Region: Augsburger Land

Sagt uns, wo die Millionen sind? - Ein Kommentar zur Kostenexplosion beim KiTa-Anbau in Biberbach

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StaZ-Reporter Fritz Wiblishauser aus Biberbach
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Biberbach. Es ist ja schön, wenn der selbsternannte  „Heimatabgeordnete“  MdL Johann Häusler (FW) in seiner Heimatgemeinde Biberbach sich über die Fortschritte der üppig verbauten Millionen im KiTa-Anbau umsieht und sich mit seinem FW-Parteikollegen, 1.Bürgermeister Jarasch, die Bälle sportlich zuspielt. Bei der Wahrheit sollten beide aber dabei schon bleiben.

„Für den Erweiterungsbau sind rund 2,6 Mio Euro veranschlagt.“ heißt es in der wohl vom Abgeordnetenbüro über die Lechtalseite der AZ und das gemeindeeigene „Biberbacher Amtsblatt“ verbreiteten Meldung. Wer aber in den aktuellen Haushaltsplan der Marktgemeinde genau reinschaut, weiß, dass wir kurz vor dem Reißen der 3,5 Mio-Marke beim KiTa-Anbau stehen. Da ändern auch die Zuschüsse nichts. Glatt um fast eine Mio verschätzt oder nur „gut“ gerundet?

Dabei wurde diese Falschmeldung bereits in der Biberbacher GR-Sitzung am 1.9. von der Unabhängigen Frauenliste Biberbach durch die Kollegin Neidlinger zurecht moniert.

Und trotzdem lässt der Bürgermeister den Redaktionsschluss des gemeindeeigenen Amtsblatts, für das er die politische Verantwortung im redaktionellen Teil trägt,  tags darauf verstreichen, um dieselbe Falschmeldung des Abgeordnetenbüros nochmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Damit wird die Bevölkerung wissentlich in die Irre geführt über die tatsächliche Kostenexplosion beim Kindergartenneubau.

In der darauf folgenden Gemeinderatssitzung hat die Bibertalliste den Bürgermeister nochmals aufgefordert, das richtigzustellen. Doch er schweigt bzw weigert sich beharrlich. Anscheinend fühlt es sich ganz gut an, Falschmeldungen bewusst im Raum stehen zu lassen, obwohl man für die Verbreitung eine Mitverantwortung hat.

Es ist unbestritten, dass Biberbach etwas für die erfreuliche Steigerung der Kinderzahlen tun musste, um Kitaplätze anbieten zu können. Insofern sind die Hausaufgaben gemacht worden. Allerdings keineswegs mit Bravour! 

Die BTL hat von Anfang der Kitaplanung an betont, dass kostengünstigere Alternativen zu prüfen gewesen wären, ist aber damit im alten Gemeinderat nicht durchgedrungen. Darum lehnte die BTL konsequent diese Art des Neubaus an der falschen Stelle ab. Allein schon wegen der schwierigen Hanglage hat dieser Anbau viel zu viel gekostet. Und wenn Biberbach weiterwächst, geht dort gar nichts mehr. Über kurz oder lang  müssen Hort und Kindergarten sowieso  räumlich getrennt werden. Das haben weder der Bürgermeister noch der „Heimatabgeordnete“ erwähnt. Dafür haben sie aber der Öffentlichkeit 0,9 Mio zusätzlich verbaute Kosten verschwiegen.

Und noch eine weitere Peinlichkeit muss endlich mal angesprochen werden:

Es wäre dringend wünschenswert, dass die in Biberbach mitregierende Orts-CSU (2. und 3. Bürgermeister) nicht tatenlos zusieht, wie unser direkt gewählter CSU-Stimmkreisabgeordneter, MdL Georg Winter, außen vorbleibt. Der zuständige „Stimmkreisabgeordnete“ ist mindestens so prädestiniert sich in Biberbach umzusehen wie der „Heimatabgeordnete“.  Solange es nämlich keinen „Heimatabgordneten“ gab, war der Stimmkreisabgeordnete immer gut genug, für Biberbach die Millionen heranzuschaffen, z.B. bei der Ortsumgehung und bei Radwegen. Dazu müsste den gewählten CSU-Stimmkreisabgeordneten und Parteikollegen Winter aber die mitregierende Biberbacher Orts-CSU durch ihren Vorsitzenden und 2. Bürgermeister endlich einladen, wenn es der 1.Bürgermeister anscheinend nicht mehr tut oder tun darf im Dunstkreis des „Heimatabgeordneten“.

Vermutlich dürfen es auch der 2. und 3. Bürgermeister nicht im Dunstkreis des 1. Bürgermeisters!

 

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