus Augsburg und Umgebung. Und es werden wöchentlich mehr! Das hat seine guten Gründe:

Die tolle Mannschaft von Markus Rölle kämpft bedingungslos um jeden Punkt, denn „am Ende des Tages interessiert es keinen, ob es bei -10°C schneit, der Planet bei 35°C brennt, ob ein Spieler einen beidseitigen Hüftschaden oder einen Herzklappendefekt hat“, so der Trainer. Und genau das lieben die Ultras fast so sehr, wie die dort zu sehenden Astralkörper der Schwabenspieler. Darum hindern Wind und Wetter sie auch nicht, jeden Sonntag zu Heim- oder Auswärtsspielen zu pilgern.

Die Stimmung ist jedes Mal so motivierend, dass selbst die gegnerischen Fans manchmal überlegen, den Verein zu wechseln. Erst vor einigen Wochen erschienen ein paar junge Anhänger des TSV Haunstetten. Sie schlossen sich spontan den Schwabenultras an, jubelten mit, sangen mit, schrien mit, und befeuerten so die Schwaben zum Sieg. Und fast unglaublich: Selbst die Spieler, ja sogar der Trainer von TürkAugsburg II, waren bei dem letzten Aufeinandertreffen zunächst sprachlos vor Neid über diese stimmgewaltige, enthusiastische Fangemeinde. Nach dem Match kamen sie dann jedoch begeistert auf die Ultravioletten zu, um diese sowie die Schwabenspieler mit Komplimenten und Fragen zu überhäufen. Ebenso zwei Spieler des aktuellen Tabellenführers FC Stätzling II waren durchaus angetan von den Ultras. Komplimente eines so starken Gegners sind natürlich sehr viel Wert. Abwerben lassen wollte sich Fan-Vorstandsvorsitzende Clara Puk jedoch auf keinen Fall. Die Bezahlung spiele hier keine Rolle, die Liebe zu und von den Schwabenspielern wäre das Ausschlaggebende.

Man fragt sich natürlich, wie Schwaben Augsburg II es geschafft hat, eine so treue und engagierte Fangemeinschaft aufzubauen. Doch dieses Erfolgsgeheimnis verriet selbstverständlich keiner. Manche behaupten, es läge an dem unwiderstehlichen Aussehen der Spieler.

Seit nun knapp einem Jahr konnte dieses Team, angetrieben von seinen Ultras, fast ausschließlich Siege einholen. Gebeutelt von Corona mussten die Schwabenspieler zwar auch mal die eine oder andere Niederlage einstecken, allerdings halten die Fans es für gewiss, dass die Schwaben in Zukunft stärker denn je zurückschlagen werden. Einige Corona Ausfälle brachten letztlich sogar ihr Gutes mit sich: Manche Spieler konnten sich auf neuen Positionen ausprobieren und dort ihre wahren Stärken entdecken. So auch Marcel Salgado (Stan), Co-Trainer, Kapitän und Innenverteidiger des Vereins, der als unbezwingbarer Torwart aufblühte, sodass der Ball nicht einmal in die Nähe des Schwabentors kam. Ganz Schwaben wartet auf einen weiteren Einsatz dieses rekordverdächtigen Keepers.

Neben Fanartikeln wie Fahnen oder liebevoll gestalteten Bekleidungen erschien zum ersten Spiel nach der Winterpause das erste Stadionheft der Mannschaft. Hierin wurde die bedingungslose Liebe der Fans noch einmal für jeden verdeutlicht. In endloser Hingabe gestalteten die Ultras ein 30 seitiges Heft, welches so gut ankam, dass schon ein weiteres in Planung ist, wie C. Puk verriet.

Mittlerweile wurde auch der Instagram-Account "@ultraviolett1847" ins Leben gerufen. Hier finden sich immer die neusten Informationen zu den Spielen sowie der Mannschaft und den Ultras.
Jeder, der bisher am Sonntag nichts mit sich anzufangen wusste, ist nun herzlich dazu eingeladen die Augsburger Lila-Weißen anzufeuern. Jedes einzelne Spiel ist einen Besuch wert. Dem TSV also weiterhin viel Erfolg, eine so goldige Zukunft wie die des Mittelfeldspielers Max Goldenberg und alles was nötig ist, um sämtliche Gegner zu besiegen, alle Verfolger abzuschütteln und den verdienten ersten Tabellenplatz zurückzuholen, um so den Aufstieg zu sichern. Oder wie die Augsburger Band „Roy Bianco & Die Abbrunzati Boys“ auf Platz 1 der Album-Charts sagen würde:

„Chin chin! Salute, alles Gute! Saúde, Sau guad!“

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