Region: Aichach|Friedberg

Es begann mit Geschenk- und Weihnachtsbüchern

Freie Mitarbeiterin Heike Scherer aus Mering
Georg Lehmacher aus Friedberg veröffentlichte am 10. Januar das Buch "Ist doch alles halb so wild!", das seine Frau Renate für ihn Probe las und manche Formulierungen verbesserte. Wer mal wieder richtig lachen möchte, ist damit sicher gut bedient!

Der Friedberger Autor Georg Lehmacher veröffentlichte im Januar ein Buch mit verrückten Geschichten aus dem fast normalen Leben

Auf der Titelseite des Buches ist der 56-jährige Schriftsteller Georg Lehmacher als Schiffbrüchiger, der mit einer zerrissenen Fahne in einer Hand auf einem Holzfass durchs Wasser treibt, zu erkennen. „Wenn wieder mal alles schief geht, hilft nur noch eines: Einmal anständig durchlachen!“ schreibt er auf der Rückseite und hat vier Leserstimmen aus den Städten Mückenloch, Hodenhagen, Feucht und Tuntenhausen eingefangen. Das Interesse an seinem neuesten Werk sei bereits sehr groß, der Verlag kann leider die gewünschten Exemplare noch nicht liefern, bedauert er. Endlich etwas tun, was ich sehr gut kann, ohne mich dabei an Regelungen durch andere halten zu müssen, das habe ihm beim Schreiben seines aktuellen Buches mit Lachgarantie besonders gefallen, verrät er. Falsche Angaben der Verlage oder immer wieder andere Vorgaben für seine Arbeit hatten ihn vor knapp zwei Jahren in ein seelisches Tief gebracht.

„Es passieren mir täglich kleine, seltsame Dinge mit ganz normalen Menschen. Weil mir das am Ende mal wieder keiner glaubt, habe ich es in freie Erzählungen gepackt“, sagt der humorvolle Autor. Vielleicht gerade deshalb, weil er so viel erlebt hat, kann er noch lachen und hofft, das gleiche auch bei seinen Lesern zu erreichen. Er ist außerdem Designer, Rettungsassistent und spielt nicht nur Klavier, Schlagzeug, Flöte und Cello, sondern schreibt und singt auch eigene Lieder in englischer Sprache. Sieben Titel sind fertig und er plant, davon irgendwann einmal eine CD zu produzieren. Den Traum, Bücher zu schreiben, hatte er allerdings bereits in seiner Kindheit. Er habe immer in Bücher geschrieben und wurde dafür getadelt. Wenn er selbst Bücher schreiben würde, könnte er diese ohne Ohrfeige signieren, dachte er sich. „Du hast Talent zum Schreiben“, bestätigte ihm vor vielen Jahren ein Verlagsleiter. Das Schreib-Gen stammt wohl von seinen Großvätern: einer war Schriftsteller, der andere Journalist und Fotograf. In Schreibkursen bei Christiane Schlüter an der Augsburger Volkshochschule verbesserte er seine Fähigkeiten. 1996 begann er mit Geschenkbüchern. „Das kleine Buch der guten Wünsche“ war ein großer Erfolg, 600.000 Exemplare verkaufte er davon bis jetzt. Auch „Das kleine Buch vom Glücklichsein“ erfuhr eine ähnlich gute Resonanz. Nach vielen weiteren erfolgreichen Geschenkbuchprojekten folgten Weihnachtserzählungen und zwei Bücher über den Rettungsdienst. Im Mai 2018 konnten Zuhörer in einer Lesung beim Verein zur Förderung der musikalischen Erziehung in Friedberg einen ersten Eindruck gewinnen. Es sind zehn lustige Geschichten, die Georg Lehmacher zum Teil so erlebte, aber ergänzte oder weiterspann, wie er erzählt. „Die Alte beim Supermarkt“ lautet ein Titel. Die Geschichte handelt von einer alten Dame mit Rollator, die an der Kasse so lange braucht und die Wartezeit durch ihr Verhalten immer noch weiter hinauszögert, dass sich eine Blondine in der Schlange furchtbar aufregt. „Wie über die Personen, die in meinen Geschichten vorkommen, sollte man auch über sich selber lachen und seine Schwächen annehmen können“, verrät er und hofft, etwas Humor in den grauen Alltag seiner Leser bringen zu können.

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