Region: Aichach|Friedberg

Ein Hoffnungsschimmer aus der Bastelwerkstatt

Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Arnold (rechts) und Diplom-Pädagogin Jutta Aichmüller mit den Laternen, die als Bastelpaket über den Familienstützpunkt Süd erhältlich sind.

Verteilt wurden über 400 Bastelbögen, damit Kinder Licht schenken können. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsaktion aller vier Familienstützpunkte. 

Die Schulen und Kitas wurden bereits geschlossen, alle geselligen adventlichen Freuden sind entfallen und auch die Weihnachtsferien versprechen im harten Lockdown nicht allzu aufregend zu werden. Da können Kinder schon mal mutlos werden. Mit einer Bastelaktion will der Familienstützpunkt Süd sie ermuntern, statt Trübsal zu blasen lieber kreativ zu werden und mit dem Resultat zudem noch anderen eine Freude zu bereiten.

Über verschiedene Einrichtungen im südlichen Landkreis verteilten die beiden Stützpunktleiterinnen Jutta Aichmüller und Elisabeth Arnold Laternenbastelbögen an rund 400 Kinder. Im Set enthalten sind ein Rahmen für die Laterne sowie Transparente, die mit Buntpapier, gepressten Blättern oder ausgeschnittenen Bildern beklebt oder aber auch bemalt werden können. „Das Gestalten der Laterne bietet den Kindern viel Freiraum für Kreativität und ist auch eine Möglichkeit, dass Eltern und Kinder etwas gemeinsam tun“, erklärt Diplom-Pädagogin Jutta Aichmüller. Das kostenfreie Bastelset ist einfach zusammenzubauen und es gibt dazu auch eine Anleitung. „Und wenn die Laterne fertig ist, kann sie an die einsame Nachbarin oder den kranken Opa verschenkt werden“, so schlägt Diplom-Sozialpädagogin Elisabeth Arnold vor. Die Bastelei könne somit nicht nur Langeweile der Kinder vertreiben, sondern für andere Licht bringen. „Wir vom Familienstützpunkt Süd freuen uns, wenn ihr uns ein Foto von eurer Laterne zusammen mit ein paar Zeilen schickt“, so steht es auf dem Bastelbogen geschrieben. Alle Laternenfotos sollen dann auf einer großen Collage zusammengefügt werden.

Verteilt wurden die 400 Sets an die Offene Ganztagsschule (OGTS) der Merchinger Grundschule, die Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) St. Ulrich Kissing, die Schulvorbereitende Einrichtung in Ried, die Kindergärten in Schmiechen und Steindorf sowie die Klienten des Familienstützpunkts Süd und an die Meringer Tafel. Somit wurden alle sechs Gemeinden bedacht, für die der Familienstützpunkt Süd mit Büro in Kissing eine beratende Anlaufstelle ist. Er ist der älteste von inzwischen vier Stützpunkten im Landkreis unter der Ägide der Kinder- und Jugendhilfe Wittelsbacher Land und eröffnete im März 2019 in der Nelkenstraße 18. Es gibt auch monatliche Außensprechstunden im Kinderhaus in Ried sowie im Hort „Clara und Felix“ an der Meringer Ambérieuschule. Im kommenden Jahr wird auf Wunsch der Gemeinde Merching auch dort eine Außensprechstunde eingerichtet.

„Wir sind Ansprechpartner für alle Belange in Familien, ob Kinder, Jugendliche, Eltern oder Großeltern“, erklären die beiden Pädagoginnen, die sich im Kissinger Stützpunkt eine Vollzeitstelle teilen. Es gibt auch die Möglichkeit von Hausbesuchen und jetzt in Corona-Zeiten von Beratungsspaziergängen. „Das wird im Moment sehr gut angenommen“, berichtet Elisabeth Arnold. Wichtig ist ihr und ihrer Kollegin, auch in der Pandemiezeit immer wieder Angebote machen zu können. „Die kürzliche Eselswanderung für Familien mit Kindern war der Renner“, erzählt Jutta Aichmüller. „Die Nachfrage war so groß, dass wir so etwas jede Woche veranstalten könnten." Angeboten werden auch digitale Vorträge, wie kürzlich zum Thema Pubertät. Für den Frühling planen die beiden Stützpunktleiterinnen einige Outdoor-Aktivitäten rund um Spiel und Sport. „Wir wollen am Ball bleiben, denn gerade durch die Kontaktbeschränkungen können in den Familien Probleme entstehen“, ist ihnen bewusst. Gleichzeitig sehen Jutta Aichmüller und Elisabeth Arnold die nun verstärkt angebotenen digitalen Vorträge auch als Chance vor allem für junge Eltern, Alleinerziehende und ganztags Berufstätige. „Man kann ohne großen Aufwand an einem Seminar online teilnehmen. Da ist kein Babysitter nötig und man muss sich nach einem langen Arbeitstag nicht mehr aufraffen, um zu einer Veranstaltung hinzufahren“.

Der Familienstützpunkt Süd, Nelkenstraße 18, in Kissing, ist unter Telefon 08233/795177 oder per E-Mail an familienstuetzpunkt-sued[at]kjf-kjh[dot]de erreichbar. (ike)

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