Region: Aichach|Friedberg

Kinderbetreuung, Straßenunterhalt und Corona: Eichmann lässt auf Bürgerversammlung das Jahr Revue passieren

Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Erster Bürgermeister Roland Eichmann musste sich bei der Bürgerversammlung in der Max-Kreittmayer-Halle nach seinem Rechenschaftsbericht zahlreichen Fragen der 45 teilnehmenden Bürgern stellen.

Eine Bürgerversammlung ist laut der Bayerischen Gemeindeordnung eine Pflichtveranstaltung. Da keine Hygienegründe gegen die Durchführung sprachen, fand sie wie geplant am 28. Oktober in der Max-Kreittmayer-Halle statt. Nach seinem ausführlichen Rechenschaftsbericht stellte sich Bürgermeister Roland Eichmann den unterschiedlichsten Fragen der 45 erschienenen Bürger.

"Friedberg wird in Kürze die 30.000-Einwohner-Marke knacken." Das verkündete Eichmann zu Beginn seines Berichts. Im Juni lag die Einwohnerzahl in Friedberg bereits bei 29.995. Das Durchschnittsalter sei 45,5 Jahre, der Ausländeranteil liege bei 10 Prozent.

In seiner Rede ließ Eichmann weiter das Jahr 2020 Revue passieren und ging dabei etwa auf die Kommunalwahl im März ein. Bei dieser sei die Hälfte der Stadträte ausgewechselt worden. Mit 12 Sitzen sei die CSU die größte Fraktion, gefolgt von SPD und Grünen mit je fünf, Freie Wähler und Parteifreie haben je drei und die ÖDP und FDP je einen Sitz. Nur kurze Zeit später erreichte auch Friedberg das Coronavirus, das Hauptthema in diesem Jahr sei. Friedberg hätte seine Solidarität mit Freunden durch Anzeigen in allen Partnerstädten gezeigt. Bis auf weiteres gelte auf stark frequentierten Plätzen wie Marienplatz, Ludwigstraße, Volksfestplatz und in der Stadtverwaltung von 8 bis 18 Uhr die Maskenpflicht, informierte der Bürgermeister.

Kulturell konnten nur die Night of Lights und ein Hornfestival stattfinden. Die Bayerische Landesausstellung vom 10. Juni bis 8. November habe etwa 60.000 Besucher angezogen und den Gewerbetreibenden durch ein Gutscheinheft einen finanziellen Ausgleich bescheren können. Über den Ankauf von drei Werken des Skulpturenpfades werde der Stadtrat abstimmen.

Auch baulich hat sich einiges getan, wie Eichmann berichtete. Der Schlosspark war neugestaltet worden. Im Gewerbegebiet Derching entstand ein Park- und Mitnahmeplatz und in Friedberg der Parkplatz Gerberwiese, die beide bis Ende November bepflanzt werden. Für Straßenunterhalt werde Friedberg im Jahr 2020 650.000 Euro ausgeben, 35 Prozent weniger als veranschlagt, verriet Eichmann. Viel kosten lasse sich die Stadt Neues für die Kinder: Spielplätze in Haberskirch, an der Robert-Hartl-Straße und am Sedelfeldberg wurden neu- beziehungsweise umgebaut. Es entstehen neue Betreuungseinrichtungen in Rinnenthal und in der Bozener Straße. Fast in jedem Ortsteil gebe es ein Projekt der Bauleitplanung, um das sich die zwei Stadtplaner kümmern. Ab Dezember könnten die neuen 67 Wohnungen in der Afrastraße bezogen werden. Für 2021 stehen Kanalsanierungen, Erneuerung von Wasserleitungen, der Umbau der nördlichen Bahnhofstraße und der Neubau des Baubetriebshofs auf dem Programm, schloss der Bürgermeister seinen Bericht mit einem Ausblick in die Zukunft.

Josef Metzger stellte die Frage, ob immer der Bestattungsdienst Friede genommen werden müsse. Auf dem Friedhof sei dies Pflicht, aber außerhalb nicht. Hier gäbe es auch große Preisunterschiede, verriet Werner Hofgärtner. Auch was in den Stadtratssitzungen besprochen wird, beschäftigte die Bürger. Die Veröffentlichung der Sitzungsprotokolle des Stadtrats im Internet sei aber kommunalrechtlich nicht möglich, weil es dem Schutzbedürfnis von Bürgern, die ein Ehrenamt ausüben, widerspräche, so der Bürgermeister. Jeder könne zu den Sitzungen kommen und sie sich anhören oder sich auf der städtischen Seite informieren. Sorgen machte den Anwesenden auch der geplante Umbau der Bahnhofstraße. Eichmann versicherte, dass beim Umbau darauf geachtet werde, dass die sozialen Hilfsdienste die Anwohner, die auf sie angewiesen sind, weiterhin erreichen könnten.

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