Region: Augsburger Land

Gablinger SPD und die Jungen Bürger Gablingen fordern: Umweltschonende Sanierung statt Monsterausbau der Staatsstraße 2036

LeserReporter Walter Trettwer aus Gablingen

Noch gibt es keine endgültige Entscheidung über den Ausbau der Staatsstraße zwischen Gablingen-Holzhausen und Emersacker. Im Juni findet voraussichtlich der mehrfach verschobene „Runde Tisch“ statt. Dazu treffen sich Vertreter der Kommunen, Naturschützer, Straßenbauer und Verkehrsbehörden. Die Gablinger SPD und die Jungen Bürger Gablingen appellieren erneut an die Entscheidungsträger, auf einen „Monsterausbau“ dieser Straße zu verzichten. Dazu die SPD-Vorsitzende Silke Haarmann: „Statt eines Neubaus fordern wir - wie auch der Bund Naturschutz - eine einfache und kostengünstige Sanierung“. Gemeinderat Helmut Grieshaber: „Es ist davon auszugehen, dass ein Vollausbau ein Mehrfaches gegenüber einer Sanierung auf der bestehenden Trasse aus Steuermitteln kostet.“

Verzichtet werden soll auch auf die Kreuzung mit Linksabbiegespur, zahlreichen Querungsinseln, behindertengerechter Bushaltestelle mit eigener Busspur und Versatzbecken für Oberflächenwasser im Bereich des Waldheimweges. Allein dieser Kreuzungsbereich würde rund 4000 qm Fläche in Anspruch nehmen. „Es gibt hierzu einen Alternativvorschlag der Jungen Bürger zum Ausbau der Kreuzung mit einem deutlich reduzierten Eingriff in die Natur, der in der Sitzung vom 21. Januar 2020 einstimmig im Gemeinderat Gablingen befürwortet wurde,“ sagt dazu Gemeinderat Christoph Luderschmid. Unerlässlich ist in diesem Bereich zudem eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Auch auf die Kurvenbegradigung bei der Gaststätte Peterhof muss verzichtet werden. Dies wäre ein zu großer und unnötiger Eingriff in das Naturschutzgebiet

SPD-Vorstandsmitglied Christine Unglert gibt ergänzend zu bedenken: „Bei einem Vollausbau wird es für eine relative lange Zeit Umleitungsstrecken durch Lützelburg und Gablingen-Ort mit entsprechender Lärmbelästigung der Anwohner geben“. Die Peterhofstraße, wie auch die weiteren Gemeindestraßen sind für einen dauerhaften Umleitungsverkehr nicht ausgelegt.

Nach der Corona-Pandemie wären diese Einschränkungen für die Peterhof-Gaststätte ein weiteres Existenzproblem. Eine Sanierung würde wesentlich schneller umzusetzen sein, statt der aktuell geplante Ausbau. 

Gegen einen überdimensionierten Ausbau der Staatstraße gibt es bereits 3 Petitionen von einer Bürgergruppe Gablingen-Holzhausen, des Gablinger Gemeinderats und von Gersthofer Stadträten. Leider sprechen sich die Bürgermeister von Altenmünster, Welden, Heretsried, Adelsried und Bonstetten für einen „vollumfänglichen Ausbau“ der Straße aus. Das Argument „dann schneller nach Augsburg zu kommen“ ist gegenüber dem massiven Eingriff in die Natur kaum nachvollziehbar. Es ist davon auszugehen, dass viele Pendler aus den westlichen Gemeinden zwischenzeitlich die neue Umfahrung von Adelsried mit einem schnellen Zugang zur Autobahn bevorzugen und damit die in der Planung dargestellte verkehrstechnische Bedeutung des Streckenabschnitts nicht mehr gegeben ist.

„Wir wollen eine bestandsorientierte Sanierung der Trasse - keinen unnötigen Ausbau der Straße mit unverantwortlichen Eingriffen in den Naturpark Westliche Wälder“ fasst zweiter Bürgermeister Christian Kaiser die Anliegen der Gablinger SPD und der Jungen Bürger Gablingen zusammen.

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