Region: Donauwörth|Nördlingen

Der Wiedehopf kommt zu uns

Der Wiedehopf ist selten. Wer im Donau-Ries einen erblickt, sollte Vogelschützer darauf hinweisen.

Örtliche Naturschützer freuen sich, dass der Wiedehopf auch im Donau-Ries daheim ist.

Über 200 Mal wurden dem Landesbund für Vogelschutz e.V. im letzten Frühjahr Beobachtungen von durchziehenden Wiedehopfen in Bayern gemeldet. „Wir sind von den zahlreichen Rückmeldungen und Geschichten begeistert! Viele Menschen haben zum ersten Mal überhaupt einen Wiedehopf gesehen oder sahen ihn seit Jahrzehnten zum ersten Mal wieder“, berichtet Anna Schramm, Leiterin der Kreisgruppe Donau-Ries vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern.

In Deutschland brüten circa 380 bis 460 Paare. In Bayern gibt es nur zehn nachgewiesene Brutpaare, davon wurde auch im Donau-Ries ein Brutpaar bestätigt. Früher war der Wiedehopf weit verbreitet – heute ist er vom Aussterben bedroht. Eine Chance gibt es für den Wiedehopf, denn er scheint durch den Klimawandel begünstigt zu sein: Seit einiger Zeit nehmen die Bestände in Deutschland wieder leicht zu und die Art wandert langsam Richtung Norden vor.

Um die Population der Art zu unterstützen und um sie vor dem Aussterben zu bewahren, erhöht der Landesbund für Vogelschutz in Bayern, Kreisgruppe Donau-Ries, gemeinsam mit der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben und der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Donau-Ries das Nistplatzangebot. Als Sofortmaßnahme soll das Höhlenangebot dort verbessert werden, wo in den letzten Jahren Wiedehopfe noch brüteten bzw. anwesende Paare auf Brutversuche schließen lassen.

„Grund, dass sich der Wiedehopf in vergangenen Jahren wieder im Ries ansiedelt, sind die vielseitigen Strukturen vor allem in der Riesalb mit Wacholder auf Kalkheiden und -rasenflächen, eine extensive Beweidung dieser Bereiche sowie Bestände von Streuobstwiesen mit alten Bäumen“, berichtet Margarete Siering von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben.

Es fehlt dem Wiedehopf an Insekten

Auch können aufgelassene Sandgruben Lebensraum des Wiedehopfes sein. Neben geeigneten Brutplätzen mangelt es dem unverwechselbaren Vogel vor allem an Insektennahrung, beschreibt Siering. Auf dem Speiseplan des Wiedehopfs stehen Grillen, Engerlinge und größere Schmetterlingsraupen sowie Würmer. Der Schlüsselfaktor für sein Überleben ist also das Zusammenspiel von Lebensraum und Nahrung, verbunden mit einem guten Höhlenangebot. Demnach haben Nisthilfen vor allem dort Erfolg, wo beispielsweise Großinsekten wie die Maulwurfsgrille oder Feldgrillen vorkommen.

Die LBV-Kreisgruppe Donau-Ries möchte die bayerischen Brutpaare bei ihrer Wohnungssuche unterstützen und die Neuansiedlung fördern. Dazu bringt der LBV mit den Naturschutzbehörden verschiedene Akteure zusammen, die den Wiedehopf gemeinsam schützen. So wurden durch die Unterstützung der Regierung von Schwaben die Finanzierung von 50 Wiedehopfnistkästen gesichert.

Das Landratsamt Donau-Ries wird mit seinen Naturwächtern 25 Nistkästen im nördlichen Landkreis betreuen. Die LBV-Kreisgruppe Donau-Ries betreut 25 Wiedehopfnistkästen in Kooperation mit der Stadt Rain am Lech.

Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass der Wiedehopf auf gezielte Schutzmaßnahmen positiv reagiert. Die Spannung unter den Beteiligten steigt, wenn die Wiedehopfe Ende März bis Anfang April aus ihren afrikanischen Winterquartier südlich der Sahara zurückkehren und dann hoffentlich die neuen Brutquartiere annehmen.

Wenn auch Sie den markanten Vogel sehen oder rufen hören, melden Sie bitte Ihre Beobachtung per E-Mail unter anna.schramm[at]lbv[dot]de oder Wiedehopf[at]lbv[dot]de. (staz)

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X