Region: Augsburger Land

Für die Bürger am Ball bleiben: BI informiert öffentlich

StaZ-Reporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried
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Zahlreiche Interessierte erhielten durch die interkommunale BI und BISCHT im Schützenheim in Wollbach fun-dierte Informationen.

Mit zunehmender öffentlicher Kritik und teils widersprüchlichen Stellungnahmen der Bahn rund um das Bahnprojekt Ulm-Augsburg, etwa im Hinblick auf die Kapazitäten des Augsburger Hauptbahnhofes, nimmt es sich die interkommunale Bürgerinitiative der Autobahngemeinden zum Ziel, die Bürger vor Ort zu informieren.

Nicht allein begleite man das Projekt im Sinne der Region, sondern man wolle auch Aufmerksamkeit schaffen sowie Hintergründe geben, erklärte Josef Stöckle zur Begrüßung der zahlreichen Zuhörer im Wollbacher Vereinsheim „Alte Schule“. Im Zentrum stand zum einen die Darstellung der bislang erfolgten Aktivitäten, insbesondere des Austauschs und der Informationsfahrten mit Politikern und Verbandsfunktionären, die sich rundherum über die massiven geplanten Eingriffe und offenkundigen Auswirkungen auf Mensch und Natur beeindruckt zeigten. Zum anderen wurde über das Bahnprojekt fundiert informiert.

Mit Jürgen Zimmermann, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Schwabentrasse, einem Netzwerk von Bürgerinitiativen in ganz Schwaben, kam der Vertreter von über 3000 Netzwerkmitgliedern zu Wort. In ihrem Auftrag hinterfragen Zimmermann und seine Mitstreiter kritisch die Projektziele der Bahn und deren Ausgestaltung. So sei die Neubaustrecke von Stuttgart 21 zwischen Ulm und Stuttgart etwa nicht güterverkehrstauglich, eine Neubaustrecke entlang der Autobahn solle dies aber werden und führe mithin in eine Sackgasse. Er betonte zudem die immer wieder vom Verkehrsexperten König vorgebrachten Anmerkungen, dass die geforderten Zeiten des Deutschlandtaktes eben deutlich ressourcen-, mensch- und umweltschonender durch einen schrittweisen und moderaten Ausbau der Bestandsstrecke ohne Qualitätsverlust erlangt werden könnten. Die Ertüchtigung der Bahnhöfe sowie besserer Lärmschutz wären dabei eine Möglichkeit, einen Mehrwert für die Menschen zu erreichen. „Wir wollen eben keine Kostenexplosion wie bei Stuttgart 21, wir wollen einen Nutzen für die Region statt dem Schönrechnen der Projektkosten und wir wollen eine pünktliche Bahn für die Bürger vor Ort statt einem Unternehmen, das nur auf die Finanzinteressen beim Fernverkehr achtet“, erläuterte Jürgen Zimmermann.

Die einzelnen Aktivitäten der Ortsgruppen und zugleich die demonstrative Einheit entlang der verschiedenen Trassen stellten einzelne Vertreter dar, so etwa Martin Hildensberger aus Horgau, Heiko Mohr aus Adelsried und Josef Stöckle für Wollbach. Aus dem Dialogforum berichtete Hubert Kraus.

Stöckle gab zugleich die Ziele für die nächste Zeit aus: „Wir bleiben hartnäckig, denn uns ist klar, dass dieses Projekt von uns Durchhaltevermögen verlangt und wir werden nicht lockerlassen, weder bei der Bahn noch bei der Politik. Nach dem guten Austausch mit den Landräten wollen wir die Zusammenarbeit mit den Gemeinde- und Kreisräten verbessern, um einen Schulterschluss zwischen Politik und Bürger zu erreichen.“ Es gelte, so Stöckle weiter, mehr denn je mit offenen Augen das Projekt zu betrachten, schließlich habe die jüngste Bahnentscheidung beim Brenner-Nordzulauf gezeigt, dass dort die Bürgerbeteiligung weitgehende Makulatur gewesen sei. Ziel der BI ist eine Arbeitsgruppe in enger Zusammenarbeit mit den anliegenden Bürgermeistern und Räten, um das gemeinsame Vorgehen genau abzustimmen.

Stöckle gab zudem bekannt, dass er sich als Kopf der interkommunalen Bürgerinitiative zurückziehe. „Ich möchte mich wieder freier im Handeln machen und lauter sprechen können; wieder stärker anecken. Ich bleibe mit am Ball für einen besseren Bahnausbau, aber lege die Rolle des Sprechers ab“, erklärte er dazu. Ihm folgt als Sprecher der Wollbacher BI Johann Weindel. Der Sprecher der interkommunalen Bürgerinitiative wird im Rahmen eines bevorstehenden Treffens gewählt.

Kommentare

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Beitrag von StaZ-Reporter: Michael Kerschl
19. Juli 2022 - 19:41

Für den Deutschlandtakt ist zwingend eine Fahrzeit von Ulm nach Augsburg von 26 Minuten erforderlich.
Wie soll diese Fahrzeit mit dem Ausbau der Bestandsstrecke bitte erreicht werden, wenn man gleichzeit das Ziel setzt, ressourcen- und umweltschonender zu arbeiten??? Erklärt es mir mal bitte !!!!!

 


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