Region: Augsburger Land

Politiker mit Corona angesteckt: Wer sich jetzt beim Gesundheitsamt melden soll

Im Landkreis Augsburg hat sich eine weitere Person mit dem Coronavirus infiziert. Wie Landrat Martin Sailer (Mitte) und Marc Schlachter (rechts) vom Gesundheitsamt auf einer Pressekonferenz erklärten, handelt es sich um Werner Halank, Bürgermeisterkandidat aus Bonstetten.

Lokalpolitiker Werner Halank ist der dritte Corona-Fall im Landkreis Augsburg. Auf einer Pressekonferenz erklärte das Landratsamt auch, in welchen Fällen sich Kontaktpersonen nun melden sollen.

Werner Halank, der für die Freien Wähler in Bonstetten als Bürgermeister kandidiert, hat sich mit dem Corona-Virus angesteckt. Das erklärte Landrat Martin Sailer am Freitag auf einer Pressekonferenz. Halank habe im Zuge des Wahlkampfes unzählige direkte Kontakte mit potentiellen Wählern gehabt.

Der Kommunalpolitiker war in Norditalien im Urlaub. Seine Frau sei positiv getestet worden, daher erfolgte auch ein Test bei Halank.

Bei der Ehefrau des Politikers handelt es sich um die Corona-Patientin, die als zweiter Fall im Landkreis Augsburg am Mittwoch vermeldet wurde. Werner Halank selbst sei allerdings symptomfrei, hieß es auf der Pressekonferenz. Während die Eltern positiv getestet wurden, sei das Testergebnis bei den Kindern der beiden negativ. Die Familie hat drei Kinder, wovon eines nicht mehr im Haushalt lebt. Die Frau sei weiterhin in der Uniklink. Für die Schulen der Kinder bestehe, laut Gesundheitsamt, kein Handlungsbedarf.

Halank hat dem Gesundheitsamt bereits eine Liste mit Namen von Personen übergeben, mit denen er regelmäßig in Kontakt steht. Das Landratsamt bittet Menschen, die engeren Kontakt zu dem Freien-Wähler-Bürgermeisterkandidaten hatten, sich zu melden.

Zahlreiche Kontakte

Das Staatliche Gesundheitsamt habe sofort nach Eintreffen des positiven Testergebnisses des Bürgermeisterkandidaten erste Schritte eingeleitet, betonte Sailer. Bei den Ermittlungen habe man festgestellt, dass der Betroffene zahlreiche Kontakte zu Menschen im Landkreis Augsburg und darüber hinaus hatte. Um festzustellen, ob die Betroffenen zur Risikogruppe der sogenannten Kontaktpersonen gehören, müssen nun all diejenigen ausfindig gemacht und befragt werden, die ab dem 29. Februar einen nicht nur flüchtigen Kontakt mit Werner Halank hatten (genauere Definition zu Kontaktpersonen Kategorie I und II siehe unten).

Landrat Martin Sailer habe noch am Donnerstagabend mit Halank telefonisch Kontakt aufgenommen und diesem seine Unterstützung und die Unterstützung des Landratsamtes zugesichert. In diesem Gespräch erklärte sich Halank freiwillig dazu bereit, dass seine persönlichen Daten der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden dürfen.

An folgenden Orten war der Politiker

Das Landratsamt hat ein klares Procedere vorbereitet, um Kontaktpersonen zu ermitteln, Details abzufragen, zu kategorisieren und bei Bedarf zu testen.

Bei folgenden Orten konnten nicht alle Kontaktpersonen identifiziert werden:

Samstag, 29. Februar, Brechtbühne Augsburg, Werner Halank saß auf Platz 8, Reihe 10.

Sonntag, 1. März, Freie Wähle Treffen, Sportheim Bonstetten,

Montag, 2. März, Sportheim Bonstetten, Wahlkampfaktion Äpfel verteilen,

Dienstag, 3. März, Kindergarten Bonstetten, Wahlkampfaktion Äpfel verteilen,

Dienstag, 3. März, Jahreshauptversammlung JFG Holzwinkel.

