Region: Augsburger Land

Digitaler Unternehmerabend: So setzen sich regionale Betriebe mit neuen Arbeitswelten auseinander

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Bildtext: An der Diskussionsrunde des digitalen Unternehmerabends beteiligten sich (von oben links nach rechts unten) Marc Schumacher, Geschäftsführer der „Alten Posthalterei“ in Zusmarshausen, Moderatorin Kerstin Zoch, Landrat Martin Sailer, der Geschäftsführende Gesellschafter der Sortimo International GmbH, Reinhold Braun sowie Prof. Erika Regnet von der Wirtschaftsfakultät der Hochschule Augsburg. Bildquelle: Julia Pietsch

„New Work“ ist Überbegriff für einen Wandel der Arbeitswelt

Beim zweiten Unternehmerabend des Landkreises Augsburg in diesem Jahr, der pandemiebedingt erneut als digitale Veranstaltung abgehalten wurde, drehte sich alles um das weite Feld der neuen Arbeitswelten. In einer offenen Diskussionsrunde, an der sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ihren Fragen interaktiv beteiligen konnten, standen die Kernaspekte Arbeitsumfeld, Work-Life-Balance und Mitarbeiterbindung im Vordergrund.

Über 100 Gäste aus der Unternehmerszene des Augsburger Lands hatten sich digital eingeklinkt, um den Unternehmerabend zu verfolgen. Der Veranstaltungsort für die zweite Auflage des Formats, aus dem live übertragen wurde, war der Innovationspark der Firma Sortimo in Zusmarshausen. Als Diskussionsgäste begrüßten Landrat Martin Sailer und Moderatorin Kerstin Zoch den Geschäftsführenden Gesellschafter der Sortimo International GmbH, Reinhold Braun, Prof. Erika Regnet von der Wirtschaftsfakultät der Hochschule Augsburg und Marc Schumacher, Geschäftsführer der „Alten Posthalterei“ in Zusmarshausen. Inhaltlich kamen dabei Themen zum Tragen, die Unternehmerinnen und Unternehmer in der heutigen Zeit bewegen, wenn es um die bestmögliche Anpassung an die modernen Gegebenheiten geht. Beispielsweise: „Wie lässt sich das Arbeitsumfeld so gestalten, um der Belegschaft und potentiellen Beschäftigten optimal entgegen zu kommen?“, „Wie muss das Thema Work-Life-Balance in der jetzigen Zeit gedacht werden?“ oder „Welche neuen Wege lassen sich beim Thema Mitarbeiterakquise und -bindung beschreiten?“.

Rund 70 Prozent der Betriebe bieten flexibles Arbeiten an

Durch das Einreichen individueller Fragen und die Beteiligung an Umfragen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor den Bildschirmen interaktiv in den Unternehmerabend einbringen und zu interessanten Erkenntnissen beitragen. So gaben rund 70 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer an, dass sie in ihren Betrieben zeitlich flexibles und mobiles Arbeiten anböten, 19 Prozent ermöglichen dies ihren Beschäftigten nach Absprache und nur ein geringer Prozentsatz gab an, dass in ihren Betrieben nur in Präsenz gearbeitet werden könne. Auf die Frage, wie die Homeoffice-Möglichkeiten im Landratsamt aussähen und welchen Einfluss Corona auf das Angebot hatte, antwortete Landrat Sailer: „Die Pandemie hat auch bei uns den Prozess beschleunigt, viele unserer Beschäftigten mit Telearbeitsplätzen auszustatten. Die Rückmeldungen aus der Belegschaft zu den mobilen Arbeitsmöglichkeiten waren beinahe ausschließlich positiv und auch unsere Führungskräfte haben uns bestätigt, dass die Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice in gleicher Weise produktiv und engagiert bei der Sache waren, wie es in Präsenz der Fall ist.“ Eine Einschränkung machte Sailer in Bezug auf die besonderen Bedingungen, die durch die Corona-Pandemie in vielen Haushalten eingetreten waren: „Herausfordernd war die Situation für diejenigen unserer Kolleginnen und Kollegen, deren Kinder beispielsweise zeitgleich im Distanzunterricht beschult wurden und dementsprechend zwei Aufgaben – der eigene Beruf und die Schulaufgaben der Kinder – unter einen Hut gebracht werden mussten“, so der Landrat.

Mitarbeiterbindung auch Thema in Verwaltungsbehörden

Nicht nur in der freien Wirtschaft, sondern auch in der Kreisverwaltungsbehörde spielen die Themen Mitarbeitergewinnung und -bindung wichtige Rollen in der Personalpolitik. „Auch eine Behörde befindet sich im Wettbewerb um engagiertes Fachpersonal“, erklärte Landrat Martin Sailer. Das Landratsamt betreibe großen Aufwand, um seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gute Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten anzubieten, „zudem flexible Arbeitszeitmodelle und gut ausgestattete Arbeitsplätze“, wie Sailer hinzufügte. Den regelmäßigen Austausch mit der Unternehmenslandschaft im Augsburger Land im Rahmen des Unternehmerabends hatte Sailer eingangs als „Signal der Wirtschaftsförderung des Landkreises an alle Betriebe“ im Kreis bezeichnet: „Wir wissen um die Herausforderungen, die die momentane Zeit mit sich bringt und verstehen diesen Unternehmerabend als Teil unseres Vorhabens, stets die direkte Nähe zu unserer regionalen Wirtschaft zu halten“, so der Landrat.

Fester Bestandteil des Unternehmerabends ist eine Unternehmensführung durch den Gastgeberbetrieb, die auch in der jüngsten Auflage der Veranstaltung durch einen vorab produzierten Videorundgang durch die Sortimo GmbH in Zusmarshausen ersetzt wurde. Wie bei der Premiere des digitalen Formats im Frühjahr rundete auch diesmal ein Tasting-Paket, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern vorab zugesandt wurde, den Abend ab. Es enthielt ausgewählte, regionale Produkte der Herzstück Horgau e.G. mit biologischem Ursprung.

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