Region: Donauwörth|Nördlingen

Aktenzeichen XY: Kripo Dillingen fahndet im Mordfall Simone Langer nach vier Männern aus Oberfranken

Im Zuge der Ermittlungen sucht die Kripo Dillingen nach Hinweisen zu einem braunen Kleinbus mit dem damaligen Kennzeichen KC-AW 17.

Die 15-jährige Simone Langer aus Donauwörth wurde 1983 getötet. Die Kripo Dillingen rollt den Mordfall derzeit neu auf. Am Mittwoch war der "Cold Case" Teil der Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst". Die Ermittler suchen Hinweise zu einem Kleinbus und einem Quartett aus Kronach in Oberfranken.

Die Kripo Dillingen verfolgt in ihren Ermittlungen die Spur eines braunen VW Bus oder ähnlichen Kastenwagens mit dem damaligen Kennzeichen KC-AW 17, der sich zur fraglichen Zeit im Raum Donauwörth aufgehalten hatte. Unmittelbar nach Ausstrahlung des Beitrags bei "Aktenzeichen XY ungelöst" hätten sich bis nach Mitternacht bereits 27 Zeugen gemeldet, die Hinweise zu den in der ZDF-Sendung gestellten Fragen gaben. So berichtet das Polizeipräsidium Schwaben-Nord am Tag danach. "Die eingegangenen Hinweise werden nun mit Sorgfalt ausgewertet", erklärt das Präsidium. Ob sich unter der Vielzahl auch tatsächlich weiterführende und für die konkreten Ermittlungen relevante Erkenntnisse befinden, würden die nächsten Wochen ergeben. Auch zu den Örtlichkeiten Kronach und Allersberg haben sich Anrufer geäußert, eine Bewertung dieser Hinweise stehe noch aus.

Bei Allersberg war die Leiche der 15-Jährigen, rund zwei Monate nach ihrem Verschwinden, entdeckt worden. In der Nacht auf den 29. Juli 1983 hatte sich die Schülerin von einem Klassenkameraden in Wörnitzstein auf den sechs Kilometer langen Nachhauseweg nach Donauwörth begeben. Kurz vor dem Donauwörther Ortsschild wurde noch am Vormittag des 29. Juli ihr Fahrrad gefunden, von dem Mädchen selbst fehlte aber jede Spur. Ein Pilzsammler fand schließlich zwei Monate später den Leichnam von Simone Langer in einem Waldstück der mittelfränkischen Gemeinde Allersberg nahe der A9.

Vier Männer aus Oberfranken gesucht

Die Kripo fahndet nun vor allem nach vier damals jungen Männern aus Oberfranken, die inzwischen um die 60 Jahre alt sein müssten. Sie waren womöglich mit dem Kleinbus unterwegs, der am mutmaßlichen Tatort gesehen wurde.

Das Quartett stammte wohl aus dem Kreis Kronach und war nach Erkenntnissen der Kripo in einem Kastenwagen, der eine Art Wohnmobil war, in Richtung Bodensee in den Urlaub unterwegs. Ein technisches Problem am Fahrzeug bremste die Männer jedoch aus. Zwischen 22 und 23 Uhr, in der Nacht als Simone Langer verschwand, betraten die Männer eine Kfz-Werkstatt im Stadtteil Berg. Der Besitzer, der auch Taxifahrer war, erlaubte den Urlaubern, ihren Kleinbus in dem Betrieb zu reparieren. Er selbst ging dann seiner Arbeit als Taxifahrer nach. Ein paar Stunden später kehrte der Werkstattbesitzer zurück. Die Gruppe hatte die Panne inzwischen behoben, bezahlte und fuhr weiter.

Kleinbus am Tatort gesichtet

Um etwa 0.45 Uhr hörte ein Anwohner des mutmaßlichen Tatorts Hilfeschreie und schaute aus dem Fenster. Er erblickte einen Kleinbus, genau an der Stelle, an der später das Fahrrad gefunden wurde. Handelte es sich bei dem Kleinbus am Straßenrand um dasselbe Fahrzeug, das die vier Oberfranken benutzten? Oder gibt es einen zweiten Bus? Das Kennzeichen KC-AW17 sei zwischenzeitlich im Übrigen neu vergeben worden, betont die Polizei. Der neue Halter beziehungsweise das neue Fahrzeug stünden in keinem Zusammenhang mit der Tat.

Auch am Donnerstagvormittag seien telefonisch weitere Hinweise bei der Kripo eingegangen. Die eingerichtete Hinweis-Rufnummer 09071/56-442 bleibe daher bis einschließlich Freitag für sachdienliche Hinweise geschalten, so die Polizei. (jaf)

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