Region: Dillingen|Wertingen

Äpfel und Birnen im Landkreis Dillingen: Sortenerhaltungsgarten im Zuge des LEADER-Projekts

Beim Kreisobstlehrgarten entstand ein Sortenerhaltungsgarten. Davon überzeugten sich von links: Franz Endres, Benedikt und Manfred Herian, Ottmar Penkert, Bürgermeister Gerrit Maneth und Landrat Leo Schrell.

Regionaltypische Obstsorten könnten aussterben.

Der Landkreis Dillingen setzt im Rahmen eines LEADER-Projekts einen Sortenerhaltungsgarten um. In dem zweijährigen Projekt wurden zunächst von Mitte 2013 bis Mitte 2015 in den Landkreisen Dillingen und Günzburg sowie im westlichen Landkreis Augsburg und in einzelnen angrenzenden Gemeinden der Landkreise Heidenheim und Alb-Donau-Kreis Apfel- und Birnensorten kartiert und anhand der Kriterien Häufigkeit, Verbreitung und Gefährdung charakterisiert. Dabei wurden im Landkreis Dillingen 3142 Sorten erfasst und 261 Apfelsorten und 96 Birnensorten als typisch für die Region eingestuft. Die regionaltypischen Sorten der Projektregion sind unabhängig von ihrem Gefährdungsgrad erhaltenswert, da sie in der Regel sehr gut an die dortigen Standortverhältnisse angepasst sind. „Sie gehören zum kulturellen Erbe einer Region“, betont Landrat Leo Schrell. Auf den unbekannten und gefährdeten Sorten liegt deshalb ein besonderes Augenmerk. Diese Äpfel und Birnen sind bisher nicht in Sammlungen gesichert und drohen daher, ganz auszusterben.

Um dies zu verhindern, wurde ein weiteres LEADER-Projekt für den Zeitraum 2020 bis 2022 gestartet. Dazu erfolgte der Aufbau einer zentralen Erhaltungssammlung auf schwachwüchsigen, niederstämmigen Unterlagen an der Versuchsstation für Obstbau der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Schlachters bei Lindau für circa 200 regionaltypische Apfel- und Birnensorten. Parallel zu dieser Erhaltungssammlung entstehen in den am Projekt beteiligten Landkreisen eigene Sortensammlungen, die zur weiteren Verbreitung der Sorten in den Regionen beitragen sollen. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts, das vom Landkreis Dillingen, der Stadt Höchstädt und dem Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege getragen wird, entsteht deshalb in den nächsten Jahren die erste Streuobstwiese mit den ermittelten, regionaltypischen Sorten. Zum Auftakt wurden jetzt die ersten 75 Sorten gepflanzt. Insgesamt finden im Sortenerhaltungsgarten in unmittelbarer Nähe zum Kreisobstlehrgarten 150 Bäume eine neue Heimat. Die zur Verfügung stehende zweieinhalb Hektar große Fläche ist eine Ausgleichsfläche der Stadt Höchstädt. (pm)

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