Region: Augsburg Stadt

Magisches Mitteldrittel: AEV überrollt auch den ERC Ingolstadt

Freier Mitarbeiter George Stadler

Wade Bergmann bedankt sich hier bei Mike Clarke, der seinen Schlenzer zum 3:2 ins Schanzer Tor abfälschte - das Spiel war nach 0:2 gedreht.

Nach dem Wahnsinnsspiel am Dienstag in München – es gab nach einem überragenden Mitteldrittel einen 6:5-Sieg beim Derbyrivalen, wo vor allem die jungen Augsburger aufhorchen ließen – stand am Freitag das nächste Derby auf dem Spielplan: Der ERC Ingolstadt gastierte im Curt-Frenzel-Stadion. Und wieder war es der zweite Spielabschnitt, in dem der AEV aufdrehte - aus 1:2 machten Toumies Jungs ein 4:3. Nach einem Shorthander zum Beginn des Schlussabschnitts durch Scott Valentine war den Schanzern der Zahn gezogen, nur noch Hafenrichter traf ins verlassene Ingolstädter Tor zum 6:3 Endstand. 

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In München war es  Dennis Miller, der mit dem 2:2 nicht nur Münchens Schlittschuhtor-Führung egalisierte, sondern den Startschuss zur Torhatz durch die Beine von Münchens Goalie Fießinger abgab, sondern vor allem Samir Kharboutli. Der Deutschtscheche legte innerhalb von 268 Sekunden rekordverdächtige vier Tore auf, danach war das Spiel von 1:2 auf 5:2 gedreht. Kharboutli funktionierte mit diversen Stürmern, seine Pässe führten zu Toren von Miller, Payerl, LeBlanc und erstmalig Kristo. Gegen Ingolstadt sorgte dann die immer noch reduzierte Verteidigung – ohne Haase und Länger – für vier der sechs Tore, und endlich klappte es auch im Powerplay.

Zunächst sah allerdings Ingolstadt besser aus und ging verdient mit 2:0 in Führung. Erst überliefen Wolgemuth und DeFazio die Augsburger Defense, dann legte Wohlgemuth nach (6. und 9. Minute). Es war dann der Kapitän, der den Powerplay-Fluch im achten Spiel und nach 24 erfolglosen Versuchen endlich beendete: Brady Lamb hämmerte den Puck zum Anschlusstreffer ins Netz, toll hinter dem Rücken mit der Rückhand angespielt von Spencer Abbott.

Drei Tore im Mitteldrittel, und endlich funktioniert das Powerplay

Und wenn die Ketchup-Flasche mal geöffnet ist, dann flutscht’s so richtig. Doch vor dem nächsten Überzahl-Tor gab’s einen noch selteneren Treffer zu bestaunen: Ein Tor durch die Defensiv-Fachkraft John Rogl, sein erst zweites in weit über 100 DEL-Spielen, vorausgegangen war eine LeBlanc-Hafenrichter-Kombination. Endgültig gedreht wurde die Partie dann im Powerplay. Wade Bergman hatte scharf aufs Tor geschlenzt, Mike Clarke den Puck unhaltbar abgefälscht. Und kurz darauf schüttete der Öffner des Ketchups Marke Powerplay einen weiteren dicken Batzen ins Tor der Schanzer: Brady Lamb traf auch mit seinen zweiten Schlagschuss des Abends zum 4:2. Doch wo Licht ist gibt’s auch Schatten, kurz vor der Sirene bekam die fast makellose Unterzahlweste ihren zweiten Fleck, man hatte viel zu hoch verteidigt und wurde von Höfflin und Wohlgemuth ausgekontert.

Die Schanzer konnten sich aber nur während der Pause über den Anschlusstreffer freuen und dann noch etwa zwei Minuten im Schlussabschnitt, dann kassierten sie von Scott Valentine eine kalte Dusche – das 5:3 für den AEV fiel bei oberbayrischer Überzahl. Gleich der erste Schuss auf Garteigs Tor saß, denn nach vierzig Minuten hatte ihn Ingolstadts Coach Sheddon für Daws gebracht. Dieser Shorthander hatte Augsburg defensive Sicherheit gegeben, jetzt wurde Beton angerührt. Auch Ingolstadts Paradereihe mit Simpson, Höfflin und Wohlgemuth kam jetzt kaum mehr durch, zu eng wurden die Räume, zu oft warfen sich die Spieler in die Schüsse, und kam doch einer durch, dann stand da noch Markus Keller im Tor. Und dann wartete man auf weitere Fehler der Schanzer, was sich bis zur Schlussphase hinzog. Doch kaum hatte Torhüter Garteig für einen sechsten Feldspieler Platz gemacht passierte es: Puckverlust an der Bande, und dann landete ein weiter Schuss von Jaro Hafenrichter im verlassenen Tor. Das 6:3, die Entscheidung.

Bis zum nächsten Geisterspiel zuhause dauert es zwei Wochen, erst am Freitag, den 29. Januar wird wieder im Curt-Frenzel-Stadion; Spielbeginn ist um 20:30 Uhr. Vorher geht’s zweimal in die Fremde: Erst zum Spitzenreiter Mannheim (Mittwoch, 20.1. um 18:30), dann zum Schlusslicht nach Nürnberg (Dienstag, 26.1. um 19:30).

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