Region: Augsburger Land

Mit Schwert, Schild und Feder

In der Öffentlichkeit tritt die Autorin Mira Valentin in einer Cosplay-Gewandung auf und stellt Figuren aus Geschichten dar. Für ihr neues Fantasy-Abenteuer "Druidendämmerung" möchte sie sich in eine Baobhan-Sith verwandeln.

Ein Monster ohne Haut, verführerische Vampirinnen und ein Kobold, der helfen will, aber alles nur noch schlimmer macht: Die Fantasy-Autorin und ehemalige Journalistin Mira Valentin hat sich von den Fabelwesen und Ungeheuern aus Schottland inspirieren lassen und das Fantasy-Abenteuer „Druidendämmerung“ geschrieben.

Morgens, wenn die Kinder aus dem Haus sind, setzt sich Mira Valentin mit ihrem Laptop auf die Couch, wickelt sich in Decken ein und schreibt bis 14 Uhr. 1000 Wörter, sieben Tage die Woche. „Wenn ich mehr schaffe, kann ich mir freigeben“, erzählt Mira Valentin, die eigentlich Regina Käsmayr heißt, aus Emersacker stammt und nun in Hessen lebt. In der Endphase eines Projekts schreibe sie Tag und Nacht, verrät sie. Auf diese Weise könne man in drei Monaten ein Buch schreiben.

Denn ihre Bücher erscheinen nicht nur in Verlagen, wie 2015 ihre „Talente“-Reihe im Carlsen Verlag oder Ende November „Druidendämmerung“ bei Fischer Tor. Als Selfpublisherin bringt sie selbst Romane und Serien heraus, investiert zwischen 3000 und 5000 Euro pro Buch für Korrektorat, Lektorat, Illustrationen, Buchsatz und Coverdesign und ist erfolgreich. So gewann sie den Kindle Storyteller Award 2017 mit „Der Mitreiser und die Überfliegerin“, den Seraph 2020 in der Kategorie „Bester Independent Titel“ mit „Windherz“ zusammen mit Erik Kellen sowie den Skoutz Award 2021 in der Kategorie „Fantasy“ mit „Nordblut 1 – Wölfe wie wir“.

Die Wikinger-Saga war es auch, die beim Verlag Fischer Tor auffiel. Einen Kontakt habe es schon vor Jahren gegeben, berichtet Mira Valentin, aber erst nach einem Wechsel im Lektorat sei man wieder auf sie zugekommen und habe eine Reihe im Stil von „Nordblut“ angefragt. Valentin entschied sich für eine Zusammenarbeit. „Ich mache es, weil ich den Verlag ganz toll finde und weil es eine Image-Frage ist“, sagt sie. „Kann ich das? Habe ich bewiesen, dass Selfpublisher in der Lage sind, mit einem großen Publikumsverlag zusammenzuarbeiten?“ Es gebe auch die Perlen im Selfpublishing und das habe sie mit dem Schritt zu Fischer Tor zeigen wollen.

Für den Fantasy-Roman „Druidendämmerung“ hat sich Valentin mit Monstern der schottischen Mythologie beschäftigt, die in der Geschichte ihren großen Auftritt haben: Wesen wie die Banshee, die menschenfressende Black Annis und die Selkies, die im Meer Robben, an Land Menschen sind. Für Valentin seien diese „tollen Monster“ das spannendste gewesen. In den alten Geschichten der Orkneys stieß Valentin auf den Nuckelavee, ein Ungeheuer in Gestalt eines Pferdes, auf dessen Rücken der Torso eines Mannes festgewachsen ist. Pferd und Mann haben keine Haut. „Er war auch der Grund, warum ich die Geschichte auf die Orkneys verlegt habe“, erzählt Mira Valentin. Als Schauplatz hat sie sich die Insel Stronsay ausgesucht, in "Druidendämmerung" heißt die Insel "Sterninsel", da dort im Jahr 1808 ein Fischer ein totes Monster an Land gezogen haben soll.

Passend zur Monstergeschichte hat Valentin für ihre Lesungen und Messebesuche ein Kostüm in Auftrag gegeben. Denn: „Da warten die Leser drauf“, ist sie überzeugt. Dieses Mal möchte sie sich als Baobhan-Sith verkleiden, das sind die Vampirinnen, die den Druidenanwärter Mylo verführen und aussaugen wollen.

Ebenfalls bei Fischer Tor soll der Fantasy-Thriller „Die Minen der Macht“ erscheinen. Dafür wurde die Autorengemeinschaft „Weltenbauer3“, die Sam Feuerbach, Mira Valentin und Greg Walters bilden, um zwei Autoren erweitert: Torsten Weitze und Bernhard Hennen. Die Schreiber nennen sich die „Fünf Federn“. Valentin hat schon einige Projekte in dieser Weise verwirklicht. „Da sitzen wir zwei Tage permanent dran und plotten ein Buch“, erzählt Valentin. Jeder Autor übernehme eine Perspektive, kümmere sich um seinen Charakter. „Man schreibt sein Kapitel und schickt es los.“ Die anderen fügen dann Kommentare ein. „Man lernt nie so viel, wie wenn man einem anderen Profi in den Kopf kucken kann“, findet Valentin. „Wie bauen sie Spannung auf, wie formulieren sie?“

Doch ehe man das Gemeinschaftswerk der „Fünf Federn“ lesen kann, soll der letzte Band der Wikinger-Saga „Nordblut – Ferne Gezeiten“ Mitte Januar 2023 erscheinen. Das Manuskript hat Mira Valentin schon fertiggeschrieben. (nh)

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