Region: Günzburg|Krumbach

Fünf vor Acht: Video-Kultur aus dem Krumbacher Stückwerk

Was sich hinter dem Videoprojekt des Vereins Kult verbirgt

Freier Mitarbeiter Marc Hettich
Als erstes 5vor8-Video wird am Sonntag, 6. Februar, die Session mit Alexandra Jörg (unter anderem bekannt aus „The Voice of Germany“) auf www.stueckwerk-krumbach.de veröffentlicht. Weitere Videos folgen im Wochentakt.

Andere Leute drehen sich am Samstagmorgen nochmal im Bett um und schlafen ordentlich aus. Zumindest am vergangenen Samstag galt das nicht für Max Wind, Thorsten Reuther und Tino Baumann. Es war etwa gegen 7 Uhr, als das Trio begonnen hat, den treffenderweise als „Herzstück“ bezeichneten Raum im Krumbacher Stückwerk mit einer buchstäblichen Wagenladung an Audio-Equipment vollzustellen. Die vielen Boxen, Mikrofone, Stative und Kabel waren aber nicht etwa für einen Live-Auftritt gedacht – bekanntlich verhindert die Corona-Lage derzeit entsprechende Veranstaltungen.

„Wir wollten endlich wieder aktiv werden“, kommentiert Max Wind, Schriftführer des Vereins Kult, der das soziokulturelle Zentrum in der Luitpoldstraße betreibt. „Wir haben zwar einige Ideen für Veranstaltungen diskutiert“, erinnert sich der Musikpädagoge. Letztlich sei unter den gegebenen Umständen aber keine sinnvolle Umsetzung möglich gewesen. So reifte die Idee zu einer digitalen Alternative namens „Fünf vor Acht“.

Im Gegensatz zum im Jahr 2020 von den Krumbacher Kulturfreunden umgesetzten Sofa-Slam gibt es diesmal keinen Wettbewerbs-Gedanken. „Wir wollen in den nächsten Wochen jeden Sonntag ein rund zwanzigminütiges Video hochladen.“ Wer das Video pünktlich um fünf vor acht anschaut, ist bis zum Sonntag-Abend-Film durch. „Viele Musiker spielen inzwischen Online-Konzerte“, erläutert Max. „Wir wollen Künstlern mit unserem Format eine Plattform bieten, solange Konzerte nicht so ohne Weiteres möglich sind.“

Der Krumbacher Künstler Tino Baumann ist ebenfalls Mitglied bei Kult und hat außerdem schon einige Videos gedreht. Zusammen mit dem erfahrenen Ton-Experten Thorsten Reuther stellte er eine professionelle Aufnahme sicher. Ziel war, an einem Tag fünf Videos abzudrehen. Die Zusammensetzung war sehr unterschiedlich, die Bandbreite reichte von einer dreiköpfigen Rock-Band bis zu einem Interview, ganz ohne Musik. „Da waren ganz unterschiedliche Ton- und Kameraeinstellungen erforderlich“, erläutert Tino. Der ursprüngliche Plan, ganz unkompliziert nur ein Mikro und eine Kamera mitlaufen zu lassen, wurde schnell verworfen: „Wir wollten das Ganze dann doch lieber gleich richtig angehen.“ Da der Aufbau der Technik sehr aufwändig war, sei eine Konzentration aller Aufnahmen auf einen Tag sehr sinnvoll. „Wenn das Format gut ankommt, werden wir das bestimmt wiederholen“, gibt sich der 34-Jährige optimistisch.

Der Perfektionismus der Beteiligten sorgte dafür, dass der Aufnahmetag vergangenen Samstag bis 21.30 Uhr dauerte. „Der Aufwand hat sich aber gelohnt“, meint Max. Tino stellt grinsend fest: „Ich glaube, die Künstler waren recht überrascht davon, wie ernst wir’s meinen.“ Eine anständige Aufnahmetechnik gehöre aber ebenso zur Wertschätzung für die teilnehmenden Musiker wie die Bereitstellung von selbstgemachten Kuchen im Backstagebereich.

„Die Aufnahme hat Spaß gemacht“, bestätigt Alexandra Jörg. Die unter anderem durch Ihre Teilnahme an der Fernsehshow „The Voice of Germany“ bekannte Sängerin hat zusammen mit dem Pianisten Dominik Wiedenmann einige Songs eingespielt, unter anderem das Bob-Dylan-Cover „Make you feel my love“ im Stil von Adele. Wer sonst noch bei der Aufnahmesession dabei war, wird an dieser Stelle noch nicht verraten.

„Wir haben fünf Videos aufgenommen, die wir wöchentlich auf YouTube veröffentlichen“, verrät Max Wind. Natürlich zeigt der Verein Kult die Ergebnisse auch auf der Homepage www.stueckwerk-krumbach.de. Wer mag, kann den Verein mit einer Paypal-Spende unterstützen. „Damit wir auch künftig solche und ähnliche Projekte umsetzen können“, kommentiert der ehrenamtliche Schriftführer. Los geht es am 6. Februar mit der Session von Alexandra Jörg. Natürlich pünktlich um Fünf vor Acht.

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