Region: Günzburg|Krumbach

Bessere Lebensräume für Insekten und andere Tiere an der Günz

Die Günz ist das längste Bachsystem Bayerns, hier eine Aufnahme der Fischwanderhilfe beim Wasserkraftwerk Wattenweiler.

Stiftung Kulturlandschaft Günztal und LEW Wasserkraft haben die ersten Mikrohabitate im Rahmen des Projektes „Insektenfreundliches Günztal“ fertiggestellt.

Die Lebensräume für Insekten und andere Tiere an der Günz verbessern – das ist das Ziel des Projekts „Insektenfreundliches Günztal“ der Stiftung Kulturlandschaft Günztal. Gemeinsam mit LEW Wasserkraft hat die Stiftung drei sogenannte Mikrohabitate angelegt. Diese „Klein-Lebensräume“ bieten mit Totholz, Nisthügeln, Feuchtmulden und anderen Elementen die Voraussetzungen, um Insekten und anderen Tieren auf kleinem Raum möglichst vielfältige und naturnahe Lebensbedingungen anzubieten und sollen eine Verbindungsachse zwischen den artenreicheren Regionen Alpenvorland und Donautal schaffen.

Unterstützung für Tierwanderungen

Die Mikrohabitate entstehen an vielen Stellen entlang der Günz, von Günzach bis Günzburg. Ende 2020 startete die Stiftung mit dem Anlegen der ersten Mikrohabitate im Landkreis Günzburg auf Flächen der LEW Wasserkraft. Der Wasserkraftwerksbetreiber kam als einer der ersten Akteure im Landkreis Günzburg auf die Stiftung zu und bot an, das Projekt durch die Bereitstellung von Flächen zu unterstützen und legte drei Habitate auf eigenen Flächen an. Die Habitate sind jeweils 1000 bis 2500 Quadratmeter groß und entstanden an der Fischwanderhilfe und am Staudamm beim Wasserkraftwerk Ellzee sowie an der Fischwanderhilfe beim Kraftwerk Wattenweiler. Im Gesamtprojekt Biotopverbund-Günztal dienen diese Habitate als Lebensraum und unterstützen als Zwischenstationen die heimischen Arten bei Wandervorgängen im Günztal.

Lebensräume verbessern

„Als Wasserkraftwerksbetreiber können wir mit unseren Projekten dazu beitragen, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu erhalten oder sogar zu verbessern – im Fluss aber auch entlang der Gewässer“, sagt Andreas Hurler, Leiter Instandhaltung Bau bei LEW Wasserkraft und verantwortlich für die Biotope an der Günz, „für uns war schnell klar, dass wir das Vorhaben der Stiftung Kulturlandschaft Günztal unterstützen. Dieses Projekt ist eines von zahlreichen Artenschutzprojekten, die wir auf unseren eigenen Flächen umsetzen.“ Als Betreiber von sechs Wasserkraftwerken an der Günz ist LEW Wasserkraft für den Unterhalt an rund 14 Flusskilometern zwischen Waldstetten und Oberried zuständig. Die Habitate kosteten jeweils rund 1000 Euro. Die Kosten wurden von der Stiftung Kulturlandschaft Günztal übernommen. Errichtet wurden die Habitate von Mitarbeitern von LEW Wasserkraft, die für diese Maßnahmen regelmäßig aus- und weitergebildet werden. Insgesamt stellt der Wasserkraftbetreiber 7000 Quadratmeter Fläche entlang der Günz für Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung.

100 Mikrohabitate

„Es freut uns, dass LEW Wasserkraft direkt begeistert war und uns tatkräftig unterstützt hat. Eine solche Zusammenarbeit bietet einen großen Mehrwert für den Schutz der Natur und jeder kann mitmachen. Wir wollen insgesamt 100 solcher Mikrohabitate anlegen und dabei können sowohl größere Flächeneigentümer genauso auch Private, Kommunen und Vereine helfen, Lebensräume zu verbessern,“ meint Julia Sing, Projektmanagerin der Günztal-Stiftung.

Stiftung KulturLandschaft Günztal

Die Günz ist das längste Bachsystem Bayerns – vom Allgäu bis zur Donau. Seit 2000 arbeitet die Stiftung KulturLandschaft Günztal daran, der Natur an der Günz wieder mehr Raum zu geben. Langfristiges Ziel ist, die biologische Vielfalt zu erhalten und zu fördern. Dazu knüpft die Stiftung ein Biotopverbundsystem von den Quellen bis zur Mündung der Günz. Weitere Informationen unter www.guenztal.de. (pm)

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