Region: Augsburger Land

Haldenburg-Begehung begeistert vhs-Teilnehmer

Dozent Thomas Schiegg begrüßt die Teilnehmenden in mittelalterlicher Gewandung

Es sind gerade schwierige Zeiten für Bildung und Kultur - auch die Volkshochschulen stellen die sich immer wieder ändernden Hygieneverordnungen und Infektionsschutzmaßnahmen regelmäßig vor große Herausforderungen. Umso mehr freut es, über eine so gelungene vhs-Veranstaltung wie vergangenen Samstag berichten zu können: 

Elf Teilnehmende fanden sich bei strahlendem Sonnenschein am Samstagnachmittag bei Schwabegg zur Begehung der Haldenburg ein - ein Angebot der vhs Augsburger Land im Bereich „Erlebte Geschichte“. Es war das Debüt von Thomas Schiegg als vhs-Dozent und alle Teilnehmenden waren sich am Ende einig: Erfolgreicher hätte dies nicht sein können. Gute zwei Stunden führte Schiegg die Gruppe auf dem Rundweg über die Überreste der Haldenburg und schaffte es mit seinem beeindruckenden Wissen und seiner Rhetorik, die Teilnehmenden von der Geschichte der Haldenburg zu begeistern. Nicht verwunderlich: So machte er doch seine Leidenschaft mit dem Geschichtsstudium zum Beruf, nachdem er zunächst im wirtschaftlichen Bereich studiert und gearbeitet hatte. Seit einiger Zeit bringt er nun schon zahlreichen Menschen bei Museumsführungen in Augsburg Geschichte nahe.  

Am Samstag wurden bei viel Interaktion zwischen der Gruppe und dem Dozenten und zahlreichen interessierten Nachfragen geschichtliche Details über die Haldenburg, aber auch viele Hintergründe darüber hinaus erörtert: So war es unter König Heinrich I., dass im 10. Jahrhundert sog. "Fliehburgen", wie die Haldenburg bei Schwabegg, errichtet wurden, um der Landbevölkerung einen kurzzeitigen Rückzugs- und Verteidigungsort bei Einfällen der Ungarn zu bieten. Den ungarischen Reitern sei es bei Einfällen ins Land zunächst nicht um Landnahme, sondern primär um Raubzüge gegangen - weshalb die Haldenburg nicht als dauerhafte Festung aus Stein, sondern als kurzzeitige Fliehburg mit Holzpallisaden gebaut wurde. Dies ist auch der Grund, warum heute nur noch die Erdwälle als Überreste sichtbar sind. Auch welche Bedeutung Stein als Baumaterial im 10. Jahrhundert hatte, welche neuesten Erkenntnisse es zur Lechfeldschlacht gibt und wie die Geschichte mit den Ungarn letztendlich weiterging, erläuterte Schiegg den Teilnehmenden.

Viele aus der Gruppe hatten den historischen Ort bei Schwabegg schon häufiger besucht. Dennoch resümierte eine Teilnehmerin: „Die Haldenburg mit so einer Führung zu besuchen, bringt einem die Geschichte nochmal ganz anders näher – vor allem, wenn man direkt vor Ort so genau erklärt bekommt, wie man sich das alles vorstellen muss damals.“ Sicherlich trug auch die historische Gewandung des Dozenten seinen Teil dazu bei. Dazu erklärte er unter anderem, dass das Kettenhemd die Ausrüstung der schweren Kavallerie, also der „Panzerreiter“, war und erläuterte dabei gleich auch noch die Entstehung des Rittertums.

Auch nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurde noch einige Zeit weiter diskutiert und sich ausgetauscht. „Solche Veranstaltungen kann es ruhig mehr geben!“, hieß es am Ende von Seiten der Teilnehmer. Und diese können sich freuen: Denn im kommenden Semester wird Herr Schiegg weitere Kurse anbieten, dabei werden auch noch einmal die historischen Kampfkünste unserer Vorfahren, aber auch Römer und Gladiatoren Thema sein. Daneben sind auch weitere Veranstaltungen im Bereich Geschichte von zwei Dozenten der Universität Augsburg geplant. Infos zu den Veranstaltungen sind stets auf der vhs-Website zu finden (www.vhs-augsburger-land.de) sowie dann im neuen Programmheft für das kommende Semester, dass – so Corona will – dann ab Ende Januar wieder regional ausliegen wird.

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