Region: Augsburger Land

Lechstraße in Königsbrunn: Suche nach der besten Lösung

Profilbild vonFreie Mitarbeiterin Ute Blauert aus Bobingen
An dieser Stelle soll die Lechstraße in Zukunft zu Fuß und mit dem Rad gefahrlos überquert werden können.

Wie Fußgänger und Radfahrer am besten die Lechstraße überqueren können, an der Kreuzung mit Benzstraße und Blumenallee, soll ein Ingenieurbüro herausfinden.

Auf der südlichen Seite der Lechstraße haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Freizeiteinrichtungen angesiedelt, etwa der Golfplatz, mehrere Reitställe, der Segelclub, ein Beachvolleyballfeld und Fischereivereine. Auch zum Spazierengehen oder Joggen überqueren viele Königsbrunner die Lechstraße an der Kreuzung mit der Blumenallee, deren südliche Fortsetzung Benzstraße heißt. Sie tun dies häufig zu Fuß oder mit dem Rad. Gleichzeitig ist der Verkehr auf der Lechstraße immer dichter geworden. Insbesondere während des Berufsverkehrs muss oft lange gewartet werden, bis sich zwischen den Fahrzeugen eine Lücke auftut. Im Stadtrat wurde das Problem der schwierigen und gefährlichen Überquerung der Lechstraße in den vergangenen Jahren bereits mehrfach vorgebracht. Daraufhin sprach die Stadtverwaltung im Jahr 2018 mit dem staatlichen Bauamt über die Möglichkeit eines Kreisverkehrs. Das staatliche Bauamt ist zuständig, da die Lechstraße eine Staatsstraße ist, die Stadt kann also nicht allein entscheiden. Die Behörde lehnte den Bau eines Kreisverkehrs ab, da dieser nur dort als Lösung angesehen werde, wo sich gleich stark befahrene Straßen kreuzen. Davon könne bei dieser Kreuzung keine Rede sein. Die Stadt könne jedoch auf eigene Kosten einen Kreisverkehr bauen lassen. Im Juli lud Werner Hertle, der sich seit Jahren für eine Änderung der Verkehrsführung an dieser Stelle engagiert, mehrere Politiker, darunter der Bundestagsabgeordnete Volker Ullrich, zu einem Ortstermin ein, bei dem er für eine Unterführung unter der Lechstraße plädierte. Während des Ortstermins geschah ein Autounfall, was die Gefährlichkeit der Lechstraße deutlich unterstrich.

Straße im Eigentum des Freistaats

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats brachten die Freien Wähler das Thema auf die Tagesordnung und der gesamte Rat war sich einig, dass etwas geschehen soll. Jörg Kratzer vom städtischen Tiefbauamt empfahl eine Unter- oder Überführung, da ein Kreisverkehr für Fußgänger oft umständlicher zu überqueren sei als mithilfe der bereits vorhandenen Verkehrsinsel. Diese Verkehrsinsel liegt rund 20 Meter von der Kreuzung entfernt und bedeutet daher einen Umweg für Fußgänger. Zudem ist sie für Fahrräder zu schmal, die Räder ragen in die Straße hinein, wenn sie auf der Insel stehen. Eine Unter- oder Überführung müsse allerdings barrierefrei ausgeführt werden, so Kratzer weiter. Das bedeute, dass die Steigung nicht mehr als sechs Prozent betragen darf, damit sie für Rollstühle und Rollatoren nicht zu steil ist. Dadurch ergebe sich eine sehr große Länge der Rampen, wodurch womöglich Einfahrten versperrt würden. Auf jeden Fall müsse auch einer solchen Lösung das staatliche Bauamt zustimmen.

Bürgermeister Franz Feigl schlug vor, ein Ingenieurbüro mit einer Machbarkeitsstudie zu beauftragen. Denn einerseits lägen die Vorteile einer Unterführung auf der Hand: Es wäre eine sehr sichere Lösung für die schwächsten Verkehrsteilnehmer und sie müsse nur die Höhe von Radfahrern berücksichtigen, die bei etwa zwei Metern liege. Eine Überführung hingegen müsse so hoch gebaut werden, dass Lastwagen darunter fahren können, wodurch die Rampe viel länger werde als für eine Unterführung. Ein Problem könne jedoch das Wasser sein, das in die Unterführung gelangt. Wenn es schwierig werde, Niederschlagswasser aus der Unterführung weg zu leiten, weil das Grundwasser dafür zu hoch stehe, könnte eine Unterführung doch die teurere Variante sein, weil dann die Lechstraße angehoben werden müsse. Mehrere Stadträte sprachen sich dafür aus, neben Unter- und Überführung noch weitere Varianten in die Studie aufzunehmen, nämlich einen Kreisverkehr, eine Ampel und eine Lösung mit einer Unterführung nur für Radfahrer mit einer größeren Steigung in Verbindung mit der Verkehrsinsel nur für Fußgänger, wobei die Insel vielleicht verbreitert werden könne. Damit waren alle Stadträte einverstanden und stimmten einstimmig für die Beauftragung einer solch umfassenden Machbarkeitsstudie.

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