Wer sich an den genannten Orten aufgehalten hat und Kontakt zu Halank hatte, wird gebeten, den „Fragebogen für potenzielle Kontaktpersonen von mit dem Coronavirus infizierten Personen“ auf der Homepage des Landkreises Augsburg unter www.landkreis-augsburg.de/corona auszufüllen und per E-Mail an corona[at]LRA-a.bayern[dot]de zu schicken.

Wer keine Möglichkeit hat, den Fragebogen online auszufüllen und zu verschicken, kann sich bei der Corona-Hotline des Landratsamtes unter Telefon 0821/3102-3999 melden. Dort werden die Details der Begegnung erfasst und entsprechend sortiert. Alle Anrufer erhalten schnellstmöglich eine Rückmeldung, ob und wenn ja, welche Maßnahmen sie zu ergreifen haben. Idealerweise halte man sich bis zum Rückruf zuhause auf. Betroffene Personen haben täglich zwischen 8 und 20 Uhr die Möglichkeit, sich bei der Hotline zu melden. Das Landratsamt Augsburg bittet ausdrücklich darum, bei Fragen zum Thema „Corona“ ausschließlich die eingerichtete Hotline anzurufen und keine anderen Telefonnummern des Staatlichen Gesundheitsamtes im Landratsamt Augsburg.

Landrat Martin Sailer kündigte an, dass wegen des Corona-Virus, der Verbreitungs- und Ansteckungsmöglichkeit, er aus Vorsichtsgründen nicht mehr im Wahlkampf unterwegs sein werde. Er rufe andere Politiker auf, ebenfalls keine Wahlkampfveranstaltungen mehr durzuführen und zu besuchen.

Diagnosestelle für Infektionsfälle

Die Stadt Augsburg und die Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg arbeiten zudem zusammen und haben eine gemeinsame Diagnosestelle eingerichtet. Kontaktpersonen bestätigter Coronavirus-Fälle, die in den Landkreisen und der Stadt auftreten, sollen sich ausschließlich auf Anweisung der Gesundheitsämter auf den Erreger testen lassen in Augsburg/Haunstetten, auf dem neuen und noch nicht in Betrieb genommenen Wertstoff- und Servicepunkt, Unterer Talweg, des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetriebs der Stadt Augsburg. Das Gelände ist nur den Mitarbeitern des Gesundheitsamts sowie den benachrichtigten Kontaktpersonen der Kategorie I zugänglich. (leo/pm)

Info:

Definition Kontaktpersonen Kategorie 1 und 2

Kontaktpersonen der Kategorie I mit engem Kontakt ("höheres" Infektionsrisiko):

- Personen mit mindestens 15-minütigem Gesichtskontakt ("face-to-face"), z. B. im Rahmen eines Gesprächs.

Dazu gehören Personen aus Lebensgemeinschaften im selben Haushalt.

- Personen mit direktem Kontakt zu Sekreten oder Körperflüssigkeiten, insbesondere zu respiratorischen Sekreten eines bestätigten COVID-19-Falls, wie Küssen, Kontakt zu Erbrochenem, Mund-zu-Mund Beatmung, Anhusten, Anniesen ...

- Medizinisches Personal mit Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall im Rahmen von Pflege oder medizinischer Untersuchung (mit Abstand von zwei Metern oder weniger), ohne verwendete Schutzausrüstung.

Kontaktpersonen der Kategorie II ("geringeres" Infektionsrisiko):

- Personen, die sich im selben Raum wie ein bestätigter COVID-19-Fall aufhielten wie Klassenzimmer, Arbeitsplatz, jedoch keinen mindestens 15-minütigem Gesichtskontakt ("face-to-face") mit dem COVID-19-Fall hatten.

- Familienmitglieder, die keinen mindestens 15-minütigen Gesichts- oder auch Sprachkontakt hatten.

- Medizinisches Personal, welches sich ohne Verwendung adäquater Schutzbekleidung im selben Raum wie der bestätigte COVID-19-Fall aufhielt, aber eine Distanz von zwei Metern nie unterschritten wurde. (Quelle: Robert Koch Institut)

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