Region: Augsburger Land

100 Jugendliche feiern am Diedorfer Streethockeyplatz – Ausschreitungen gegen Polizei

Am Freitagabend trafen sich etwa 100 junge Menschen am Diedorfer Streethockeyplatz. Die Polizei war mit sieben Streifen im Einsatz.

Etwa 100 junge Menschen haben am Freitagabend auf dem Diedorfer Streethockeyplatz und in dessen Umfeld lautstark gefeiert. Wie die Polizei am Dienstag mitteilt, habe eine Streife der Polizei Zusmarshausen für Ruhe sorgen wollen, musste aber weitere Kräfte aus Augsburg anfordern. Die Polizisten wurden beschimpft, Flaschen wurden geworfen.

Wie die Polizei berichtet, fanden sich im Laufe des Freitagabends ab 20 Uhr in dem Bereich zwischen Hauptstraße, Mahdweg und Bahnhofstraße bis zu 100 junge Leute im Alter zwischen 15 und 25 Jahren ein. Zunächst gingen mehrere Beschwerden über Ruhestörung von Anwohnern ein. Eine Streife der Polizei Zusmarshausen versuchte, für Ruhe zu sorgen, musste jedoch weitere Kräfte aus Augsburg anfordern. Unter Leitung des Außendienstleiters des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord befanden sich mit den Kräften von der Einsatzhundertschaft Schwaben-Nord und Diensthundeführer insgesamt sieben Streifen im Einsatz.

"Aggressive Grundstimmung"

"Es herrschte eine aggressive Grundstimmung vor", berichtet die Polizei. Aus der Menge heraus seien die anwesenden Polizeibeamten mit Rufen wie „ACAB und Scheißbullen“ beleidigt worden. Auch wurden laut Polizei vereinzelt Flaschen aus größerer Entfernung geworfen, allerdings nicht zielgerichtet auf die Einsatzkräfte. Um 21.30 Uhr musste die Polizei zwei Besatzungen von Rettungswagen bei ihrer Arbeit absichern, die alkoholisierte Jugendliche medizinisch versorgten. Nach einer Körperverletzung um 22.35 Uhr und nachdem Gespräche nicht gewirkt hatten, entschloss sich die Polizei, den Platz zu räumen und Platzverweise anzuordnen.

Die jungen Leute kamen den polizeilichen Weisungen nach, ein Großteil flüchtete in unterschiedliche Richtungen, als sich die Polizeikräfte näherten. Eine 15-jährige Schülerin aus dem Raum Augsburg habe sich den Polizeibeamten im Abstand von 20 Metern entgegen gestellt und ihnen beide Mittelfinger gezeigt. Sie schrie den Beamten laut deren Angaben mehrfach die Worte „ACAB, Drecksbullen und Arschlöcher“ zu. Nach einem kurzen Fluchtversuch konnten die Polizisten sie festnehmen, um ihre Identität festzustellen und um sie anzuzeigen.

Ein Großteil benutzte den Zug

"Ein Großteil der Personen benutzte den Zug nach Augsburg. Offensichtlich hatte sich ein größerer Prozentsatz an Szenenangehörigen von den Augsburger Stadtteilen, respektive aus dem Sheridan- und Reesegelände, auf den Weg zur Diedorfer ,Party' gemacht", heißt es weiter in dem Polizeibericht.

„Die Ausschreitungen werden als gesellschaftliches Phänomen der Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften jeglicher Richtung mit großer Sorge verfolgt", sagt Raimund Pauli, Leiter der Polizeiinspektion Zusmarshausen. Die Polizei werde darauf unter anderem mit einer erhöhten Streifenpräsenz reagieren. Mit der Gemeinde Diedorf als Sicherheitsbehörde werde der Entwicklung entschieden entgegengewirkt. Klare Verhaltensvorgaben auf dem Verordnungswege als Orientierungshilfe seien in diesem Zusammenhang mehrfach empfohlen worden. (pm)

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