Region: Augsburger Land

"Wir werden praktisch entrechtet": Weitere Kritik an Erweiterung der Lech-Stahlwerke

In einem Offenen Brief haben sich die Bewohner der Biberbacher Zollsiedlung an Landrat Martin Sailer gewandt. Er soll die geplante Erweiterung der Meitinger Lech-Stahlwerke nicht erlauben.

Die geplante Rodung eines Teils des Bannwaldes im Meitinger Ortsteil Herbertshofen für eine Erweiterung der Lech-Stahlwerke sorgt weiter für Ärger. Der Verein "Dorfgemeinschaft Zollsiedlung-Eisenbrechtshofen" hatte sich im April bereits mit einem Offenen Brief an Landrat Martin Sailer gewandt (wir berichteten). Nun legen die Anwohner der Zollsiedlung noch einmal nach, denn eine Antwort des Landrats sei bislang ausgeblieben.

Die Anwohner aus der Biberbacher Zollsiedlung fordern, Sailer solle die geplante Erweiterung der Lech-Stahlwerke in Meitingen nicht erlauben. Im Landratsamt muss über den Antrag des Unternehmens entschieden werden. Vor allem der Lärmschutz treibt die Siedler um. Im Zuge des Antrags sei die Bildung eines Lärm-Zwischenwerts "aufgrund einer angeblichen Gemengelage" beantragt worden. "Wir, als die den Lech-Stahlwerken nächstgelegene Wohnbebauung, werden damit praktisch entrechtet", schreibt der Verein. "Für uns sollen gesetzlich definierte Lärmobergrenzen nicht mehr gelten. Unsere Wohn- und Lebensqualität soll den wirtschaftlichen Interessen eines einzigen Unternehmens geopfert werden."

Die Anwohner weisen darauf hin, dass die Siedlung "lange schon bewohnt war, als ein erster Stahlwerksbetreiber sich 1972 am äußersten Rand der Meitinger Flur ansiedeln durfte". Nach und nach seien immer mehr Belastungen hinzugekommen, "bis wir nun dem Antrag der Lech-Stahlwerke verklausuliert entnehmen durften, dass wir ohnehin schon so belastet wären, dass es auf ein bisschen mehr nun auch nicht ankäme".

Lediglich auf kommunaler Ebene erfahre man bislang Unterstützung, so der Verein. "Darüber hinaus befürchten wir, dass unsere Interessen neben den lauten Forderungen des Stahlwerks wenig Gehör finden." (pm/red)

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