Region: Günzburg|Krumbach

Geplante Schließung des Reisezentrums am Bahnhof Günzburg: OB Gerhard Jauernig nimmt Bahn in die Pflicht

Die Bahn plant, das Reisezentrum am Bahnhof Günzburg aufzulösen. Oberbürgermeister Gerhard Jauernig will verhindern, dass künftig Fernverkehrstickets dann nur noch am Automaten zu haben sind. (Symbolbild)

Wie nun bekannt wurde, plant die Deutsche Bahn, das Reisezentrum am Bahnhof in Günzburg im kommenden Jahr zu schließen. Fahrkarten für den Fernverkehr gäbe es dann nur noch am Automaten. Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig will das nicht hinnehmen.

In einem eindringlichen Brief wendet sich Jauernig an Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Bahn in Bayern. Darin bewertet er die Auflösung des DB-Reisezentrums am Bahnhof Günzburg als "falsche Weichenstellung". Hintergrund für die Pläne der Bahn ist, dass ab Ende 2022 die Strecke München – Augsburg – Ulm vom Bahnkonkurrenten Go-Ahead betrieben wird. Das Unternehmen wird in Günzburg ein eigenes Kundencenter einrichten – aber eben nur für den Nahverkehr.

"Nahverkehrstickets werden bereits heutzutage überwiegend an Fahrkartenautomaten oder online gelöst", schreibt Jauernig. Der Kundenservice und die Beratung sei dagegen vor allem für Fernverkehrstickets notwendig, ist er überzeugt. Und dass Günzburg Fernverkehrshaltepunkt bleibt, ist tatsächlich im Bundesverkehrswegeplan 2030 festgeschrieben. "Der Bahnhof Günzburg dient vielen Pendlern mit seinen ICE- und vor allem IC-Anbindungen als Ausgangsbahnhof. Er ist der einzige Bahnhof im Landkreis mit einem personenbedienten Fahrscheinverkauf", gibt Günzburgs OB zu bedenken. Er fordert daher die Bahn auf, auch künftig den bisherigen Service anzubieten.

Falls die Bahn selbst nicht mehr möchte, kann sich Jauernig auch vorstellen, dass sie Go-Ahead mit dem Vertrieb von Fernverkehrsfahrscheinen beauftragt – "um ihrer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung nachzukommen", wie er argumentiert. (pm/mh)

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