Region: Dillingen|Wertingen

Ein- und Ausblicke im Haunsheimer Kornstadel

Keramiker Michael Plohmann hat sich der japanischen Raku-Technik verschrieben.

Sechs Künstler bringen eine gewichtige Gemeinschaftsschau ihrer Arbeiten in den Kornstadel Hausheim. Die Ausstellung ist noch geöffnet am Wochenende 27./28. August.

Zwei Maler entführen tief in ihr Inneres. Experimentierfreudig, mit unterschiedlichen Materialien, unkonventionellen Arbeitsgeräten im Einsatz, kombiniert mit durchaus unüblichen Techniken, prägen sie eine sehr persönliche Bildsprache. Jutta Heinle aus Hausheim nützt, nein tanzt, mit Farbe buchstäblich hinein in neue Welten. Malerkollegin Irene Kohl, Günzburg, scheint den Strukturen verfallen zu sein: Nicht das Sichtbare ist ihr künstlerisches Ziel, dem Tiefgründigen verschafft sie überzeugend Präsenz. Stärke und Leichtigkeit tragen in den Bildern der Beiden einen Wettstreit aus.

Zyklische Abläufe

Die Wertinger Glaskünstlerin Claudia Reining-Hopp beschäftigt sich seit je her mit zyklischen Abläufen. "Ich fand es schon als Kind spannend, wie sich die Natur stetig wandelt im Wechsel der Jahreszeiten, im Sonne-Mond-Rhythmus, aber vor allem im Kreislauf des Lebens: Geburt, Heranreifen, Absterben und Tod."

Kunst und Kunsthandwerk

Sonja Schnürer aus Gundelfingen präsentiert mit „Mosaik- und Steindesign“ eine Auswahl an Mosaiktischen, Säulen, Stelen, Kugeln, Spiegeln und Wandreliefs. Die Unikate vereinen Materialien wie Naturstein, Keramik, Edelmetalle, Glas und Holz zu einem harmonischen Ganzen. Mit ihrer Werkphilosophie, „sich von Formen und Strukturen der Natur inspirieren und leiten zu lassen, sie weiterzuentwickeln und zu gestalten, ohne ihr Wesen zu verändern“, ist Schnürer in den Welten Kunst- und Kunsthandwerk gleichzeitig zuhause.

Verrottetes Holz und Draht

Karola Kettner kommt aus Regensburg nach Haunsheim. Für sie ist Holz ein lebenslanger, geschätzter Begleiter. Verrottete Holzstückchen aus der Natur ringen ihr Respekt ab, denn nach entsprechender Bearbeitung offenbaren sich Strukturen, Unvorhersehbares wird ans Licht gebracht. Diese Offenbarung nimmt Kettner auf und lässt sich zu entsprechenden Drahtfiguren inspirieren, die in Kombination mit den Fundstücken etwas Neues entstehen lassen.

Raku-Brenntechnik

Der Keramiker Michael Plohmann scheint von dem weichen Material Ton infiziert zu sein. Fasziniert von der Raku-Brenntechnik hat er sich diese Kunstform Schritt für Schritt angeeignet und seine eigene Formensprache entwickelt. Oberflächen und Farben sind immer auch ein Werk der physikalischen und chemischen Prozesse, die beim Brennen ablaufen und in gewisser Weise von Plohmann beeinflusst werden.

Die Ausstellung ist noch geöffnet am Samstag, 27. August, von 15 bis 19 Uhr und am Sonntag, 28. August, von 10 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei. (pm)

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