Region: Augsburger Land

Königsbrunn: Schließung des Schnelltestzentrums sorgt für Ärger

"Wir haben die MSP Bodmann GmbH als Betreiber des Schnelltestzentrums lediglich darauf hingewiesen, dass der Betrieb über diesen Zeitraum hinaus eine Änderung des Bebauungsplans der Stadt Königsbrunn notwendig gemacht hätte", erklärt Landrat Sailer.

Nach der Schließung des Corona-Schnelltestzentrums im Vereinsheim des FC Königsbrunn an der Benzstraße gab es in den Sozialen Medien Kritik. Die Schließung sei auf Weisung des Landratsamtes Augsburg erfolgt, hieß es dort. Nun wehrt sich das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Auf der Facebook-Seite des "Smart Medical"-Sanitätsdienstes sei, so schreibt das Landratsamt in seiner Stellungnahme, der Sachverhalt folgendermaßen dargestellt worden: "Nach drei Monaten und tausenden von durchgeführten Schnelltests, schließen wir unser Testzentrum. Das Landratsamt Augsburg hat uns darauf aufmerksam gemacht, dass die Sportanlage des FC Königsbrunn auf 'Landwirtschaftlicher Nutzfläche' steht. Offensichtlich darf man auf solchen Flächen keine Testzentren betreiben, auch dann nicht, wenn man als einziges schwäbisches Testzentrum über pädiatrische Fachkräfte zur Durchführung von Tests bei Kleinkindern an sieben Tagen die Woche verfügt." Dieser Post habe "bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Unmut gesorgt", so das Landratsamt Augsburg.

Das Schnelltestzentrum in Königsbrunn habe zunächst für drei Monate eine Genehmigung gehabt. "Wir haben die MSP Bodmann GmbH als Betreiber des Schnelltestzentrums lediglich darauf hingewiesen, dass der Betrieb über diesen Zeitraum hinaus eine Änderung des Bebauungsplans der Stadt Königsbrunn notwendig gemacht hätte", wird Landrat Martin Sailer zitiert. "Uns wurde daraufhin mitgeteilt, dass dies aus der Sicht der MSP Bodmann GmbH nicht notwendig sei, da das Testzentrum nicht länger betrieben werde.“

Abrechnung inzwischen weniger lukrativ

Noch verwunderter sei man gewesen, als sich die Betreiberin in der Schwabmünchner Allgemeinen dahingehend geäußert habe, dass das Landratsamt zu spät auf ihre Anfrage reagiert hätte, um den weiteren Betrieb ihres Schnelltestzentrums mit kostenlosen Schnelltests im Rahmen der Bayerischen Teststrategie aufrechtzuerhalten.

Die zuständigen Mitarbeiter hätten auf die am Sonntag, 7. März, eingegangene Nachricht bereits am Vormittag des 8. März geantwortet und die Betreiberin "bezüglich der förmlichen Beauftragung als offizielle Teststelle im Rahmen der Bayerischen Teststrategie um die Zusendung des entsprechenden Antrags gebeten", sagt Landrat Sailer. Danach habe man leider nichts mehr gehört. Das Landratsamt stehe "nach wie vor für die Erörterung einer baurechtlichen Lösung hinsichtlich der Fortführung des Corona-Schnelltestzentrums" zur Verfügung.

Falls die Betreiberin ihre Entscheidung aber auch aus wirtschaftlichen Gründen gefällt habe, weil die Abrechnung über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns für kommerzielle Schnelltestzentren, aktuell 9 Euro, später maximal 15 Euro pro Test, weniger lukrativ sei, als die bisherige mit 39 Euro, "akzeptieren wir diese Entscheidung aber natürlich". (pm)

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X