Region: Augsburger Land

Silbernes Büchereisiegel für die Ellgauer Pfarrbücherei: Jahresbericht beim Treffen der Büchereiverantwortlichen

Marianne Wagner bringt mit ihren Söhnen Elias (rechts) und Lukas gelesene Bücher zurück. Ihr bestelltes Lesematerial bekommt sie von Elisabeth Wagner-Engert (links), der Leiterin der Ellgauer Pfarrbücherei, ausgehändigt.

Eine Autorenlesung auf dem Sportplatz, Investitionen in neue Medienangebote und ein Bücher-Bring-Service: Die Ellgauer Pfarrbücherei hat sich auch während der Pandemie für eine lebendige Gemeinde eingesetzt. Nun soll der Etat für die Bücherei erhöht werden.

Elisabeth Wagner-Engert, die Leiterin der Katholischen Pfarrbücherei in Ellgau, lud zum Jahrestreffen ein – coronabedingt dieses Mal per Videokonferenz.

Mit dabei waren Pfarrer Norman D´Souza, Leiter der Pfarreiengemeinschaft Nordendorf-Westendorf, Bürgermeisterin Christine Gumpp, Gemeinderätin Christine Baumgartner, Kirchenpfleger Martin Koch und die Mitarbeiterinnen aus dem Büchereiteam. Die Leiterin ist stolz, dass trotz elfwöchiger Schließung im vergangenen Jahr die Ausleihzahlen stiegen. Sie berichtete über 47 Neuanmeldungen; insgesamt verzeichne die Katholischen Pfarrbücherei in Ellgau 218 Leser: Das mache insgesamt 18 Prozent der Einwohner aus. Bayernweit sind es im Vergleich lediglich 11,6 Prozent.

Gegen Ende des Jahres überreichte der St. Michaelsbund der Ellgauer Bücherei das Büchereisiegel in Silber. Maßgebend hierfür sind 15 Kriterien, von denen mindestens zwölf erfüllt sein müssen: So muss die Bücherei beispielsweise zweimal in der Woche geöffnet sein, mindestens 1000 Euro Mindestetat verzeichnen und diverse Veranstaltungsangebote aufweisen.

In ihrer Präsentation verwies die Moderatorin auch auf Spenden, mit denen eine Büchereiflagge, die auf die Öffnungszeit verweist, Jugendbücher und Tonies – Hörfiguren, die Hörerlebnisse fassbar machen – erstanden wurden. Das mache einen Besuch der Katholischen Pfarrbücherei Ellgau besonders spannend, wenn wieder geöffnet werden darf. Das ehrenamtliche Team besteht aus sieben engagierten Mitarbeiterinnen, die gerne beratend zur Seite stehen.

Gemeinde und Kirche kündigten bei diesem Jahrestreffen an, dass sie ihren Etat für die Bücherei erhöhen werden. Die Katholische Pfarrbücherei Ellgau bot ihren Lesern in Zeiten vor Corona regelmäßige Vorlesestunden am Sonntagvormittag, den „Bibliotheksführerschein“ für Kindergartenkinder, Aktionen zum Welttag des Buches für die Grundschüler und das Erzählcafé, bei dem ältere Mitbürger von der guten "alten“ Zeit und ihren Bräuche erzählten. Auch Spiel- und Begegnungsnachmittage mit den Asylbewerbern und Autorenlesungen sowie der Buchsonntag im November standen auf dem Programm der Bücherei.

Im Jahre 2020 las Valentina Brüning aus ihrem Buch „Kakao und Fischbrötchen“ – coronakonform– auf dem Ellgauer Sportplatz. 47 Kinder und Jugendliche nahmen an der Realbegegnung mit einer echten Schriftstellerin teil.

Elisabeth Wagner-Engert und ihr Büchereiteam hoffen nun auf eine baldige Öffnung der Pfarrbücherei. Die Wochen des Lockdowns nutzten sie, um die Bücherei auf den neuesten Stand zu bringen. Nun erwarten viele neue Medien für jede Altersklasse die Leserschaft. Wer Bücher, Spiele oder Tonies ausleihen möchte, kann den Bücher-Bring-Service in Anspruch nehmen. Die gewünschten Bücher werden bestellt, die gelesenen Werke zurückgebracht: Der Austausch findet am Eingang der Bücherei unter Einhaltung der Hygienevorschriften statt.

Beim Jahrestreffen bedankte sich die Büchereileiterin auch für alle erhaltenen Zuschüsse und Spenden, denn „ohne diese finanziellen Mittel könnten wir unsere vorhandene Attraktivität nicht gewährleisten“. Das Fazit dieses Jahrestreffens mit den Büchereiverantwortlichen sowie den Vertretern aus Gemeinde und Kirche zeigte, dass die Ellgauer Pfarrbücherei ein Ort der Begegnung ist und zur Bereicherung des Dorflebens beiträgt, die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, der Schule, der Pfarrei und der Gemeinde pflegt sowie immer wieder mit Veranstaltungen und Aktionen erfreut.

Ab Montag, 8. März, dürfen Büchereien wieder öffnen. Das erforderliche Hygienekonzept verlangt eine FFP2-Maskenpflicht, einen Mindestabstand von eineinhalb Metern und eine Begrenzungsfläche von zehn Quadratmetern pro Besucher. (rogu)

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