Region: Dillingen|Wertingen

165.000 Euro Schaden: Ermittlungsverfahren gegen ehemaligen Direktor einer Stiftung in Lauingen abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft Augsburg wirft dem ehemaligen Direktor einer Stiftung aus Lauingen Untreue mit einem Gesamtschaden von rund 165.000 Euro vor (Symbolbild).

Strafbefehlsantrag gegen den ehemaligen Direktor einer Stiftung in Lauingen wegen Untreue und Betrug.

Gegen den ehemaligen Direktor einer Stiftung aus Lauingen, die ein Psychiatrie- und Pflegezentrum betreibt, ermittelt die Staatsanwaltschaft Augsburg. Das "umfangreiche und langwierige" Ermittlungsverfahren gegen den inzwischen 70-Jährige sei nun mit einem Antrag auf Erlass eines Strafbefehls wegen Untreue und Betrugs abgeschlossen worden, erklärt Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai. Angesetzt sei eine Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr zur Bewährung.

Der Angeklagte soll im Zeitraum Anfang 2014 bis Ende 2015 unberechtigt Zulagen bezogen haben und verantwortlich für eine unsachgemäße Buchhaltung gewesen sein. Dies habe zur Folge gehabt, dass Forderungen der Stiftung für den Zeitraum 2012 bis Ende 2015 nicht geltend gemacht wurden. Der Bezirk Schwaben sei durch das Verschweigen von Überbelegungen in den Jahren 2014 und 2015 bezüglich der Stiftung zustehender Leistungen getäuscht worden.

Durch diese Taten soll ein Gesamtschaden von rund 165.000 Euro entstanden sein, von dem über 140.000 Euro laut Staatsanwaltschaft auf nicht beigetriebene Forderungen entfallen.

Weitere Tatvorwürfe seien eingestellt worden, da ein Tatnachweis nicht geführt werden konnte, Taten bereits verjährt waren oder diese im Verhältnis zu den angeklagten Taten von untergeordneter Bedeutung seien.

Der gesetzliche Strafrahmen beträgt für Untreue und Betrug Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Soweit eine gewerbsmäßige Begehungsweise zur Last gelegt wird, wie es für die vorliegenden Fälle der zu Unrecht erlangten Zulagen angenommen wurde, erhöht sich der Strafrahmen auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. "Bei der Strafzumessung war neben der Dauer des Ermittlungsverfahrens strafmildernd zu sehen, dass der Angeklagte mit der geschädigten Stiftung im Rahmen eines außergerichtlichen Vergleichs Schadenswiedergutmachung geleistet hat, der den größten Teil des strafrechtlichen Vorwurfs umfasst", erklärt Oberstaatsanwalt Nickolai.

Das Amtsgerichts Augsburg hat den Strafbefehl erlassen. Zu einer Hauptverhandlung kommt es nur dann, wenn der Angeklagte innerhalb von zwei Wochen ab Zustellung des Strafbefehls Einspruch einlegt. (pm)

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