Region: Augsburger Land

Saatgutautomat in Biberbach: 17-Jähriger engagiert sich für regionalen Umweltschutz

Elias Almer möchte mit dem Saatgutautomaten in Biberbach einen Teil zum regionalen Insektenschutz beitragen.

Um zum lokalen Insekten- und Umweltschutz beizutragen, hat der 17-jährige Elias Almer einen Saatgutautomaten in Biberbach aufgestellt. An dem umfunktionierten Kaugummiautomaten in der Raiffeisenstraße 11 können nun Kapseln voller Blumensamen für jeweils 50 Cent gekauft werden.

Der Frühling steht bereits vor der Tür und Insekten – insbesondere Bienen – suchen wieder nach Nahrung. Doch obwohl in Bayern genügend freie Flächen vorhanden wären, mangelt es noch immer an Blumenwiesen für die Nutztiere.

Gegen dieses Problem möchte nun Elias Almer aus Biberbach vorgehen: Der 17-Jährige baute einen Saatgutautomaten, an dem mit Blumensamen gefüllte Kapseln verkauft werden. Der umfunktionierte Kaugummiautomat befindet sich in der Raiffeisenstraße 11 neben dem Dorfladen in Biberbach. Das rote Holzgehäuse fertigte Elias selbst an.

Da er ein eigenes Bienenvolk hat, liegen Insekten- und Umweltschutz dem 17-Jährigen besonders am Herzen. Seine Idee für den Saatgutautomaten stamme ursprünglich aus dem Norden Deutschlands: Dort seien Messen und Festivals rund um das Thema Saatgut, aber auch Automaten für Blumensamen wesentlich verbreiteter.

Nun ist der Trend auch in Biberbach angekommen: Für jeweils 50 Cent können an dem neuen Automaten Kapseln gekauft werden, die Elias eigenhändig mit Saatgut befüllt hat. Bisher habe er die Blumensamen als Spende von großen Unternehmen erhalten, doch zukünftig möchte er diese mit dem Erlös aus dem Automaten selbst kaufen. Zurzeit befinden sich sogenannte Frostkeimer der Marke Rieger und Hofmann im "Saatgutautomat Biberbach". Voraussichtlich ab Mai sollen die Kapseln mit handelsüblichen Blumensamen und ab Ende August mit jeweils drei Blumenzwiebeln befüllt werden.

Die Blumensamen können dann im eigenen Garten verteilt werden: Zum Beispiel im Blumenbeet, auf braunen Erdstellen oder auf Maulwurfhäufen. Wem kein Garten zur Verfügung steht, könne das Saatgut auch in einem Blumentopf anpflanzen. Die Samen werden zuerst auf der gewünschten Fläche verteilt und anschließend festgedrückt – bestenfalls mit einem Brett. Zum Schluss müsse noch kräftig gegossen werden, doch nach etwa drei Tagen wachse das Saatgut dann auch ohne zusätzliche Bewässerung. Die leeren Kapseln sollen anschließend in den Briefkasten am Saatgutautomaten geworfen werden, damit Elias sie mit neuen Blumensamen befüllen kann.

Zunächst habe der 17-Jährige sich ausschließlich auf den Saatgutautomaten in Biberbach konzentriert, doch zurzeit seien noch weitere Automaten in Planung. Bald möchte er auch an anderen Standorten im Landkreis Augsburg Blumensamen verkaufen. (lis)

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