Warum das Risiko beim Daytrading oft unterschätzt wird

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Während den durch die Corona-Pandemie bedingten Lockdowns haben sich viele Privatleute einer speziellen Form der Spekulation auf Börsenkurse zugewandt; dem sogenannten Daytrading. Charakteristisch für diese Art des Tradings ist das kurzfristige Kaufen und Verkaufen von Werten, normalerweise innerhalb eines Handelstages. Vor allem auf unerfahrene Trader übt Daytrading eine starke Anziehung aus, da hohe Gewinne in sehr kurzer Zeit möglich sind. Dank neuer Finanzinstrumente wie CFDs, können seit geraumer Zeit auch Hobbytrader mit nur wenig Kapital diesem Tradingstil frönen.
Leider unterschätzen aber die meisten das Risiko, welche der Handel mit Hebel birgt, was sich in den hohen Verlustraten niederschlägt.

Große Chancen, große Risiken

Der Umstand, dass schon mit sehr wenig Kapital Daytrading möglich ist, erweckt für Anfänger den Anschein, als wäre das Risiko beim Handel mit gehebelten Finanzinstrumenten gering. Das ist allerdings ein Trugschluss, denn vor allem bei CFDs ist es nicht unüblich, dass man einen Totalverlust seines Kapitals hinnehmen muss. Durch Hebel haben Kursbewegung ein Vielfaches an finanziellen Auswirkungen für den Trader, als das beim herkömmlichen Börsenhandel der Fall ist. Worauf sich Anfänger hier vor allem fokussieren ist die Möglichkeit auf rasche und große Gewinne, allerdings steigt das Risiko auf Verlust zumindest im gleichen Maße.
Normalerweise weisen gute Anbieter für Einsteiger genau auf diese Risiken ganz speziell hin, da sie wissen, dass vor allem Anfänger, welche Daytrading betreiben wollen, CFDs für erste Gehversuche nutzen. Das scheint aber nicht zu reichen, denn die Verlustraten sind sehr hoch. Laut den quartalsweise veröffentlichen Zahlen der CFD Broker, verlieren durchschnittlich 75% der Daytrader Geld innerhalb der ersten drei Monaten. Es steht also zu bezweifeln, dass sich die Trader die Warnungen und Risikohinweise tatsächlich zu Herzen nehmen.

Unterschiedliche Finanzinstrumente ermöglichen Daytrading

Neben den schon genannten CFDs (Differenzkontrakte), die sich wegen der einfachen Handhabung vor Allem bei Anfängern großer Beliebtheit erfreuen, gibt es noch andere Finanzinstrumente mit denen Daytrading betrieben werden kann. Prinzipiell kann man natürlich auch ganz normal an der Börse mit Aktien dem Tageshandel nachgehen, allerdings muss man dafür sehr viel Kapital aufbringen, damit kleine Kursschwankungen rentabel genug sind.
Forex Broker, welche einst die Nummer 1 Anlaufstelle für Daytrader waren, sind stark auf dem Rückzug. Forex steht übrigens für „Foreign Exchange“ und beschreibt den Markt für Devisen, also Währungen bzw. Währungspaare. Dabei ist nach wie vor das beliebteste und meistgetradet Paar EUR/USD.
Der Rückgang der reinen Forex Broker erklärt sich dabei dadurch, dass CFD Broker, bei welchen man eben nicht tatsächlich Währungen kauft und verkaufen muss, sondern lediglich auf die Kursentwicklung spekuliert, für einen Daytrader quasi die gleichen Möglichkeiten zu besseren Konditionen bieten.
Für die meisten Finanzinstrumente mit denen Daytrading möglich ist, stehen aber Demokonten zur Verfügung mit denen man sich selbst ein Bild von Vor- und Nachteilen machen kann.

Anfänger sollten die Finger von Futures lassen

Großer Beliebtheit erfreut sich bei Anfängern aber leider auch das Daytrading mit Futures. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung, da bei Futures reale Werte mit Hebeln gehandelt werden.
Werden CFDs aufgrund der Hebel als risikoreich angesehen, so ist es angemessen Futures als Hochrisiko-Spekulation zu bezeichnen. Bei Futures geht es dem Namen nach um Zukünftiges, nämlich um eine Ware (in bestimmter Qualität und Menge), deren Preis jetzt festgelegt wird, aber erst zu einem gewissen Termin in der Zukunft gekauft und geliefert wird. Der Trader spekuliert hier darauf, dass zu einem späteren Zeitpunkt die Ware mehr wert sein wird, wodurch er einen Gewinn macht, wenn er diese weiterverkauft.
Daytrading kann man deswegen damit betreiben, weil man nicht darauf warten muss, dass man die Ware erhält, sondern einfach den Future, also den Vertrag über den Preis, Menge und Lieferung der Ware, schon vor dem Liefertermin an jemanden anderes verkauft. Auch hier kommen Hebel zum Einsatz, was in diesem Fall bedeutet, dass der Future zu einem Bruchteil des tatsächlichen Preises gekauft werden kann. Blöd nur, wenn man es nicht schafft diesen vor dem Termin abzustoßen, denn dann kommt es zu einem Realtausch und, je nachdem worauf man spekuliert hat, kann es passieren, dass man den vereinbarten Preis bezahlen und 1.000 Barrel Rohöl irgendwo abholen und lagern muss! Oder es ergeht einem so wie einem Daytrader über dessen Fall welt.de berichtete und man hat dank Futures plötzlich 9 Millionen Euro Schulden.
In jedem Fall sollte man sich genau überlegen, ob man dieses Wagnis eingehen möchte!

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