Region: Augsburger Land

Als Junior-Ranger andere für die Natur begeistern

Die Naturpark-Rangerinnen Carolin Rolle und Johanna Völkel (von links) bilden zusammen mit Ranger Maximilian Fader die Kinder aus.

Mit Brotzeit und Trinkflasche im Rucksack entdecken Kinder vom späten Winter bis in den Herbst hinein Pflanzen und Tiere im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder.

Wie baut man einen Unterschlupf? Wie macht man Feuer ohne Feuerzeug? Die Ranger Carolin Rolle, Johanna Völkel und Maximilian Fader vom Naturpark Augsburg – Westliche Wälder bieten Kindern der dritten und vierten Jahrgangsstufe eine Ausbildung zum Junior-Ranger an. Die drei Naturpark-Ranger wollen Wissen über Wald, Wasser und Wiese vermitteln. Denn: „Man muss nicht weit fahren, um Abenteuer zu erleben“, erklärt Johanna Völkel.

Die drei Gruppen heißen „Wildkatzen“, „Fledermäuse“ und „Waldohreulen“ und sie sind einmal im Monat im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder unterwegs, um ihr Gebiet zu erkunden. Ende März trafen sich die „Fledermäuse“ mit Völkel und Rolle im Schwarzachtal an der Frauengehau-Hütte, ihrem Stütz- und Treffpunkt. Während dieses ersten Treffens standen Kennenlern- und Vertrauensspiele auf dem Programm. Die Kinder trainierten Ranger-Sinne, führten sich in Paaren mit verbundenen Augen zu einem Baum, um diesen abzutasten. Sie suchten den Waldboden nach winzigen Behältern ab, in denen sich Zettel und damit Aufgaben für das nächste Mal befanden - etwa zur Sommerlinde möglichst viele Informationen zu finden. Denn die angehenden Junior-Ranger sollen ein Ranger-Tagebuch führen, in das sie ihre Erfahrungen niederschreiben oder auch Blätter und Blumen abzeichnen. Rolle bereitete für die „Waldohreulen“ das Thema „Was kreucht und fleucht im Wald und auf dem Boden“ vor. Mit einer Becherlupe durften die Kinder den Waldboden anschauen, bestimmen und abzeichnen, einfach „graben und kucken, was drin ist“, so Rolle.

Übernachten im Freien

Das Projekt ist ein bundesweites Programm der Nationalen Naturlandschaften. Die drei Naturpark-Ranger haben ihr Programm aber selbst geschrieben. So dürfen die Kinder einen Schnitzführerschein absolvieren, eine Kiesgrube und Blumenwiesen erkunden oder ein Insektenhotel basteln. Sie können ihr eigenes Herbarium anlegen und ins Forschen kommen, die Wassertemperatur eines Weihers messen und mit Hilfe einer selbstgebastelten Unterwasserröhre nachschauen, was im Wasser los ist. Der Abenteuer-Charakter soll nicht zu kurz kommen. Ende Juli werden die angehenden Junior-Ranger ein Wochenende zusammen verbringen und im Freien übernachten. Dabei lernen sie auch, wie man einen natürlichen Unterschlupf baut. Das Programm möchten die Ranger aber nicht zu starr gestalten. „Es soll auch viel von den Kindern selbst kommen“, erläutert Völkel.

Zertifikat, Ausweis und Aufnäher

Die Ausbildung zum Junior-Ranger dauert bis Ende November. Während eines Abschlussfestes erhalten die Kinder ihr Zertifikat, einen Ausweis und einen Aufnäher mit ihrem Gruppentier. Die Junior-Ranger können sich dann in einer Aktiv-Gruppe engagieren und beispielsweise bei Müllsammel-Aktionen und Fledermaus-Beobachtungen mitmachen. Ziel des Projektes sei es, das Gelernte an Familie und Freunde weiterzugeben. „Sie sollen sich damit identifizieren und dabei bleiben“, so Völkel.

Anfang nächsten Jahres kann man sich wieder für eine Ausbildung zum Junior-Ranger anmelden. Informationen finden sich dann auf der Internetseite https://naturpark-augsburg.de. (nh)

Weitere Bilder

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben
 


X