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Olympia 2021: Tyler Edtmayer tritt für den FSV Inningen bei den Olympischen Spielen an

„Handplant“ in der Halfpipe: Der Handstand ist nur einer von unzähligen Tricks im Repertoire von Tyler Edtmayer. Der 20-Jährige vom FSV Inningen tritt bei den Olympischen Spielen in Tokio in der Disziplin „Skateboard Park“ an.

Richtig Bock auf die Olympischen Spiele in Tokio, das hat Tyler Edtmayer vom FSV Inningen. Denn in diesem Jahr feiert die Sportart ihre Premiere bei dem internationalen Großereignis.

Als vor rund vier Jahren die Entscheidung fiel, dass Skateboarden olympisch wird, stand für den 20-jährigen gebürtigen Tölzer sofort fest: „Das ist mein Sport, da will ich dabei sein.“ Damit das „Ausnahmetalent“, so bezeichnet ihn FSV-Abteilungsleiter Thomas Lutzenberger, jedoch in den Nachwuchskader des Deutschen Rollsport und Inline Verbands aufgenommen werden konnte, benötigte er einen Verein, der im bayerischen Verband Mitglied ist. Und das war der FSV Inningen damals als Vorreiter im Freistaat. Weder München noch Nürnberg hatten entsprechende Strukturen, um den Skateboard-Nachwuchs zu fördern.

Daher zog es Edtmayer 2017 aus seiner Heimatgemeinde Lenggries im oberbayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen zu dem Sportverein im Augsburger Stadtteil Inningen, der bereits seit Mitte der 1990er-Jahre eine eigene Skateboardabteilung hat.

Nun fährt also erstmals ein Mitglied des Vereins zu den Olympischen Spielen. In Tokio gibt es im Skateboard die Disziplinen „Park“ und „Street“. Edtmayer tritt im Park gegen die 19 besten Skateboarder der Welt an. Dabei hat er 40 Sekunden Zeit, seine Tricks zu zeigen. „Mein Ziel ist es, die Top Ten zu schaffen“, sagt Edtmayer als zweifacher Deutscher Meister der Jahre 2018 und 2019. Damit die Zeit bestens genutzt wird, plant der 20-Jährige im Voraus sein Programm.

Obwohl er sich mit seinen Kontrahenten um die besten Platzierungen streiten wird, gäbe es untereinander keinen wirklichen Konkurrenzkampf. „Wir sind alle gut befreundet und man freut sich füreinander, wenn der andere gut fährt“, sagt der 20-Jährige.

„Leider ist es nicht das ganz große Olympia-Gefühl“

Am 27. Juli geht es für den jungen Olympioniken vom FSV Inningen nach Tokio. Dann stehen erst einmal ein paar Tage Quarantäne an. „Leider ist es nicht das ganz große Olympia-Gefühl“, bedauert Edtmayer. Denn er darf sich nur zwischen deutschem Haus und Skatepark hin- und herbewegen. Abseits davon bekomme er nicht allzu viel zu Gesicht. Nach einigen Trainingstagen, in denen er sich mit dem dortigen Park vertraut machen kann, wird es am 5. August ernst, wenn der Wettstreit um die Medaillen beginnt. Nur zwei Tage später muss der junge Lenggrieser dann auch schon wieder abreisen. Nichts desto trotz wolle er seine ersten Olympischen Spiele genießen.

Dass Skateboarden überhaupt olympisch geworden ist, liegt daran, dass die Offiziellen mit Hilfe neuer Trendsportarten ein jüngeres Publikum für das sportliche Großereignis begeistern wollen. Neben Skateboarden sind in Tokio deshalb auch Klettern und Surfen erstmals mit dabei.

Von der Olympia-Teilnahme will aber auch der FSV Inningen profitieren. Denn wie Lutzenberger berichtet, sei es aufgrund der begrenzten Anzahl an Ehrenamtlichen schwierig, Wettbewerbe zu organisieren. Daher erhoffe man sich „einen Schub“ für die Abteilung, ähnlich wie im Fußball, wenn nach den großen Turnieren viele Kinder plötzlich Fußball spielen wollen.

Auf dem etwa 600 Quadratmeter großen Park sei aus Sicht des Abteilungsleiters für jede Altersgruppe und vom Anfänger bis zum Profi etwas dabei. Außerdem bieten befreundete Vereine Skateboard-Kinderkurse für Kinder ab sechs Jahren an. Jüngere Kinder täten sich oft noch schwer mit der Koordination.

Edtmayer allerdings stand schon im Alter von vier Jahren auf dem Skateboard. „Skateboarden ist ein Lifestyle. Du fährst zum Skatepark, da sind deine Freunde und ihr fahrt eine Session. Das ist wirklich mega cool“, begründet der 20-Jährige seine Faszination für den Sport.

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