Region: Aichach|Friedberg

Sanierter Hagenbach lädt zum Flanieren ein

Freier Mitarbeiter Heike Scherer aus Mering
Bianca Färber (Zweite von rechts) erklärte die am Hagenbach durchgeführten Maßnahmen. Erster Bürgermeister Reinhard Gürtner (Dritter von links) freute sich mit Alfred Schatz und Reiner Waldmann (Vierter und Dritter von rechts) über die erfolgreiche Aufwertung der Natur in seiner Gemeinde.

Nach drei Monaten sind die Arbeiten beendet. 3855 Sträucher und 500 Heister wurden gepflanzt.

Aufgrund von unsachgemäß ausgeführten Baggerarbeiten am Hagenbach in den Jahren 2017 und 2018 war die Gemeinde Kissing mit Bescheid vom 7. Dezember 2020 vom Landratsamt Aichach-Friedberg verpflichtet worden, die im Rahmen des unzulässigen Ausbaus verursachten naturschutzfachlichen und gewässerstrukturellen Beeinträchtigungen zu minimieren und den möglichst ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Den Auftrag übernahm die Firma Terra Umwelttechnik aus Schrobenhausen. Das erforderliche Maßnahmenkonzept hatte das Büro Eger & Partner aus Augsburg erstellt.

Am 8. Februar begannen die Arbeiten auf einer Länge von sieben Kilometern, am 5. Mai erfolgte die Abnahme durch Reiner Waldmann und Alfred Schatz von der Bauverwaltung der Gemeinde Kissing. 480.000 Euro kosteten die Maßnahmen. „450 Lkw-Fuhren mit 12.500 Kubikmeter Material wurden entsorgt. 3855 Sträucher und 500 Heister (junge, etwa 1,25 bis 2,50 Meter hohe Laubbäume) wurden gepflanzt“, berichtete Waldmann. Alle neuen Setzlinge wurden mit einem Biberschutz umzäunt. „Ich lade die Bürger zum Spaziergang entlang des Hagenbaches ein, der durch die Sanierung eine deutliche Aufwertung erfahren hat“, freute sich der Kissinger Bürgermeister Reinhard Gürtner. Er selbst war jede Woche vor Ort, um sich über den Fortgang der Arbeiten zu informieren. Beim Pressetermin waren auch Sebastian Koch vom Landratsamt Aichach-Friedberg, Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, Georg Wenger von der Bayerischen Naturschutzverwaltung, Lisa Schweinberger vom Büro Eger & Partner und Bianca Färber von der Firma Terra Umweltservice anwesend.

Eine endgültige formale Beurteilung sei erst möglich, wenn ihm der Abschlussbericht der ökologischen Umweltbaubegleitung vorliege, erklärte Sebastian Koch. Alle Arbeiten erfolgten aber in enger Abstimmung mit dem Landratsamt. Nicht nur die sich schnell ausbreitenden Neophythen, die bei Berührung zu Verbrennungen führen, wurden reduziert, auch am Eisvogelhabitat wurden zwei Brutröhren angebracht. Bianca Färber zeigte beim Zugang zum Auensee die von ihrer Firma am Bach durchgeführten Maßnahmen. „Es wurden Abflachungen gemacht, neue Seitengerinne angelegt, Störsteine mit Wurzelgestöcke ausgelegt, einige Rodungen waren auch nötig“, erklärte sie. Die breiteren Abflachungen sind auch für Weideschäfer von Vorteil, weil die Schafe dort trinken und leicht wieder nach oben laufen können. Die neuen Seitengerinne bieten Platz für Amphibien, die Ansiedlung von Pflanzen und beruhigen das Gewässer. Am Hagenbach lebt eine Vielzahl an Tieren: Außer den Bibern gibt es Bisamratten, Zauneidechsen und viele Vögel. Inzwischen haben sich auch einige Graugänse mit ihren Kindern am Auensee und Hagenbach niedergelassen.

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X