Region: Aichach|Friedberg

10 Jahre Stützpunkt für Krebskranke: Selbsthilfegruppe feiert Jubiläum

Aktive der Selbsthilfegruppe für Krebsnachsorge vor der bunten Bildcollage, die im Rahmen eines Workshops mit Gernot Kragl entstand. Vorne von links Elisabeth Eggers und Kathi Feicht, hinten von links Evi Widmann, Heinz Raffler, Veronika Keller und Brigitte Knoll. Es fehlt Renate Gänsdorfer.

Wenn Menschen die Diagnose Krebs erhalten, fallen viele aus ihrem gewohnten Alltag. Wieder Lebensmut und eine neue Orientierung können sie in der Selbsthilfegruppe Krebsnachsorge bekommen. Vor zehn Jahren bezog die Kontaktstelle ihren eigenen kleinen Raum in der Friedberger Sozialstation in der Hermann-Löns-Straße. Dort finden Betroffene Rat und Halt im Austausch mit Menschen in gleicher oder ähnlicher Situation. Für unzählige Menschen ist der freundliche gestaltete Raum ein wertvoller Stützpunkt, eine Insel zum Auftanken. Das kleine Jubiläum des zehnjährigen Bestehens wurde mit einem Festgottesdienst in der Wallfahrtskirche Herrgottsruh zusammen mit Diözesan-Caritasdirektor und Domkapitular Andreas Magg gefeiert.

Magg ist der Selbsthilfegruppe seit langem verbunden. Er war es, der den neuen Raum für die Treffen fand und die vor zehn Jahren neu bezogene Kontaktstelle weihte. Vor dem Umzug 2011 befand sich die Kontaktstelle im NKD-Gebäude in der Ludwigstraße. Aus Brandschutzgründen war damals ein Umzug erforderlich. Bereits 1985 schlossen sich 15 an Krebs Erkrankte zu einer Selbsthilfegruppe zusammen. Elisabeth Eggers kam 2002 hinzu und übernahm vor 15 Jahren die Leitung der Gruppe. An ihrer Seite sind viele langjährige Mitstreiter. Gemeinsam sind sie ein rühriges Team, das sich gegenseitig stützt und füreinander da ist. Rund 70 Betroffene aus dem gesamten Landkreis aber auch darüber hinaus holen sich Rat und Zuspruch in der Selbsthilfegruppe.

„Es ist eine lebenslange Veränderung, wenn man solch eine Erkrankung hat“, erklärt Elisabeth Eggers. Sie weiß wovon sie spricht, denn vor mehr als zwei Jahrzehnten musste sie sich selbst der Diagnose Krebs stellen. Die Gruppe könne einen dabei unheimlich gut tragen. Doch dies sei nicht jedermanns Sache und so gibt es auch individuelle Beratungen. „Wir sind auch mit anderen Beratungsstellen gut vernetzt“, betont Eggers. Die Corona-Pandemie hat die Gruppenangebote rund ums Jahr ordentlich eingebremst. Auch das Angebot des eingespielten Beratungsteams, zu dem neben Eggers auch Renate Gänsdorfer und Brigitte Knoll gehören, war lange Zeit nur telefonisch möglich. Normalerweise werden wöchentliche Beratungstermine geboten, sei es am „Sorgentelefon“, bei einer Tasse Kaffee in der Kontaktstelle oder auch bei einem gemeinsamen Spaziergang. Bei den monatlichen Gruppenabenden wechseln Fachvorträge von Referenten, mit Gesprächskreisen sowie einem Sommerfest und einer Weihnachtsfeier. Denn bei allen Sorgen und Nöten, die im Austausch mit Gleichgesinnten besprochen werden, darf auch das Feiern und Fröhlichsein nicht zu kurz kommen. „Was haben wir schon für tolle Ausflüge gemacht“, schwärmt Knoll.

Wie viel in den vergangenen zehn Jahren gemeinsam erlebt wurde, hat Heinz Raffler, der ebenfalls zum rührigen Team gehört, in vielen Bilderalben zusammengetragen. Mit der Kontaktstelle ist vor zehn Jahren auch räumlich ein guter Stützpunkt entstanden. Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen konnten einige aufgrund der Pandemie eingestellte Aktivitäten wieder aufgenommen werden. Ab sofort findet wieder jeden Dienstag um 16.45 Uhr im Lehrschwimmbecken der Realschule die Wassergymnastik unter der Leitung von Ursula Wagner statt. Dieses Angebot ist besonders für an Brustkrebs Erkrankte hilfreich, um Lymphödemen entgegenzuwirken. Auch die monatliche Singgruppe mit Musiktherapeutin Ursula Späth trifft sich wieder im neuen Gemeindesaal der lutherischen Kirchengemeinde.

Wer Kontakt zur Gruppe aufnehmen möchte, erreicht Elisabeth Eggers unter Telefon 08251/23 38 oder per E-Mail an shg-aic-fdb[at]t-online[dot]de. (Heike John)

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