Region: Aichach|Friedberg

„Der gute Hirte“ feiert Doppeljubiläum

Pfarrer Falko von Saldern freut sich über das Jubiläum seiner Kirchengemeinde.

Vor 50 Jahren erhielt die evangelische Pfarrgemeinde in Friedberg die Selbständigkeit. Das neue Gotteshaus wurde vor 40 Jahren gebaut.

Die Einführung der neuen Vikarin Katja Deffner und die drei nachgeholten Konfirmationsgottesdienste läuteten die „Festwochen“ in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Friedberg ein. Am Sonntag, 27. September, kann nun das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden.

Im Juni 1970 löste sich die Gemeinde von der bisherigen Mutterkirche St. Matthäus in Hochzoll und wurde mit ihrem Pfarrer Klaus Seyboth selbständig. Zunächst wurden die Gottesdienste im noch während der Kriegszeit erbauten Betsaal in der Herrgottsruhstraße abgehalten. Im Oktober 1978 erfolgte dann der erste Spatenstich für das neue Gemeindezentrum samt Gotteshaus. Eingeweiht wurde die Kirche "Der gute Hirte" im September 1980.

Auch dieser Meilenstein in der Geschichte der evangelischen Christen in Friedberg wird beim Gottesdienst am Sonntag um 10.30 Uhr gefeiert. Ein großes Fest mit allen Gruppen der sehr lebendigen Gemeinde wie ursprünglich geplant wird es wegen Corona nicht geben. Nur 60 Teilnehmer lässt der Kirchenraum laut den geltenden Hygienevorschriften zu. Eine Anmeldung im Pfarrbüro ist deshalb für die Teilnahme unerlässlich. Als Alternativangebot zum großen Fest hat man sich in der Pfarrei nun für eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Kirchengemeinde entschieden. Sie wird im Anschluss an den Gottesdienst eröffnet.

Für die historische Schau auf 50 Kirchenjahre arbeitete sich Pfarrer Falko von Saldern in die Gemeindegeschichte ein. Als promoviertem Historiker machte ihm das Durchforsten der Archivordner besonders Spaß. Hilfreich zur Seite standen ihm dabei Horst Köhler, der das Gemeindearchiv seit vielen Jahren führt, die langjährigen Vertrauensfrau Monika Göppel sowie Ludwig Nägele und Pfarramtssekretärin Gisela Bickel. Seit laut Unterlagen 1803 die ersten beiden Evangelischen in das katholische Friedberg kamen, hat die Kirchengemeinde eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Interessante Fotos und Zeitungsartikel dokumentieren diese. Die kleine Schau wird sechs Wochen lang im Gemeindesaal zu sehen sein. „Anfang des Jahres wurde das ehemalige Kinderheim an der Münchner Straße abgerissen und so hat man im Jubiläumsjahr nun einen besonders guten Blick auf unsere Kirche“, freut sich Pfarrer von Saldern. Vor einem Jahr kam er zusammen mit seiner Frau, Pfarrerin Nina von Saldern, und seiner Tochter nach Friedberg. Das Pfarrerehepaar arbeitete zuvor in Bern. Dort unterschied sich die Gemeindearbeit mit nur 5000 Lutheranern in der gesamten Schweiz und einer sich über fünf Kantone erstreckenden seelsorgerischen Verantwortung sehr von den jetzigen beiden Pfarrstellen. „Hier in Friedberg sind wir gut angekommen“, lautet das Resümee des Pfarrerehepaars. „Es ist eine sehr lebendige Gemeinde und wir sind gut beschäftigt. Das Sprengelsystem mit „Der gute Hirte“ in Friedberg und der Zachäuskirche in Stätzling habe man weitgehend aufgegeben und arbeite lieber sektoral, erklärt Falko von Saldern. Zum Festgottesdienst besucht Regionalbischof Axel Piper die Jubiläumsgemeinde und wird sich im Anschluss noch in das Gästebuch der Stadt Friedberg eintragen. (ike)

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