Region: Augsburger Land

Offener Brief: Biberbacher Bürger wollen Erweiterung der Lech-Stahlwerke verhindern

Die Lech-Stahlwerke wollen ihre Produktionskapazität erweitern, stoßen dabei jedoch auf großen Widerstand aus der Bevölkerung der benachbarten Kommunen und der Bürgerinitiativen

In einem Offenen Brief haben sich die Bewohner der Biberbacher Zollsiedlung an Landrat Martin Sailer gewandt. Er soll die geplante Erweiterung der Lech-Stahlwerke in Meitingen nicht erlauben.

Die Lech-Stahlwerke in Meitingen wollen ihre Produktion erweitern. Bislang hat das dem Unternehmen vor allem deswegen Ärger eingehandelt, weil dafür ein Teil des Lohwaldes bei Meitingen gerodet werden müsste (wir berichteten). Doch sind das längst nicht alle Probleme. Vor allem der Lärmschutz treibt die Bürger der Biberbacher Zollsiedlung um und hat sie zu dem Schreiben an Landrat Martin Sailer veranlasst – im Landratsamt muss über die beantragte Erweiterung entschieden werden.

"Wir sind keine Bürger zweiter Klasse!", stellt der Verein Dorfgemeinschaft Zollsiedlung-Eisenbrechtshofen stellvertretend für die Bewohner aus der Zollsiedlung klar. Sie fürchten, dass "der Schutzstatus der Biberbacher Zollsiedlung als Allgemeines Wohngebiet aufgeweicht" wird. "Noch mehr Lärm als bisher schon. Und das auch noch behördlich abgesegnet. Das darf doch wohl nicht wahr sein!", heißt es in dem Schreiben zu der geplanten Erweiterung. Tatsächlich soll die Produktion von bislang 1,1 Millionen Tonnen Rohstahl auf 1,4 Millionen Tonnen erhöht werden. Doch: "Die gesetzlichen Lärmgrenz- und Schutzwerte für die Menschen, die in der Umgebung des Werks wohnen, werden seit Jahren überschritten", kritisieren die Autoren des Offenen Briefs. Nun sollen "nach dem Willen des Werksbetreibers" diese Überschreitungen im Rahmen einer Sondergenehmigung festgeschrieben werden, so die Kritiker weiter. Im Sommer sei es jetzt schon unmöglich, mit offenen Fenstern zu schlafen. "Und das trotz der hochgelobten Lärmminderungsmaßnahmen, von denen man immer wieder hört", heißt es im Schreiben.

Besonders ärgern sich die Bewohner der Zollsiedlung offenbar darüber, dass in dem Antrag des Unternehmens auf die lärmreduzierende Wirkung eines Schutzwaldes verwiesen werde – nur eben, dass genau dieser Wald "im Anschluss auf fast 18 Hektar gerodet werden soll".

Von Landrat Sailer erwarten die Briefschreiber, dass seine Behörde "diesem Treiben endlich Einhalt" gebietet. Sie soll den Antrag der Lech-Stahlwerke auf Produktionserhöhung ablehnen. (pm/mh)

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