Region: Günzburg|Krumbach

Obstbäume "grausam verstümmelt": Stadt Günzburg setzt 300 Euro Belohnung aus

Übel mitgespielt wurde den neu gepflanzten Obstbäumen im Hallstattweg. Auf dem Bild von links bedauern Katharina Mairle (Kreisfachberatung für Gartenkultur und Landespflege Günzburg), Christine Hengeler, Stadt Günzburg, Tina Sailer (Kreisfachberatung) und Gerhard Tangel vom Obst- und Gartenbauverein Günzburg den Vandalismus an den gespendeten Bäumen.

Neu gepflanzte Obstbäume im Stadtgebiet Günzburg massiv beschädigt

Die Freude über neu gepflanzte Obstbäume im Hallstattweg in der Nähe des Birketwaldes währte nur wenige Stunden. Unbekannte haben die fünf neuen Bäume am Wochenende, kurz nach der Pflanzung am Freitag, "grausam verstümmelt und somit massiv beschädigt", wie die Stadt Günzburg mitteilt.

Zwei der ganz besonderen Bäume hatte der Obst- und Gartenbauverein der Stadt Günzburg und damit allen Bürgern geschenkt. Es handelt sich um Apfelsorten aus einem Projekt zur Erfassung und Erhaltung alter Kernobstsorten in Schwaben, die als heimisches Kulturgut weiterhin bewahrt werden sollen.

„Ich bin entsetzt und enttäuscht, dass einer oder einige wenige so mit Bäumen und Allgemeingut umgehen“, äußert sich Gerhard Tangel als Vertreter des Obst- und Gartenbauvereins Günzburg sichtlich schockiert. Alle fünf frisch gepflanzten Bäume haben Unbekannte am Wochenende teilweise bis auf die untersten Kronenäste abgeschnitten, teils ist die Rinde eingerissen und beschädigt. „Es dauert Jahre, bis die Krone der Apfelbäume wieder ordentlich aufgebaut ist. Das gelingt auch nur, wenn die Bäume keinen dauerhaften Schaden durch die Verstümmelung erlitten haben“, so die Umweltfachkraft der Stadt Günzburg, Christine Hengeler.

Am schlimmsten wurde der als Zeichen für eine verlorene Klimawette gepflanzte Baum beschädigt. Von einer Baumkrone kann nicht mehr die Rede sein, da die Leitäste bis auf den Kronenansatz abgetrennt wurden. Der Schaden beläuft sich nach einer ersten Schätzung auf rund 3000 Euro.

Auch Oberbürgermeister Gerhard Jauernig ist sichtlich betroffen von dieser Art von Vandalismus: „Der- oder diejenigen, die dafür verantwortlich zeichnen, sollten wissen, dass die Zerstörung von liebevoll frisch gepflanzten Bäumen nicht mehr nur als übler Scherz angesehen werden kann. Das ist mutwillige Sachbeschädigung. Sie nimmt dem öffentlichen Raum und damit dem Lebensumfeld aller unserer Bürgerinnen und Bürger ein Stück Lebensqualität und unseren Nachkommen ein Stück Zukunft.“

Die Stadt Günzburg hat mittlerweile Strafanzeige erstattet: Wer zwischen dem 19. und 22. November im Hallstattweg etwas beobachtet hat, sollte dies der Polizeiinspektion Günzburg unter Telefon 08221/919-0 oder der Stadtverwaltung unter Telefon 08221/903188 mitteilen. Für Hinweise, die zur Feststellung des oder der Verantwortlichen führen, hat die Stadt Günzburg eine Belohnung von 300 Euro ausgesetzt. (pm)

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