Region: Augsburger Land

Alle Signale stehen auf Rot

LeserReporter Peter Stöbich aus Mering
Für den Bobinger Bahnhof haben sich viele Politiker und Verbände bisher vergeblich stark gemacht. Fotos: Stöbich

Bobingen muss weiter auf Bahnhofs-Ausbau warten

Peter Stöbich
Bobingen. Ärger und Enttäuschung herrschen bei den Bobinger Kommunalpolitikern und im Rathaus. Denn trotz jahrelanger Anstrengungen, unzähliger Briefe und Gespräche sowie eines teuren Masterplans in der Schublade stehen beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs sämtliche Signale auf Rot. Das berichtete Bürgermeister Bernd Müller in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Unterstützt von Landrat Martin Sailer, hatte er in den vergangenen Monaten einen erneuten Vorstoß bei der Bahn unternommen, sich ans bayerische Innenministerium und Bundesverkehrsministerium gewandt. Von letzterem kam jetzt die Antwort, dass der Bobinger Bahnhof doch in einem guten Allgemeinzustand sei, weshalb er nicht in das neue Ausbauprogramm "Bayern-Paket" komme.
"Das grenzt schon an Zynismus", ärgerte sich Müller. Nicht nur der Bürgermeister, sondern auch der Seniorenbeirat und VdK, Abgeordnete und viele weitere Unterstützer hatten ihr Anliegen gegenüber der Bahn auch mit Unterschriftenlisten immer wieder deutlich gemacht: Die Treppen zu den Zügen seien nicht zeitgemäß für Behinderte, für Menschen mit Gehhilfen sowie für Reisende mit schwerem Gepäck, Kinderwagen oder Fahrrad.
Doch angesichts des Kompetenzwirrwarrs bei der Bahn nutzte auch eine von der Stadt veranlasste Machbarkeitsstudie nichts. Die Bahnhöfe und Haltepunkte im Regional- und S-Bahnverkehr stehen im Eigentum der DB Station & Service AG. Zuständig für den barrierefreien Ausbau der Stationen ist daher die DB. In einer Erklärung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration heißt es: "Um diesen Ausbau zu beschleunigen, stellt die Staatsregierung erhebliche Mittel zur Verfügung" - aber eben nicht für Bobingen.
Dabei hatte Ministerpräsident Horst Seehofer vor vier Jahren das Ziel vorgegeben, Bayern bis 2023 im öffentlichen Raum und im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) barrierefrei zu gestalten. Aufgrund einer 2004 mit der DB AG geschlossenen Rahmenvereinbarung und weiterer Einzelvereinbarungen wendet der Freistaat für den barrierefreien Ausbau von 14 Bahnhöfen im Zeitraum von 2004 bis 2018 rund 37 Millionen Euro auf.

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