Region: Donauwörth|Nördlingen

Nachwuchs für die Maler und Lackierer

LeserReporter Brigitte Bunk aus Wertingen
Die Maler und Lackierer suchen Nachwuchs. Deshalb stellte Patrick Jilge (links) die Initiative "Deine Zukunft ist bunt" vor. Innungs-Obermeister Werner Rauch (Mitte) und Christoph Schweyer (Geschäftsführer Kreishandwerkerschaft) freuen sich über die Unterstützung.

Die Lage ist gut auf dem Markt. „Deshalb ist nicht die Zeit zu konkurrieren“, fasste Werner Rauch die Situation zusammen. Wichtig sei, schon in der Basis lösungsorientiert zusammenzuarbeiten, um bis hinauf zu den europäischen Verbänden eine Stimme zu haben, meinte der Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Nordschwaben: „Sonst werden irgendwann Beschlüsse gefasst, über die kein Praktiker mehr schaut und die von uns nicht mehr umgesetzt werden können.“ Ein weiteres gemeinsames Anliegen der Mitglieder, die sich in der Gaststätte Maikäfer im Bissinger Ortsteil Buggenhofen zur Innungsversammlung getroffen hatten: Auszubildende finden. Denn, wie der Obermeister betonte: „Nur durch die Ausbildung können wir langfristig qualitativ hochwertige Malerarbeiten garantieren.“ Zur Unterstützung hat sich die nordschwäbische Innung einen Partner ins Boot geholt. Patrick Jilge stellte die Nachwuchsinitiative der Firma Brillux „Deine Zukunft ist bunt“ vor, die den Betrieben zahlreiche, teils kostenlose Materialien und auch Mitarbeiter zur Verfügung stellt, um junge Leute vor Ort, in der Schule oder online anzusprechen. Dazu gehört die entsprechende Homepage und beispielsweise eine Spiel-App namens „Buntes Battle“, erklärte Jilge: „Hier wird den Jugendlichen das Malerhandwerk spielerisch nahegebracht.“ Außerdem hilft die Initiative, den Nachwuchs während der Zeit der Ausbildung zu schulen, mit praktischen, aber auch digitalen Trainings sowie einer Nachhilfeapp, nicht nur für fachspezifische Kenntnisse. Zusätzlich stellte der Gebietsverkaufsleiter Weiterbildungsmöglichkeiten vor, die guten Mitarbeitern als Belohnung ermöglicht werden können. Dazu gehören, wie bei den Auszubildenden, Seminare am Firmenstandort Münster, wo sie verschiedenste Farben mit den unterschiedlichsten Techniken verarbeiten und praktische Tipps erhalten. Noch dazu können sie sich mit Berufskollegen austauschen und Kontakte knüpfen. Das Ziel sei, dass die Fachkräfte beim Handwerk bleiben und nicht in die Industrie abwandern.

Meistertitel entspricht dem Bachelor

Die Malermeister tauschten sich bei der Innungsversammlung auch über Schnupperpraktika von Schülern aus. Hier betreiben sie viel Aufwand, um den jungen Leuten den Beruf schmackhaft zu machen. Werner Rauch meinte, dass er auf diesem Weg durchaus schon Auszubildende gefunden habe. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn mehr Jugendliche tatsächlich Interesse an einem handwerklichen Beruf zeigen würden. Doch nur wer auf sich aufmerksam mache, sei im Gedächtnis der jungen Leute und der Eltern präsent. Bereits in der dritten Klasse der Grundschule seien Besuche in der Grundschule sinnvoll, bevor sich entscheidet, welche Schullaufbahn die Kinder einschlagen. „Heutzutage ist das Schulsystem so durchlässig, da kann jeder studieren, auch wenn er oder sie erst die Mittelschule besucht“, betonte der Malermeister. Nach dem Erlernen einen Handwerkberufs seien ebenfalls zahlreiche Fortbildungen möglich, bis zum Erwerb des Meisterbriefs, der dem Bachelor gleichgestellt ist. Und gute Handwerker sind gefragt. Christoph Schweyer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordschwaben ergänzte: „Auch die Politiker müssen darauf schauen, dass das weltweit einmalige duale Ausbildungssystem gestärkt wird. Es ist nicht sinnvoll, dass alle studieren.“ 

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