Region: Aichach|Friedberg

Landrat Metzger verteidigt AVV-Preiserhöhung

LeserReporter Andreas Germer aus Friedberg

Der Landrat, wie zur Zeit üblich, in einer Videokonferenz.

Der CSU-Politiker verteidigte in einem Webtalk die anstehende Tarifanpassung des Augsburger Verkehrsbundes. Diese war zuletzt stark in Kritik geraten. Die normalerweise jährlich zum 01.01. anstehende Preisanpassung wurde bereits auf den 01.07. verschoben und müsse nun auch durchgeführt werden, so Metzger.

 

"Die Verschiebung wurde mehrheitlich beschlossen. Jetzt aber so kurzfristig eine Aussetzung zu fordern, wirft doch die eine oder andere Frage auf."

Für die jetzt anstehende Tarifanpassung gäbe es eine eindeutige Beschlusslage, außerdem wurde sie bereits durch die Regierung von Schwaben genehmigt. Die Verschiebung um sechs Monate kostete dem AVV bereits circa 2 Millionen Euro.

Einen nachvollziehbaren Kritikpunkt an der Preiserhöhung sieht der 57-Jährige hingegen: Die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung wurde bei der Tarifgestaltung nicht berücksichtigt. Allerdings war die Senkung zum Zeitpunkt der Preisgestaltung auch nicht vorhersehbar.

 

Schwierige Finanzierung des Angebots

Turnusmäßig würde die nächste Tarifanpassung am 01.01.2021 stattfinden. Dann erneut die Preise zu erhöhen wäre den BürgerInnen aber nicht zuzumuten, deswegen initiierte Metzger eine außerplanmäßige Gesellschafterversammlung. Dort soll ein Weg gefunden werden, um eine erneute Verteuerung auszusetzen. Dabei müsse man aber auch die kommunalen Haushalte im Blick behalten.

Um den AVV mit mehr finanziellen Mitteln auszustatten, bemühen sich die Gesellschafter außerdem um eine unmittelbare Beteiligung des Freistaats Bayern am Augsburger Verkehrsbund. Das Bundesland ist Mitgesellschafter beim Münchener MVV und Grundvertragspartner beim Nürnberger VGN, Augsburg als drittgrößte Stadt Bayerns geht dagegen leer aus.

 

ÖPNV im Landkreis ist zu unflexibel

Der Landrat kritisierte den Zustand des öffentlichen Nahverkehrs in Aichach-Friedberg: "Ich bin mit der Situation des ÖPNV unzufrieden, weil er zu teuer ist, weil er zu inflexibel ist, und weil die Bürgerinnen und Bürger nicht in allen Fällen bedarfsgerecht versorgt werden können."

Ferner führte er an, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in der Region nicht nur durch Taktverdichtungen attraktiver werden. Stattdessen müsse eine „bedarfsgerechte Flexibilisierung“ des Angebots erfolgen. Diese Strategie bestimmte auch die Suche nach einer neuen Geschäftsleitung für den AVV.

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