Region: Aichach|Friedberg

Fünf Kandidaten kämpfen um das Amt des Friedberger Bürgermeisters

Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Roland Eichmann ist seit 1. Mai 2014 Erster Bürgermeister von Friedberg und übe sein Amt mit viel Herzblut aus, sagt er.

Erster Bürgermeister Roland Eichmann tritt bei der Kommunalwahl 2020 zum zweiten Mal an. CSU, Grüne, FDP und Freie Wähler fordern ihn mit einem Kandidaten heraus.

Die Bürgermeisterwahl in Friedberg wird mit Sicherheit eine spannende Angelegenheit. Wahrscheinlich kommt es nicht im ersten Wahlgang zu einer Entscheidung, sondern erst eine Stichwahl wird klarstellen, wer die nächsten sechs Jahre im Friedberger Rathaus die Geschicke der Stadt leiten darf. Seit 1. Mai 2014 ist es der 47-jährige Roland Eichmann, der erneut als SPD-Kandidat antritt. Er übe sein Amt mit viel Herzblut aus, verrät er. Von 1996 bis 2004 war er im Gemeinderat von Nersingen bei Neu-Ulm, wo er auch als Bürgermeister kandidierte. Geboren in Starnberg, lebte er in Tutzing, Allershausen, in Eschweiler und in Nersingen. Jetzt wohnt er mit seiner Lebensgefährtin Katharina Martin in Friedberg. Sein Stolz seien die Töchter Lilith und Annik, sagt er. In seiner Freizeit fährt er in die Berge, interessiert sich für Geschichte, trifft Freunde und Verwandte. Die Kommunalpolitik interessierte ihn bereits während seines Studiums der Politikwissenschaften. Ab 2002 war er in der Kommunalberatung tätig, von 2004 bis 2011 selbständig. Er war bei Projekten in Friedberg wie dem Offenen Planungsprozess und der Bürgerbeteiligung zur Wohnungsentwicklung in Friedberg-Süd beteiligt. Von 2011 bis 2014 führte er die Geschäfte der Sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik in Bayern e.V. (SGK Bayern) und des Bayerischen Seminars für Politik in München und eine Zeit lang die Georg-von-Vollmar-Akademie in Kochel. Am Amts- und Landgericht Augsburg amtierte er zehn Jahre als Jugendschöffe, jetzt übt er Funktionen in mehreren Vereinen mit Schwerpunkt Bildung und Ausbildung aus. Ein wichtiges Thema ab 2020 ist für Eichmann bezahlbares Wohnen. Er möchte die neuen städtischen Wohngebäude an der Afrastraße fertigstellen und plant zwei weitere in Ottmaring. Auch in der Hermann-Löns-Straße sehe er noch Potential. „Ich will den Kurs weiterfahren, in möglichst allen Ortsteilen neues Wohnbauland anzubieten. Das Einheimischenmodell muss weiterentwickelt und mehr Vielfalt des Erwerbs ermöglicht werden“, sagt er. Die Altstadtsanierung werde er weiter angehen. Wenn die Bahnhofstraße fertig sei, gehe es um ein Konzept für den Marienplatz. Der Kirchvorplatz vor St. Jakob, das Citymanagement, die Ortsteilentwicklungskonzepte, die Sanierung der Straßen, die Fertigstellung des neuen Bauhofs und die Sanierung der städtischen Immobilien sind weitere Projekte. Sozialpolitisch sind ihm ein hoher Standard in der Kinderbetreuung und der Schulausstattung und eine ansprechende Jugendpolitik wichtig. Er möchte den Einsatz von Nahwärme voranbringen und Naturräume für Biodiversität anbieten. Auch die Kulturangebote möchte er ausbauen.

Als Bürgermeisterkandidat der CSU tritt der 38-jährige Rechtsanwalt Florian Fleig an. Er ist in Friedberg geboren, hat eine Lebensgefährtin und eine dreijährige Tochter. Von 2002 bis 2006 studierte er an der Universität Augsburg Jura. Nach dem ersten Staatsexamen war er in Toronto, wo er ein Praktikum bei einem Rechtsanwalt absolvierte und eine Sprachenschule besuchte. Nach seinem Referendariat beim Amtsgericht Augsburg und dem zweiten Staatsexamen ist er seit 2010 als Anwalt tätig. Seine eigene Kanzlei in Friedberg führt er seit 2017. Im Jahr 1999 trat Fleig der Jungen Union bei, seit 2004 ist er Mitglied bei der CSU Friedberg. 2015 übernahm er dort den Ortsvorsitz und übt inzwischen auch das Amt des CSU-Kreisschriftführers aus. Er ist Vorstandsmitglied des Heimatvereins Friedberg, gehört dem ORCC, dem Schützenverein und dem Elternbeirat des Kindergartens seiner Tochter an. In seiner Freizeit tanzt er gerne Salsa und ist ein Fan des FCA. Die CSU tritt in Friedberg mit dem Slogan „Einer für alle, alle für Friedberg!“ an. „Damit soll zum Ausdruck kommen, dass nur in der Gemeinschaft Ziele angestoßen und verwirklicht werden können“, erläutert Florian Fleig. Als Bürgermeister sehe er sich als Teamplayer, der zusammen mit dem Stadtrat und der Verwaltung zum Wohle Friedbergs agiere. Er möchte Projekte anstoßen, die seit sehr vielen Jahren brachliegen. Dabei denkt er an die Themen Bauhof, Parkdeck am Bahnhof, Veranstaltungssaal und Straßenunterhalt. Seine politischen Schwerpunkte sind die Entwicklung von Stadt und Land, Wohnen und Leben in Friedberg sowie ein aktives, umweltbewusstes Handeln, verrät er.

