Region: Augsburger Land

Mit der Politik an einem Strang: Interkommunale BI auf Trassenbefahrung mit der FDP

StaZ-Reporter Ludwig Lenzgeiger aus Adelsried
In Streitheim machten Stefan Vogg und Hubert Kraus für Zusmarshausen die Bedenken insbesondere im Hinblick auf die Lärmbelastung deutlich.

Landkreis Augsburg. Die interkommunale Bürgerinitiative entlang der Autobahn A8 besichtigte die geplanten Bahntrassen im Rahmen des Bahnprojektes Ulm-Augsburg mit Vertretern der FDP. Die BI fordert die Politik zur Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg auf.

Nachdem Josef Stöckle, Heiko Mohr, Stefan Vogg und Martin Hildensperger als Vertreter der Ortsgruppen der interkommunalen Bürgerinitiative bereits zahlreiche Bundestagsabgeordnete begrüßen konnten, war nun Maximilian Funke-Kaiser, Abgeordneter der FDP und damit Parteikollege des Bundesverkehrsministers, vor Ort. Er kam unter Begleitung von Christian Toth, Kreisrat und Vorsitzender der Landkreis FDP, zum Bahnprojekt Ulm-Augsburg an die Autobahn und konnte sich vor Ort ein Bild über die immensen geplanten Eingriffe in die heimische Natur und das Leben der Menschen durch eine Neubaustrecke machen.

Die Botschaften, die die Bürger und Kommunalpolitiker vermittelten, waren klar und deutlich: „Steigerung der ohnehin dramatischen Lärmbelastung der A8 durch den Zugverkehr, Umweltbelastung und den baulichen Mehraufwand, Zerstörung der heimischen Natur, Beeinträchtigung des Lebens der Bürger und der Gemeinden und fehlender Mobilitätsmehrwert für die ganze Region.“

Dass den A8-Initiativen daran gelegen ist, mit allen betroffenen Gemeinden und Bürgern an einem Strang zu ziehen, zeigte sich darin, dass der Vorsitzende des Dachverbandes BISCH (Bürgerinitiative Schwabentrasse) ebenfalls zum Termin gekommen war. Jürgen Zimmermann koordiniert mit der BISCHT die Zusammenarbeit von mittlerweile 12 Bürgerinitiativen entlang der geplanten Strecke, um schlagkräftig die Belange der Region gegenüber der Bahn zu vertreten.

Der Abgeordnete konnte sich mithin einen Eindruck von den Betroffenheiten entlang der orangen, türkisen und violetten Trasse machen und zugleich die Stimmung der Bürger aufnehmen, deren Leben durch die Planungen nachhaltig negativ beeinflusst werden könnte. Obschon Funke-Kaiser selbst Digitalpolitiker ist, versprach er die Anliegen und Bedenken an den Verkehrsminister zu kommunizieren. Gerade von den durch die BI-Vertreter erläuterten offenen Fragen im Hinblick auf die Bahnplanungen zeigte sich der Politiker überrascht, etwa im Hinblick auf die möglicherweise enormen Brückenhöhen und die Probleme an den Verkehrsknotenpunkten Hauptbahnhof Augsburg und Neu-Ulm.

Aufgeschlossen zeigte er sich zur politischen Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg, die Stöckle formulierte: „Schwaben will das Bahnprojekt, aber wir wollen es richtig. Unser Wunsch als Bürgervertreter ist es, dass die Bundestagsabgeordneten aus ganz Schwaben über Parteigrenzen hinweg die projektbezogene Zusammenarbeit anstreben. Nur so bekommen wir die Bahn in Bewegung!“

Auf der Agenda der BI stehen ferner weitere treffen mit Abgeordneten der Grünen und der Freien Wähler, für die bereits Zusagen gegeben wurden. Außerdem wird sich die interkommunale BI mit Vertretern von Bürgerinitiativen aus Diedorf, Kutzenhausen und Rommelsried treffen, um auch mit der Bestandsstrecke ein koordiniertes Vorgehen im Sinne der Region zu erreichen.

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X