Region: Dillingen|Wertingen

35 Jahre Anna-Kirche in Höchstädt

Von außen nicht zu erkennen: Die drei Glocken tragen die Inschriften „Vater unser im Himmel“, „Ich bin bei Euch alle Tage“ und „Ich bin das A und O“.

Die evangelische Gemeinde Höchstädt an der Donau feierte das 35-jährige Bestehen ihrer Anna-Kirche. Am 2. Mai hielt Pfarrer Wolfram Schrimpf den Kirchweih-Gottesdienst. Ein Gemeindefest im Anschluss konnte wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

In seiner Predigt am Sonntagvormittag bezog sich Pfarrer Wolfram Schrimpf auf Stellen in der Bibel aus Hesekiel, Kapitel 34, an denen von Schafen und Hirten die Rede ist. Auf die Anna-Kirche übertragen sagte er: „In dieser Kirche waren schon viele Hirten“ und meinte damit die Pfarrer, die bereits vor ihm an dieser Stelle gepredigt hatten. „Aber sie hat auch viele Hirten hervorgebracht“, fuhr er fort, denn Niemand sei nur in der Rolle der Schafe zu sehen. Vielmehr gibt es im Alltag immer wieder Situationen, in denen Menschen andere Menschen unterrichten, betreuen, pflegen oder in anderer Weise für sie sorgen. Dabei übernehmen sie ein Stück weit Verantwortung und werden somit selbst zu Hirten. Er ermutigte die Gottesdienstbesucher dazu, in diesen Situationen selbst gute Hirten zu sein.

Mehr als nur Kirche

Die Anna-Kirche ist zugleich das Gemeindezentrum mit angrenzendem Pfarrhaus. Zum Gemeindegebiet gehören neben Höchstädt die Ortschaften Blindheim, Finningen, Mörslingen, Lutzingen, Deisenhofen, Schwenningen, Oberglauheim, Schwennenbach, Sonderheim, Gremheim und Dilllingen-Steinheim. Die Anna-Kirche wurde in Eigenleistung innerhalb von zwei Jahren erbaut und am ersten Maiwochenende 1986 eingeweiht. Entsprechend war für den 2. Mai das Kirchweihfest angedacht.

„Normalerweise würde ich Sie jetzt alle recht herzlich zum Essen und gemeinsamen feiern in den Kirchhof einladen“, beendete Schrimpf den Gottesdienst. Doch die aktuelle Situation machte auch diese Veranstaltung nicht möglich. Günther Balis, ein Mitglied des Kirchenvorstandes, trat stattdessen vor die Gemeinde. Er hatte damals selbst beim Bau mitgeholfen und bereits zur Einweihung ein Gedicht verfasst. Es beschreibt sehr humorvoll und in schwäbischem Dialekt, wie es damals dazu kam, dass die Gemeinde ihre eigene Kirche baute. Als die Gottesdienstbesucher dann auch noch von der Orgel das Musikstück Donauwalzer hörte, ergänzte Pfarrer Wolfram Schrimpf: „Jetzt ist ja doch noch etwas Fest-Stimmung aufgekommen.“

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