Region: Günzburg|Krumbach

In Krumbach gibt's Eis auch mit Bärlauch- und Bergkäse-Geschmack

Freier Mitarbeiter Marc Hettich
Bärlauch-, Bergkäse- und manchmal auch Leber-Geschmack: Markus Keder vom Krumbacher Restaurant Kupferdächle denkt sich immer wieder neue alternative Eissorten aus.

Im Krumbacher Kupferdächle finden Eisfreunde kreative Alternativen - aber Biereis gibt es nicht für alle.

„Die Gäste wissen oft schon, was für neue Sorten es gibt“, verrät Sabine Keder lachend. Die Rede ist vom selbstgemachten Eis des Restaurant Kupferdächle in Krumbach. Neben den klassischen Geschmacksrichtungen wie Schokolade und Erdbeere setzt Koch Markus Keder auch auf ausgefallenere Kombinationen. In seinem Instagram-Kanal kündigt er neue Eiskreationen wie Bergkäse oder Bärlauch an. Lässt sich der schwäbische Gaumen auf solche Experimente ein? „Die Nachfrage ist erfreulich groß“. verrät der mehrfach ausgezeichnete Gastronom, und seine Schwester Sabine, die im Restaurant den Service übernimmt, stimmt zu: „Die Leute sind zur Zeit sehr experimentierfreudig“. Grinsend freut sie sich: „Es ist toll, wenn jemand nach Erdbeere fragt und dann Basilikumeis mitnimmt.“

Sie probiert auch gerne die Rohmaterialien, die ihr Bruder als Grundlage für seine Eissorten verwendet. Der setzt dabei auf Kreativität: „Der Cappuchinokuchen meiner Mutter hat mich beispielsweise auf die Idee gebracht, daraus mal ein Eis zu machen“. Das Eis hat er aus der Sahnemasse gemacht und die Streusel und Schokosraspel reingemischt. Exotischer wird es dann mit Zutaten wie Brennnessel, Holunder oder Fichtenwipfel. Markus deutet auf die Bäume hinterm Gasthaus: „Wenn die Triebe kommen, machen wir Sirup daraus“. Eine interessante Grundlage für ein Eis. Es geht aber noch ausgefallener: „Wir hatten auch mal Eis aus Leber und Portwein“, gibt der Koch nicht ohne amüsiertes Grinsen zur Kenntnis. Die Inspiration dazu lieferte die französische Küche mit ihren Sorbets und Parfaits.

Überhaupt geht Markus Keder gerne mit offenen Augen durch die - kulinarische - Welt. Schon während diverser Praktika bei Sterneköchen von Hamburg bis Kirchdorf hat er die Inspiration aufgesogen. Außerdem liefern ein Regal voller Kochbücher und zunehmend auch Podcasts neue Ideen. Schmunzelnd verrät er noch eine weitere Einflussquelle: „Natürlich gehe ich auch selber gerne essen.“

Die kreativen Eissorten gibt es im Kupferdächle schon lange. „Der Lockdown hat natürlich auch uns das Leben ein bisschen schwerer gemacht“, kommentiert Markus Keder. Anderseits habe sich so aber auch die Zeit ergeben, das Eisangebot zu professionalisieren. Im ersten Lockdown sind Etiketten mit der charakteristischen Illustration von der befreundeten Künstlerin Nunu entstanden. Die Gestaltung hat Markus´ Partnerin Thaisa Queiroz übernommen. „Passende Becher zu finden, war gar nicht so einfach“, erklärt der Gastronom. „Wir wollten keine reinen Plastikbecher“. Erst seit dem zweiten Lockdown gibt es „Keders Schlekk“ nun in ansprechenden Papierdosen. „Bei uns helfen immer alle mit“, erklärt Sabine Keder. „Ich beklebe die Sorten mit der passenden Beschriftung“. Wichtig sei auch, regionale Zutaten für die Eisproduktion zu beziehen: „Mangopüree und Bananen kommen vom Weltladen. Für unser Biereis verwenden wir Autenrieder“.

Geschickt versteht es das Restaurant, nicht nur sein Eis in den Social-Media-Kanälen zu präsentieren. Mit augenzwinkerndem Humor wird da auch mal gerne Senior-Chef Helmut Keder fotografisch als Bernie Sanders Double inszeniert, während ein Aufkleber an der Theke unmissverständlich klar macht: „Kein Bier für Nazis.“

Markus Keder hat seine Bestimmung gefunden und ist froh, sein eigener Herr zu sein. „Ob ein Küchenchef Bärlauch- oder Lebereis zugelassen hätte, ist fraglich“, kommentiert er zufrieden. Experimentierfreudige Krumbacher jedenfalls finden in der Kupferdächle-Kühltruhe eine Vielzahl aussergewöhnlicher Eis-Kreationen. 

Mehr zum Thema

Kommentare

Anmelden um Kommentare zu schreiben

 


X