Region: Augsburger Land

Blick in den Nachthimmel: Ein Besuch in der Sternwarte Diedorf

Was gibt es am Himmel im Sommer zu entdecken? Mitte August lässt sich Saturn gegen 22 Uhr im Südosten ausmachen.

Die Astronomische Vereinigung Augsburg lädt jeden Freitag nach Diedorf ein, den aktuellen Sternenhimmel zu betrachten.

Die Volkssternwarte Diedorf und das Planetarium finden sich im obersten Stockwerk der Grund- und Mittelschule Diedorf. Vom Empfangsraum geht es in das Planetarium, an dessen Kuppel die Sterne, etwa 2000 Leuchtdioden, befestigt sind. Stofftier-Planeten als Anschauungsmaterial für Kinder, Venus als einzige Frau mit langen Wimpern oder der schnelle Merkur mit Flügeln an den Turnschuhen, warten dort genau wie Modelle der Sonne und Planeten unseres Sonnensystems.

Planeten, Monde, Sterne

Auf der Beobachtungsplattform, zu der eine Treppe führt, stehen Teleskope wie das selbstgebaute Newton-Spiegelteleskop, aber auch ein Fernglas. „Wenn schönes Wetter ist, dann geht man hier rauf“, sagt erste Vorsitzende Christine Zerbe. Ist die Nacht dunkel und sternenklar, zeigen die Vereinsmitglieder der Astronomischen Vereinigung Augsburg, was es am aktuellen Sternenhimmel zu erspähen gibt. Wo ist der Mond und warum sieht man diese Mondphase? Wie findet man den Polarstern? Welche Planeten sind zu sehen?

Anfang Juli gehen laut Zerbe die Planeten Saturn und Jupiter erst spät auf. Doch schon Mitte August lässt sich Saturn gegen 22 Uhr im Südosten mit dem Teleskop ausmachen. Etwas später folgt Jupiter im Osten. Die großen Monde Jupiters könne man schon im Fernglas sehen, so Zerbe. Was spannend sei, weil die Monde den Planeten umrunden.

Sternbild Skorpion am Himmel

Mit bloßem Auge erkennbar ist der Stern Albireo im Sternbild Schwan Anfang Juli. Eigentlich zwei eng nebeneinander stehende Sterne, erläutert Zerbe. „Der Schwan fliegt Richtung Süden.“ Im Sternbild Leier daneben strahlt der Stern Wega sehr hell, wie der Stern Arktur im Sternbild Bärenhüter und Altair im Adler. Im Schwan findet sich auch der „Nordamerika Nebel“, große Gaswolken in Form von Nordamerika. „In manchen von ihnen entstehen neue Sterne“, erklärt Zerbe. Ein Sommer-Sternbild ist laut Zerbe der Skorpion. Er krabbelt tief am Himmel, so dass man den Schwanz in Deutschland nicht mehr sehen kann. Im Skorpion leuchtet der Stern Antares rötlich. Auffällig sind weiter der rötlich leuchtende „Lagunennebel“, in dem sich innen ein Sternhaufen befindet, oder der „Kleiderbügelhaufen“. Der „Hantelnebel“ in Form einer Hantel dagegen ist ein erlöschender Stern. „Im Teleskop sieht er nicht so spektakulär aus“, sagt Zerbe, auf Fotos schon.

200 Mitglieder im Verein

Jeder könne freitags ab 20 Uhr ohne Anmeldung vorbeikommen, erklärt Zerbe. Etwa 200 Mitglieder zählt der Verein. Zwischen 30 und 40 aktive Mitglieder machen Fotos, betreuen die zwei Jugendgruppen, halten Vorträge und bringen ehrenamtlich Kindern, Frauen und Männern nahe, was es da am Himmel gibt. So sind eine Sonnenbeobachtung und ein Nachmittag speziell für Kinder geplant.

Die Sternwarte Diedorf, Pestalozzistraße 17a, öffnet jeden Freitag ab 20 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Ausführliche Informationen und Termine finden sich im Internet auf www.sternwarte-diedorf.de. (nh)

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