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Tödliche Attacke am Kö: Sechs Verdächtige aus U-Haft entlassen

Im Dezember 2019 wurde ein Mann am Augsburger Königsplatz getötet. Der mutmaßliche Haupttäter bleibt weiter in Untersuchungshaft.

Nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgericht zur tödlichen Attacke am Königsplatz kommen nun sechs Jugendliche frei.

Nach dem tödlichen Schlag am Königsplatz im Dezember in Augsburg waren sich die Juristen nicht einig, ob die Komplizen des mutmaßlichen Täters in Untersuchungshaft müssen. Die verschiedenen Instanzen sahen den Fall unterschiedlich. Nun folgte das Bundesverfassungsgericht der Verfassungsbeschwerde eines Anwalts, der einen 17-Jährigen vertritt.

Dem Jugendlichen wird Beihilfe zum Totschlag vorgeworfen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte das Amtsgericht Augsburg im Dezember Haftbefehle gegen den Beschwerdeführer und sechs weitere Beschuldigte erlassen.

Nach einer Haftbeschwerde hob das Landgericht Augsburg am 23. Dezember die Haftbefehle gegen die sechs mutmaßlichen Komplizen auf. Nach einer weiteren Beschwerde der Staatsanwaltschaft hob wiederum das Oberlandesgericht am 27. Dezember die stattgebenden Beschlüsse des Landgerichts auf und ordnete wieder Untersuchungshaft an. Es folgte die Verfassungsbeschwerde, welcher die Bundesrichter in Karlsruhe nun stattgegeben haben. Das Gericht bemängelte, dass keine schlüssige Darstellung einer konkreten Tat des 17-Jährigen zum dringenden Tatverdacht vorliege. Der Jugendliche sei „in seinem Grundrecht auf Freiheit der Person verletzt“, befanden die Karlsruher. Die Kammer verwies die Sache an das Oberlandesgericht München zurück. Dieses ordnete kurz darauf die Haftentlassung des Beschwerdeführers an.

„Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat insoweit die weitere Beschwerde gegen die Entscheidung des Landgerichts Augsburg zurückgenommen“, erklärte Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai. Für die weiteren fünf Beschuldigten, gegen die ebenfalls Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts der Beihilfe zum Totschlag und der gefährlichen Körperverletzung vollzogen wurde, habe die Staatsanwaltschaft aus Gleichbehandlungsgründen die Aufhebung der Haftbefehle bei der zuständigen Jugendermittlungsrichterin beantragt und die Haftentlassung angeordnet. Für den 17-jährigen Beschuldigten, der den tödlichen Schlag ausgeführt haben soll, besteht der Haftbefehl weiterhin. (jaf)

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