Region: Augsburger Land

Farbenfrohe Bilder in Königsbrunn

Freier Mitarbeiter Ute Blauert aus Bobingen
Bürgermeister Franz Feigl (Mitte, mit Krawatte) mit den am Projekt beteiligten Erzieherinnen und Lehrkräften vor dem Bauzaun.

Der Bauzaun an der zukünftigen Wendeschleife der Tram 3 wurde mit Kunstwerken von Königsbrunner Kindern und Jugendlichen geschmückt.

Es lohnt sich, in den kommenden Wochen den Fußweg vom Südende des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) zum Infopavillon 955 entlang zu spazieren. Denn der hohe Zaun vor der Baustelle der Tram 3 wurde mit Kunst aus Königsbrunner Kindergärten und Schulen geschmückt. Auf großformatige Textilbanner wurden fantasievolle Werke gedruckt, die zum Thema „Gemeinsam in die Zukunft“ entstanden sind. Die ganz Kleinen in den Kitas malten im März die nahe Zukunft, den Frühling. Endlich werden wieder bunte Blumen blühen! Für die Kita am See bedeutet die Zukunft, dass Menschen mit der Tram in die Stadt kommen und von winkenden Kindern mit Luftballons in der Hand begrüßt werden. Ein kleines Begrüßungskind mit Schnuller im Mund ist auch dabei. Die Kinder der Kita St. Michael und der Grundschule Nord haben sich selbst gemalt, wie sie in der Tram sitzen und aus dem Fenster schauen. In der Grundschule Süd und der Brunnenschule wurde noch weiter in die Zukunft geblickt. Die Kinder malten Gebäude und Fahrzeuge, wie sie vielleicht in fünfzig Jahren aussehen könnten. In den Kitas und Grundschulen haben diejenigen Kinder mitgemacht, die Lust dazu hatten. Teils wurden die Bilder in der Zeit des Homeschoolings angefertigt, teils wurde in der Schule gemalt, als die Kinder abwechselnd zu Hause und in der Schule waren, und teils in der Notbetreuung.

Häuser mit Gesichtern

In der Mittelschule war das Thema ein mehrmonatiges Kunstprojekt für alle Schüler von der fünften bis zur neunten Klasse. Kunstlehrer Günter Garreis hatte vorgegeben, dass im Vordergrund, im Bild unten, Menschen am Bahnsteig zu sehen sein sollten, in der Mitte die Trambahn und im Hintergrund, oben im Bild, Königsbrunner Gebäude. Wer genau hinsieht, erkennt die Johanneskirche oder das Café Müller. Der Stil sollte sich an den Werken des New Yorker Künstlers James Rizzi orientieren, der für fröhliche Wimmelbilder in kräftigen Farben berühmt ist. Rizzi gibt Häusern und Autos gern Gesichter und verteilt großzügig Herzchen, Blumen und Vögel. Garreis war begeistert von der Vielzahl hervorragender Bilder, die von den Jugendlichen abgegeben wurden. Mit seinen Klassen zusammen hat er sie zu vier großen Gemälden, von denen drei am Bauzaun hängen, zusammengefügt. Der Rizzi-Stil ist gut zu erkennen. Auf einem der Banner sind die Menschen sehr gekonnt im Stil japanischer Manga-Comics dargestellt. Diese Figuren wurden alle von einer Schülerin der neunten Klasse gemalt.

„Sie und die Kinder und Jugendlichen haben Königsbrunn schöner, bunter und fröhlicher gemacht“, sagte Rebecca Ribarek, die Leiterin des Kulturbüros, bei der Eröffnung der Kunstausstellung am Bauzaun. Ribarek hatte bereits beobachtet, dass viele Leute vor den Bildern stehen bleiben. Das Projekt ist die diesjährige Form der alljährlichen „Königsbrunner Jugendkulturwochen“, an deren Ende in den vergangenen Jahren meistens eine Bühnenaufführung stand. Die Organisation lag in den Händen des Kulturbüros, mit Unterstützung von Gisela Ehrentreich, der Rektorin der Mittelschule. Die Bildungsreferentin des Stadtrats Ingrid Gärtner sprach den Lehrkräften und Erzieherinnen ihren Dank aus für die engagierte Arbeit an diesem Projekt, das dazu beitrage, dass sich die Kinder mit ihrer Stadt identifizieren. Bürgermeister Franz Feigl kündigte an, dass einige Lärmschutzwände entlang der Trambahnschienen dauerhaft mit Kunstwerken aus den Schulen und Kitas dekoriert werden sollen.

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