Bürgermeisterkandidat von Bündnis 90/Die Grünen ist der 32-jährige Egon Stamp. Er ist verheiratet und Vater einer fünfjährigen Tochter und eines einjährigen Sohnes. Seine Kindheit verbrachte er in Augsburg-Hochzoll, seit 2015 lebt er in Friedberg. Er studierte Germanistik und Geschichte für Lehramt Gymnasium und stieg direkt nach seinem Studium in die IT-Branche ein. Seit April 2019 ist er als Teamleiter bei der Digitalagentur TEAM23 GmbH in Augsburg beschäftigt. Was die Ziele und Ideen als Bürgermeister von Friedberg betrifft, sagt Egon Stamp folgendes: „Friedberg soll eine Stadt mit einer Vorreiterrolle in nachhaltiger Beschaffung sein.“ Das bedeutet für ihn, dass Bio-Lebensmittel gewählt werden und die Stadt unter Berücksichtigung ökonomischer, ökologischer und sozialer Gesichtspunkte einkauft. Außerdem müsse seiner Meinung nach der öffentliche Personennahverkehr gestärkt werden. Die Situation der Kindertagesstätten müsse ebenso wie die Wohnraumsituation unter Berücksichtigung der Mietentwicklung verbessert werden, ergänzt er noch.

Die FDP schickt die 45-jährige Cornelia Böhm ins Rennen. In Erlangen geboren, kam sie 1976 nach Friedberg. Nach dem Abitur begann sie 1993 ihre Ausbildung zur Bankkauffrau bei der Sparkasse Friedberg, jetzt ist sie bei der Stadtsparkasse Augsburg für gehobene Privatkunden zuständig. Sie ist Mutter eines fünfjährigen Sohnes und seit 1993 Mitglied in der FDP. Anfangs engagierte sie sich schwerpunktmäßig im Kreisvorstand, ab 2002 im Ortsverband Friedberg. Dort übernahm sie 2012 den Vorsitz. Seit 2014 gehört sie dem Stadtrat an. Cornelia Böhm liest, reist und kocht gerne. Warum sie Bürgermeisterin werden will? – Es ist die Begeisterung und Leidenschaft für ihre Heimatstadt. Sie handle nach den Prinzipien der Freien Demokraten: „Selbstverantwortung, Hilfe zur Selbsthilfe, Rahmenbedingungen schaffen, Effizienz versus Bürokratismus. Ohne gesicherten wirtschaftlichen Hintergrund kann nichts funktionieren, der Mensch steht im Mittelpunkt, Bildung ist zentraler Dreh- und Angelpunkt für die Chancengleichheit und die Entwicklung der Gesellschaft. Wir profitieren von Mitbürgern unterschiedlichster Herkunft und Stärken, wir stehen für Transparenz und Bürgerbeteiligung.“ Ihre konkreten Ziele sind die Gestaltung der Ludwigstraße und die Unterstützung des Einzelhandels. Fachmarktzentrum und Gewerbegebiete sind wichtig für die Bürger und die Finanzkraft der Stadt. Kinder sind die Zukunft, aber auch Senioren brauchen ein gesichertes und glückliches Dasein. Flexible und alternative energetische Rahmenbedingungen bei Bauprojekten, in der öffentlichen Hand und auch für die gewerblichen Betriebe sollten selbstverständlich sein.

Für die Freien Wähler kandidiert erneut Johannes Hatzold. Nachdem er 1984 seinen Gesellenbrief als Kfz-Mechaniker in der Tasche hatte, erwarb er ein Jahr später seine mittlere Reife und 1989 noch die allgemeine Hochschulreife. 1993 legte er seine Meisterprüfung im Kfz-Handwerk ab und übernahm im darauffolgenden Jahr die Firma Auto Senninger in Augsburg. Hatzold ist verheiratet und Vater von vier Kindern. In seiner Freizeit liest er gerne ein gutes Buch, grillt gerne für die Familie T-Bone-Steaks aus der Region auf dem Holzkohlegrill und fährt leidenschaftlich Motorrad. Der 57-jährige Politiker ist seit 2001 Mitglied bei den Freien Wählern, sitzt seit 12 Jahren im Stadtrat und tritt ab 2008 als deren Kandidat für das Bürgermeisteramt an. „Mit mir hat Friedberg die Chance, von einem gebürtigen Friedberger gelenkt und in die Zukunft geleitet zu werden“, schmunzelt er. Als seine Ziele nennt er: „Eine bessere fußläufige Anbindung des Bahnhofes und der Innenstadt aus Friedberg-Süd, kein Wohnblock bei der Sparkasse in Friedberg-West, keine Osttangente auf Friedberger Flur. Der Bauhof muss endlich modern werden! Das alte Bauhofareal sollte für die Wohnbebauung freigegeben werden. Ich strebe zudem noch die Einrichtung eines Seniorenbeirates an.“ Außerdem fordert er, dass die Prioritätenliste jährlich neu erstellt und abgearbeitet werden muss.

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X