Region: Augsburger Land

Raiffeisenbank Augsburger Land West mit Niederlassung Jettingen-Scheppach blickt auf erfolgreiches Geschäftsjahr zurück

Als starker, verlässlicher Partner und als Landbank in der Region will sich die Raiffeisenbank Augsburger Land West mit ihrer Niederlassung Jettingen-Scheppach weiterhin behaupten, versprach Vorstand Hermann Scherer bei der Generalversammlung in Horgau.

Über eine gute Entwicklung der Geschäftszahlen haben die Vorstände der Raiffeisenbank Augsburger Land West, Karl Rau und Hermann Scherer bei der Generalversammlung in der Rothtalhalle in Horgau berichtet. Über die wichtigsten Bilanzzahlen informierte Karl Rau die Mitglieder in der gut besuchten Veranstaltung.

Nachdem im Vorjahr der Zusammenschluss mit der Raiffeisenbank Jettingen-Scheppach aus dem Nachbarlandkreis Günzburg erfolgreich vollzogen wurde, konnte der Vorstand erstmals die gemeinsamen Zahlen präsentieren. Mit dieser Fusion und der noch anhaltenden Corona-Pandemie sind aber zwei Faktoren, die sich in der Bilanz der Genossenschaft widerspiegeln. Weil die Kunden in der Vergangenheit aufgrund der Einschränkungen weniger Möglichkeit hatten, ihr Geld für Freizeit, Urlaubsreisen oder ähnliches auszugeben, blieben diese Mittel auf den Bankkonten liegen. Um überdurchschnittliche 6,5 Prozent steigerte sich das Einlagevolumen der Sparer auf 702 Millionen Euro. Das gesamte von der Bank betreute Kundenvolumen, also die eigenen Einlagen uns Ausleihungen inklusive der zugehörigen Verbundunternehmen, wuchs um 6,3 Prozent auf 1,76 Milliarden Euro an. Um 3,3 Prozent erhöhte sich das Kundenkreditvolumen auf nunmehr 409 Millionen Euro. Mit einem Eigenkapital von 59,1 Millionen Euro verfügt die Bank über eine ordentliche Stabilität, betonte der Vorstand. Weiter weist das Institut eine um 6,1 Prozent auf 830 Millionen gewachsene Bilanzsumme und einen Bilanzgewinn von rund 624.000 Euro aus. Die einmaligen Aufwendungen für die Fusion, die mit circa 700.000 Euro zu Buche schlagen, schmälern das Betriebsergebnis, welches deshalb auch mit der Kennzahl von 0,74 Prozent etwas unter dem Durchschnitt der bayerischen Genossenschaften liegt. „Im aktuellen Geschäftsjahr und in der Zukunft werden wir durch die Synergieeffekte jedoch wieder profitieren“, beruhigte Karl Rau die Mitglieder.

Weil im Vorjahr die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht die Banken hingewiesen hat, keine Gewinnausschüttungen vorzunehmen, verdoppelt die Bank in diesem Jahr die Dividendenzahlung auf 1 Prozent. Durch den Mitgliederbonus und weiteren Vorteilen bei Kontoführungs- und Kartengebühren flössen insgesamt 535.000 Euro an die 20.341 Teilhaber der Bank zurück, wodurch sich eine durchschnittliche Rendite von 6 Prozent errechnet.

Hermann Scherer betonte in seinen Ausführungen, dass es der Bank trotz der nach wie vor schwierigen Rahmenbedingungen und der Fusion gelungen ist, auf ein zufriedenstellendes Geschäftsjahr zurückzublicken. Bei der aktuellen Zinspolitik ergeben sich schwierige Zeiten für die Banken, weshalb es nicht einfach ist, sich in diesem Umfeld zu behaupten, erläuterte er die derzeitige Situation am Finanzmarkt. „Diese Niedrigzinsphase, die für uns alle ein großes Problem darstellt, wird uns noch länger begleiten, denn das jetzige System verkraftet keinen Zinsanstieg“, blickte Scherer wenig optimistisch in die Zukunft. Der Staat profitiert von den niedrigen Zinsen und spart sich damit sehr viel Geld. Die Bank allerdings muss für ihr bei der Europäischen Zentralbank angelegtes Kapital Verwahrentgelt bezahlen. Es ist deshalb unvermeidbar, für hohe Kundeneinlagen ebenfalls Minuszinsen zu berechnen. „Mit unseren Kunden finden wir jedoch immer faire Wege im Umgang mit dieser unliebsamen Maßnahme“ entkräftete Hermann Scherer die Situation. Weil die aufgrund der steigenden Rohstoffpreise hohe Inflationsrate ebenso mit dazu beiträgt das gesamte Geldvermögen schrittweise zu verringern, ist es unerlässlich, im persönlichen Beratungsgespräch die richtigen Lösungen zu finden, appellierte er an die Mitglieder.

Weiter belastend und mit einem hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand verbunden, sieht Scherer die „Regulatorik und den Formalismus“, wie er die auswuchernden Vorschriften des Gesetzgebers und des Verbraucherschutzes nannte. Viele dieser Meldungen entwickeln sich zu riesigen Zahlen-Monstern, die letztendlich von niemanden ausgewertet werden, bezweifelte der Redner die Auflagen. Dies alles führt oft zu Fusionen, auch von größeren Instituten. „Doch wir wollen nach dem Zusammenschluss mit den Nachbarn aus Jettingen-Scheppach ein starker und verlässlicher Partner in unserer Region bleiben, den Weg als Landbank wollen wir nicht verlassen“ versprach er den Kunden.

Bei den erforderlichen Wahlen zum Aufsichtsrat wurde Johannes Gleich aus Streitheim wiedergewählt. Ausgeschieden ist aufgrund der Altersgrenze Gabriele Schmid aus Ustersbach, die seit 2004 Mitglied in diesem Gremium war. Als neues Mitglied wählte die Versammlung Simone Biber aus Kutzenhausen.

 

 

 

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