Region: Augsburger Land

Alte Post in Biburg soll abgerissen und neu aufgebaut werden

Freie Mitarbeiterin Jutta Kaiser aus Neusäß
Nach dem Abriss der ehemaligen Alten Post in Biburg soll nun in einem Neubau in gleichem Stil des alten Gebäudes zeitgemäßes Wohnen in 17 Eigentumswohnungen angeboten werden.

Mehrmals waren Sanierungsmaßnahmen geplant, die nicht umgesetzt wurden.

Lange stand die ehemalige Wirtschaft Alte Post in Biburg leer bis 2017 ein Immobilienunternehmen aus Augsburg das Anwesen übernahm. Zunächst kam auch Bewegung in die Sache. Das Gebäude wurde eingerüstet, so dass mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten jederzeit gerechnet werden konnte. Geplant war zunächst ein Boardinghouse, das vielfältig genutzt werden sollte. Passiert ist allerdings nichts. „Zwischenzeitlich wurden mehrmals Sanierungsmaßnahmen geplant“, erklärt der Diedorfer Bürgermeister Peter Högg.

Jetzt gibt es eine neue Wendung: Aktuell stellte der Bauherr bei der Großgemeinde einen Veränderungsantrag, eine sogenannte Tektur, auf Komplettabriss und einen Neubau mit 17 Wohnungen. Doch der Diedorfer Bauausschuss steht auf dem Standpunkt, dass der erfolgte Antrag keine Veränderung des bereits gestellten Bauantrags, sondern einen völlig neuen Bauantrag darstellt, womit auch die zwischenzeitlich neu aufgestellte Stellplatzsatzung Diedorfs in Kraft tritt. Sollte allerdings lediglich eine Veränderung des Plans vorliegen, würde noch die zum damaligen Zeitpunkt geltende Stellplatzsatzung in Kraft sein und die geplanten Stellplätze vor dem Gebäude würden ausreichen, obwohl, wie Högg erklärt, schon damals die Marktgemeinde mit der Anzahl der vorhandenen Stellplätze nicht einverstanden gewesen war. Die neue Stellplatzsatzung schreibt jedoch zwei Stellplätze pro Wohneinheit vor. „Die geforderte Anzahl an Stellplätzen konnte vor dem Gebäude in Biburg bislang nicht nachgewiesen werden, inzwischen reicht die Anzahl in keinster Weise mehr aus“, so Högg.

Der Investor möchte dort nun mit Duplex-Garagenanlagen arbeiten, bei welchen auf einem Stellplatz jeweils zwei Autos übereinander untergebracht werden können, die dann per Aufzug nach oben und unten transportiert werden. Aber auch hier sieht der Bürgermeister keine echte Lösung. Einzige Lösung dürfte nach Ansicht der Marktgemeinde somit sein: weniger Wohnungen – weniger Stellplätze.

Die Marktgemeinde will dem Projekt so wie geplant jedenfalls nicht zustimmen und übergibt die Entscheidung an das Landratsamt. Dieses hatte bereits vorangehende Pläne zur Sanierung erlaubt, welche von der Marktgemeinde abgelehnt worden waren. Ein Vorgehen, das nun wieder passieren könnte. Bereits die vorherigen Pläne des Investors, die ehemalige Gaststätte in ein Boardinghouse umzuwandeln, hatten die Bewohner des Diedorfer Ortsteils nur mit wenig Begeisterung aufgenommen.

Die „Alte Post“ wurde, nachdem das vorherige Gebäude abgebrannt war, im Jahr 1924 erbaut. Seit etwa 30 Jahren besteht die Gaststätte aber nicht mehr und das Haus stand leer und verfiel. 2014 sollte das Gebäude der „Alten Post“ sogar auf eine Anordnung des Landratsamts abgerissen werden, da es als einsturzgefährdet angesehen wurde. Doch es wurde nachgewiesen, dass das Haus standsicher ist.

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