Region: Günzburg|Krumbach

Kernkraftwerk Gundremmingen ist nun abgeschaltet

Das Atomkraftwerk in Gundremmingen ist zum Ende des Jahres vom Netz genommen worden.

Um 20 Uhr am Silvesterabend hat die diensthabende Belegschaft den Generator von Block C des Kernkraftwerks Gundremmingen endgültig vom Stromnetz genommen und daraufhin den Reaktor abgeschaltet. Künftig wird in Gundremmingen nun kein Atomstrom mehr produziert, der Rückbau des Kernkraftwerks wird einen Teil der Mitarbeiter aber nach Einschätzung des Betriebsrats noch bis Mitte der 30er-Jahre beschäftigen

Zum letzten Abfahrvorgang waren am 31. Dezember Nikolaus Valerius, Kernenergievorstand der RWE Power, Anlagenleiter Heiko Ringel sowie Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und des Verbraucherschutzes vor Ort. Block C war seit März 1985 rund 37 Jahre in Betrieb. Die in dieser Zeit insgesamt produzierte Energie beläuft sich laut der RWE auf rund 709 Terrawattstunden – damit lasse sich zum Beispiel der Stromverbrauch Bayerns für rund zehn Jahre decken. 2021 sei das erfolgreichste Jahr der Anlage gewesen, mit einer Stromproduktion von rund 11,4 Milliarden Kilowattstunden.

Das Kraftwerk sei "viele Jahre eine tragende Säule der Energieversorgung in Süddeutschland" gewesen, sagte Kernenergievorstand Nikolaus Valerius. "Die Mannschaft hat über die gesamte Zeit hinweg einen großartigen Job gemacht. Insbesondere in den letzten Jahren ist es ihr gelungen, zuverlässigen Leistungsbetrieb in Block C und sicheren Rückbau in Block B verantwortungsvoll umzusetzen." Durch die Abschaltung des letzten Siedewasserreaktors in Deutschland sei in Gundremmingen nun "eine Ära beendet" worden.

Die für den Rückbau von Block C nötige atomrechtliche Genehmigung des bayerischen Umweltministeriums liege seit Mai 2021 vor. Der erste Schritt sei nun die Entladung der Brennelemente aus dem Kern und die Verbringung ins Abklingbecken. Anschließend müsse Platz geschaffen werden für den sicheren Rückbau – für Transportwege, Logistikflächen und Maschinenstellplätze sollen etwa Strahlenschutzwände und Betonriegel ausgebaut werden.

"Ausgenommen von sämtlichen Rückbauaktivitäten sind selbstverständlich Systeme, die zum einen für die sichere Lagerung und Handhabung der Brennelemente in den Blöcken B und C benötigt werden, und solche, die eine sicherheitstechnische Funktion für den Betrieb des Kontrollbereiches und der Aktivitätsrückhaltung und -überwachung haben“, betont Anlagenleiter Heiko Ringel. Am Kraftwerk herrsche weiterhin ein hoher Sicherheitsanspruch.

Der Betriebsrat geht davon aus, dass für den Rückbau weniger Mitarbeiter benötigt werden als für den Betrieb. Man werde den Transformationsprozess weiter begleiten. "Auch im Rückbau können unsere hochqualifizierten Kolleginnen und Kollegen bis in die Mitte der 2030er Jahre ihre über viele Jahre hinweg erworbene Anlagenkompetenz an zahlreichen Stellen und in spannenden Tätigkeitsfeldern einbringen“, glaubt Betriebsratsvorsitzende Elke Blumenau. (pm)

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