Region: Augsburger Land

Corona, Kitas, Vandalismus – was in der Bürgerversammlung in Bobingen zur Sprache kommen sollte

von Freier Mitarbeiter Ute Blauert aus Bobingen

Aufruf der Stadt zur Mithilfe bei der Lösung des Vandalismus-Problems in Bobingen.

Wegen gestiegener Infektionszahlen wurde die Versammlung abgesagt. Bürgermeister Klaus Förster will den Austausch mit den Bürgern nicht abreißen lassen.

Auf Empfehlung des Landratsamts wurde die Bobinger Bürgerversammlung abgesagt. Voraussichtlich wird sie im Frühjahr 2021 nachgeholt. Die Bürger können ihre Anliegen trotzdem vorbringen, denn Bürgermeister Klaus Förster wird am 3. und 4. November Sprechstunden im Rathaus und in allen Ortsteilen anbieten. Förster sieht bei dieser Form des Bürgergesprächs den Vorteil, dass vor Ort eventuelle Problemstellen gleich angesehen werden können. Für Unternehmer gibt es zusätzlich eine Sprechstunde am Abend des 3. November im Rathaus. In einem Interview Ende vergangener Woche sprach Bürgermeister Klaus Förster über die Themen, die von der Stadtverwaltung bei der Versammlung vorgestellt werden sollten: „Natürlich wäre über Corona gesprochen worden“, so Förster. Es haben schon einige Eltern direkt bei ihm angerufen, um über die Corona-Maßnahmen in den Schulen zu diskutieren. „Doch in den Schulen müssen wir die Anweisungen des Landratsamt ausführen. Hier haben wir keinen Entscheidungsspielraum“, so Förster.

Noch ein Kita-Neubau

Auch bei der Versorgung mit Kita-Plätzen ist der Spielraum gering, da die Stadt gesetzlich verpflichtet ist, genug Plätze für alle Kinder anzubieten. Im letzten Jahr wurden mehrere Kitas provisorisch eingerichtet, etwa in der Alten Mädchenschule und der Singoldhalle. Mit dem neuen Erweiterungsbau am „Kinderhaus Regenbogen“ in der Greifstraße und der neuen Kita „Kleine Farm“ in Straßberg sind Kapazitäten dazu gekommen. Zusätzlich wird ab 2022 eine neue Kita an der Wertachstraße zur Verfügung stehen. Doch auch danach werden die Provisorien noch nicht ganz überflüssig sein. Deshalb wurde mit den Überlegungen zu einer weiteren siebengruppigen Kindertagesstätte begonnen. Die Stadt besitzt zwei Grundstücke, die von der Größe her in Frage kämen. Eines liegt an der Südlichen Fraunhofer Straße im Osten des Friedhofs. Eine mehrere tausend Quadratmeter große Wiese wurde hier bisher für eine Erweiterung des Friedhofs vorgehalten. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass eine Erweiterung nicht notwendig sein wird, da immer mehr Menschen eine Urnenbestattung vorziehen, für die viel weniger Platz benötigt wird. Die zweite Möglichkeit ist das ehemalige Feuerwehrgelände an der Krumbacher Straße, zwischen Wiesensteige und Rotkreuzhaus, wobei das Rote Kreuz in die Nähe der Wertachklinik verlegt werden soll. Ursprünglich war hier an eine mehrstöckige Wohnbebauung gedacht worden. Eine Untersuchung des Untergrunds hat jedoch ergeben, dass hier kein Keller gebaut werden kann und die Tragfähigkeit für mehrstöckige Gebäude nicht ausreicht. Daher bietet sich der Bau eines eingeschossigen Kindergartens an. Zunächst werden beide Standorte untersucht, dann müssen sich die Gremien für eine Möglichkeit entscheiden.

Zum Thema Hallenbad-Neubau gibt es keine neuen Informationen. Ein Raumprogramm wurde 2019 beschlossen und besitzt nach wie vor Gültigkeit, die Ausgaben sind weiterhin im Haushaltsplan enthalten. Doch soll diese große Investition zurückgestellt werden bis die Auswirkungen der Corona-Krise abschließend bewertet werden können, was voraussichtlich Ende 2021 der Fall sein wird. Das Projekt vorher weiter zu verfolgen, brächte unabsehbare Risiken mit sich. Momentan ist die Finanzlage der Stadt noch gut, doch die Möglichkeit besteht, dass bei einem Wirtschaftseinbruch im nächsten Jahr Gewerbesteuern nicht nur ausfallen, sondern sogar zurück bezahlt werden müssen, wie Förster erläuterte. Beim kommunalen Anteil an der Umsatzsteuer gibt es bereits Einbußen, für die von der Politik bis heute keine Kompensationszahlungen in Aussicht gestellt worden sind.

Großer Ärger über Sachbeschädigungen

Ein Thema, das seit Wochen für Unverständnis, Ärger und Unmut sorgt, sind die Fälle von Vandalismus vor allem im Singoldpark. „Die Täter scheinen nicht zu wissen, wie viel Arbeit, Energie und Geld, teilweise aus privaten Spenden, für die Einrichtungen, die sie zerstören, aufgewandt wurden“, so Förster. Die Stadtverwaltung hat Plakate zum Thema drucken lassen, die intern als „Ärgerplakate“ bezeichnet werden. Sie sollen im ganzen Stadtgebiet aufgehängt werden. Die Polizei ermittelt. Die Belohnung für Hinweise auf die Täter wurde auf 1000 Euro erhöht. „Bei der Vielzahl von Beschädigungen kann von einem Streich schon längst keine Rede mehr sein“, so Förster weiter. „Für solche Taten darf es keine Toleranz geben. Die Täter müssen gefasst, zu Schadenersatz herangezogen und bestraft werden.“

Der Christkindlmarkt kann in diesem Jahr nicht stattfinden. Aber Stadtverwaltung und Gewerbeverein werden Straßen und Plätzen eine weihnachtliche Stimmung verleihen. Das Kulturamt plant augenblicklich Freiluftkonzerte auf dem Rathausplatz, ähnlich den Platzkonzerten im Sommer, die sehr gut besucht wurden. Der Gewerbeverein will wieder Weihnachtsbäume mit „Wünsche-Sternen“ vor den Geschäften aufstellen. Diese Idee gefällt Förster besonders gut: „Hier werden die Wünsche von Menschen, die nicht so viel haben oder sich einsam fühlen, auf Papiersterne geschrieben und an die Bäume gehängt. Jeder kann die Wünsche lesen und sich überlegen, welchen Wunsch er vielleicht gerne erfüllen würde. Oft sind es Wünsche, die nur ein bisschen Zeit kosten, was heutzutage ein besonders wertvolles Gut ist. Manche wünschen sich eine Fahrt in den Zoo oder gemeinsames Singen. Mit Letzterem hätte ich selbst sicher niemandem einen Gefallen getan. Ich habe mir im letzten Jahr den Wunsch, zu einer Schapfkopfrunde ins Altenheim zu kommen, ausgesucht. Leider ist es wegen Corona noch nicht dazu gekommen. Aber der Wunsch soll auf jeden Fall erfüllt werden.“

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X