Region: Dillingen|Wertingen

Impfkampagne in Dillingen: Landrat Leo Schrell fordert mehr Impfstoff für die Impfzentren

Rund 700 Menschen könnten pro Tag im Impfzentrum des Dillinger Landkreises geimpft werden. (Symbolbild)

Im Landkreis Dillingen mangelt es noch immer an Impfstoff gegen das Corona-Virus: Die Kapazitäten des örtlichen Impfzentrums werden nicht ausgeschöpft. Landrat Leo Schrell fordert nun mehr Flexibilität bei der Verteilung der Impfdosen.

Rund 19 500 Erstimpfungen haben die stationären und mobilen Impfteams des Impfzentrums in Wertingen seit Beginn der Impfkampagne am 26. Dezember vorgenommen. Bereits zum 1. März wurde die Kapazität des Impfzentrums auf 700 Impfungen pro Tag ausgebaut. Seinerzeit wurde für spätestens Ende März deutlich mehr Impfstoff in Aussicht gestellt. Darauf wollte der Landkreis vorbereitet sein, wie das Dillinger Landratsamt in einem Pressebericht mitteilt.

Landrat Leo Schrell zeigt sich deshalb massiv enttäuscht darüber, dass unverändert zu wenig Impfstoff in der Region ankomme und das Impfzentrum deshalb seine Kapazität bei weitem nicht ausschöpfen könne. Für die siebzehnte Kalenderwoche sei Impfstoff im Umfang von 1428 Impfungen mit BioNTech und 700 Impfungen mit Moderna zugesagt. „Das ist weniger als in der Woche zuvor“, so Schrell.

Er will deshalb die Arbeitstagung der schwäbischen Landräte am Dienstag, 27. April, nutzen, um gegenüber der Bayerischen Staatsregierung zu fordern, die Impfstoffverteilung flexibler zu handhaben. Schrell betont hierbei, dass die Realität in den Arztpraxen berücksichtigt werden müsse. Denn am Wochenende gab das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung bekannt, dass die Impfzentren etwa ab Anfang Juni grundsätzlich keine Erstimpfungen mehr vornehmen sollten, damit die Umschichtung des Impfstoffs in die Praxen sicher gelingt. Diesen Ansatz lehne Schrell eindeutig ab und bezeichnet die Forderung als „realitätsfern“.

In der Telefonschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder am 19. März wurde festgelegt, dass die Impfzentren in der 17. Kalenderwoche bundesweit insgesamt 2,25 Millionen Impfdosen erhalten sollten. Demgegenüber sollten die Arztpraxen deutlich mehr, nämlich 3,17 Millionen Impfdosen erhalten. „Die Realität sieht zumindest im Landkreis Dillingen allerdings anders aus“, betont Landrat Leo Schrell. Im Landkreis Dillingen hat eine Umfrage des koordinierenden Arztes Alexander Zaune bei den niedergelassenen Haus- und Fachärzten eine realistische Kapazität von 1100 Impfungen pro Woche ergeben. Dies sei unter anderem auch dem Umstand geschuldet, dass die Hausarztdichte im Vergleich zu anderen Regionen im Kreis Dillingen geringer ist und momentan zwei Hausarztsitze nicht besetzt sind.

Zaune unterstützt deshalb die Forderung von Schrell, den Impfstoff zunächst nach dem Bevölkerungsanteil auf die Landkreise und kreisfreien Städte zu verteilen und den Impfstoff, den die Arztpraxen mangels räumlicher und personeller Kapazitäten nicht abrufen und verimpfen können, dem Impfzentrum zur Verfügung zu stellen.

„Dann könnten wir in einer effektiven und effizienten Partnerschaft den Impfturbo im Landkreis endlich zünden und den Menschen, die auf eine Impfung warten, wesentlich früher ein Angebot machen“, erklären Schrell und Zaune unisono. So sind im Landkreis Dillingen derzeit rund 10 000 Menschen der Priorisierungsgruppe drei registriert. Bereits seit vergangener Woche werden im Impfzentrum regelhaft Personen dieser Priorisierungsstufe geimpft. (pm)

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