Region: Günzburg|Krumbach

Einsatz für besondere Schnüffler

Juhu - geschafft! Simba nähert sich dem Fundstück

Jettingen-Scheppach. Simba, ein Rhodesian-Ridgeback-Rüde durchläuft aktuell eine ganz besondere Ausbildung. Er wird von „MuT-Guenzburg“ zum ASP Fallwild- bzw. Kadaversuchhund ausgebildet und hat damit künftig eine besondere Verantwortung. Die Landratsämter Günzburg, Neu-Ulm und Dillingen und das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) finanzieren die Ausbildung und Ausrüstung für geeignete Hunde. Diese Investition hat auch einen triftigen Grund: Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist zwar für den Menschen ungefährlich, endet jedoch für alle Schweine und Wildschweine tödlich. Wenn ein Fall auftritt, müssen Sperrzonen errichtet werden, Schweinehalter dürften keine Tiere mehr verkaufen und transportieren. Für Schweinebetriebe können die wirtschaftlichen Folgen daher verheerend sein.

Tierische Unterstützung

Die Ansteckungsgefahr für Wildschweine ist besonders groß, da sich das Virus auch in verendeten Artgenossen lange erhält. Für Menschen ist es mühsam mit bloßem Blick Kadaver im Wald aufzuspüren. Hunde sind daher dank ihres Geruchssinnes eine unverzichtbare Hilfe.

Gehorsamkeit und Gelassenheit

StaZ: „Hallo Simba, du bist ja ein richtig kräftiger Hund. Warum willst du denn unbedingt Fallwildsuchhund werden und nicht beispielsweise in die Rettungshundestaffel?“

Simba: „Ich bin stolz, dass ich beim Eignungstest so gut abgeschnitten habe. Daher wollte ich mir die Chance auf so eine spannende Ausbildung nicht entgehen lassen. Ich bin mutig und gleichzeitig ein ganz cooler Typ. Gelassenheit und Gehorsam sind sehr wichtig, denn jagen oder angreifen darf ich bei meiner Arbeit natürlich keinen Waldbewohner. Gemeinsame Aufgaben mit meinem Frauchen bewältigen, das macht mir enormen Spaß. Daher höre ich aufmerksam zu und folge brav ihren Anweisungen.“

Dufte Sache

StaZ: „Ich bin beeindruckt. Woher weißt du, wonach du im Wald suchen musst?“

Simba: „Wir wurden darauf konditioniert, gezielt Wildschweingeruch aufzuspüren. Die Trainer verstecken Gegenstände mit dieser Duftnote. Diese Suchgegenstände stammen alle vom Schwarzwild, so dass wir Hunde schnell gelernt haben, uns auf diese besondere Duftnote zu konzentrieren. Das Fundstück dürfen wir nicht heimlich anknabbern oder verschleppen. Wir lernen, unseren Hundeführern mitzuteilen, dass wir etwas gefunden haben und zeigen den Fundort an. Manche Hunde machen Platz neben dem Objekt, andere bellen laut. Ich bin ein ganz Fleißiger: Ich renne zu Frauchen, mache Sitz, lasse mich anleinen und ziehe sie dann zur Sau. Diese Methode nennt man Rückverweisen.“

StaZ: „Habt ihr wirklich gar keine Angst, wenn ihr im Einsatz einem Wildschwein begegnet?“

Simba: „Schau mich doch mal an, ich bin ein echter Kraftprotz. Aber natürlich tragen wir Schutzkleidung. Die Hauer eines Wildschweins könnten uns stark verletzten und davor bewahrt uns ein spezieller Anzug. In meinem Halsband steckt auch ein GPS-Sender. So weiß mein Frauchen immer, wo ich gerade stecke, wenn ich nicht mehr in Sichtweite und eventuell in Gefahr wäre. Die Aufzeichnungen dienen den Behörden auch als Nachweis, welche Region wir abgesucht haben und unter Umständen fündig wurden.“

Zwei Jahre verpflichtet

StaZ: „Wie sieht so ein Einsatz nach deiner Ausbildung aus?“

Simba: „Nach der Prüfung sind wir verpflichtet, zwei weitere Jahre an Trainingseinheiten teilzunehmen und bayernweit sofort einsatzfähig zu sein. Wenn wir einen Kadaver finden, wird er markiert und an das Bergeteam gemeldet. Dieses Team arbeitet in Schutzanzügen und entfernt das tote Tier. Daraufhin wird die Fundstelle sauber desinfiziert. Auch mein Frauchen und ich müssen uns – bevor wir wieder in unser Auto dürfen – im Anschluss an die Suche sauber waschen und desinfizieren. Am wohlsten fühlen wir uns aber, wenn wir kein Tier finden. Dann ist in unserem Suchgebiet die Gefahr eines ASP-Befalls gering. Im Anschluss werden die Aufzeichnungen der GPS-Geräte ausgewertet und unsere Ausrüstung wird gereinigt.

Die Suche ist für uns Hunde und die Menschen sehr anstrengend. Wenn wir unser Gebiet sorgfältig durchsucht haben, freuen wir uns daher auf eine warme Dusche und etwas zu Essen – das gilt sowohl für die Zweibeiner, als auch für die Vierbeiner.

StaZ: „Vielen Dank, Simba, für die spannenden Einblicke und eure wertvolle Aufgabe. Wir finden es prima, dass ihr euch ehrenamtlich engagiert und so die Gesundheit unserer Waldbewohner und aller Schweine bewahrt.“ (rnv/staz)

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